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Costa Concordia: Kapitän verstärkt unter Druck

Gerechtigkeit und Wahrheit fordern Geschädigte der Havarie der "Costa Concordia". Das wird ein langer juristischer Weg. Am Samstag begann die Beweissicherung. Der Kapitän ist verstärkt unter Druck.

Autor: BETTINA GABBE |
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Mit der Beweisaufnahme hat die rechtliche Aufarbeitung des Kreuzfahrtunglücks vom 13. Januar vor der italienischen Küste begonnen. Wegen der großen Teilnehmerzahl hatten die Behörden den Termin vom Gerichtsaal in das Teatro Moderno der toskanischen Provinzhauptstadt Grosseto verlegt.

Kapitän Francesco Schettino, der das Unglück der Costa Concordia verursachte, blieb der Anhörung fern. Sein Anwalt Bruno Leporatti fürchtete angesichts der Anwesenheit zahlreicher Passagiere und Angehörigen der insgesamt 32 Todesopfer um die Sicherheit seines Mandanten. Nur einer der acht Mitangeklagten nahm am ersten Gerichtstermin teil. In der weiträumig abgesperrten Innenstadt hatten die Gerichtsbehörden intensive Sicherheitskontrollen für alle 250 Teilnehmer veranlasst, um zu verhindern, dass sie bei der nicht öffentlichen Anhörung Ton- und Videoaufnahmen machten.

Im Mittelpunkt der Beweisaufnahme stand die Black Box der Costa Concordia. Die Untersuchungsrichterin Valeria Montesarchio beauftragte eine Expertengruppe mit der Auswertung des Fahrtenschreibers, in dem Daten zu Route, Geschwindigkeit sowie zu den Gesprächen auf der Kommandobrücke gespeichert sind.

Der Erste Offizier Ciro Ambrosio, erhob unterdessen schwere Vorwürfe gegen Schettino. In einem erst jetzt bekannt gewordenen Verhör gab er zwei Wochen nach dem Unglück zu Protokoll, der Kapitän sei "sichtlich verwirrt" gewesen. Ambrosio stand nach der Havarie gemeinsam mit Schettino auf der Liste der mutmaßlichen Hauptverantwortlichen. Erst später weiteten die Ermittler den Kreis der Verdächtigen auf weitere Offiziere und Manager der Reederei aus.

Schettino habe die Offiziere dazu angehalten, gegenüber den Hafenbehörden zu lügen, gab Ambrosio an. Obwohl er bereits Kenntnis von dem Riss im Schiffsrumpf hatte, habe er dies dem Hafenamt gegenüber verheimlicht. Erst als zwei Offiziere ihn am Arm nahmen, habe er sich dazu drängen lassen, zuletzt doch Alarm auszulösen.

Während die Ermittler sich bemühen, die Verantwortung für das Unglück und Pannen bei der Evakuierung zu klären, suchen Taucher im Schiffsrumpf weiter nach Opfern. Noch immer gelten sieben Personen als vermisst.

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