Jeder Vierte stirbt an Krebs

Heidelberg.  Nach neuesten Statistiken geht jeder vierte Todesfall in Deutschland auf das Konto von Krebs. Doch die Früherkennung wird besser.

Krebs wird nach Ansicht von Experten auch in Zukunft für den Tod jedes vierten Menschen in Deutschland verantwortlich sein - trotz medizinischer Fortschritte. "Die Forschung liefert ständig neue Ergebnisse", sagte Hermann Brenner, der die Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) leitet. "Die bildgebende Diagnostik wird immer ausgereifter, die Früherkennung immer besser." Allerdings werde der Fortschritt durch die steigende Lebenserwartung in Deutschland wieder ausgeglichen. "Wir haben stabile Fallzahlen", betonte Brenner anlässlich des heutiges Weltkrebstages. Einen rückläufigen Trend hält er aber erst auf lange Sicht für möglich.

Nach einer neuen Statistik starb 2010 bundesweit jeder Vierte an Krebs. Bei Bronchial- und Lungentumoren sieht Brenner das größte Problem. "Der wesentliche Grund für diese Krebsart ist und bleibt das Rauchen", sagte der Forscher. 2010 waren fast 43 000 Menschen an Lungen- und Bronchialkrebs gestorben. Vor allem bei Frauen sei die Zahl der Betroffenen in den vergangenen Jahren ständig gestiegen.

Deutlich besser sei die Lage bei Darmkrebsfällen. "Wir haben in diesem Bereich eine deutliche Reduzierung", sagte Brenner. Die Früherkennung sei verbessert worden, die medizinischen Angebote erreichten mehr Menschen als bisher.

Der Experte warnte, dass Übergewicht eine immer größere Rolle bei der Krebsentstehung spiele. Es könnte sogar dem Rauchen den Rang als Risikofaktor Nummer eins ablaufen. "Da die Zahl der übergewichtigen Menschen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat, dürfte die Zahl dieser Krebskranken auch steigen", sagte Brenner. Zu den Erkrankungen, bei denen ein gesicherter Zusammenhang zu Übergewicht besteht, zählen laut DKFZ Nieren- und Darmkrebs, Brustkrebs nach den Wechseljahren sowie vor allem Tumore der Speiseröhre und der Gebärmutterschleimhaut.

Fast ein Viertel (23 Prozent) der Krebstoten 2010 war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes jünger als 65 Jahre. In der Altersgruppe der 45- bis 65-Jährigen waren bösartige Tumore mit 41,6 Prozent die häufigste Todesursache. Bei den über 65-Jährigen starb knapp ein Viertel (23,2 Prozent) an Krebs. Bei Kindern ist Krebs die häufigste natürliche Todesursache: Insgesamt 192 Mädchen und Jungen bis 14 Jahre starben 2010 daran. Dabei stehen Leukämie und Hirntumore im Vordergrund.


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Autor: DPA | 04.02.2012

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