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Theodor Storm: Mehr als ein Heimatdichter

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Sein „Schimmelreiter“ bleibt Mittelstufenlektüre: Theodor Storm.  Foto: 

„Er ist ein Meister, er bleibt.“ Damit hat Thomas Mann den Schriftsteller Theodor Storm gemeint, der vor 200 Jahren, am 14. September 1817, in Husum zur Welt kam. Lebenslang habe Mann die Novellen und Gedichte Storms zu den prägenden Vorbildern seines eigenen Schreibens gezählt, sagt der Literaturwissenschaftler Heinrich Detering von der Universität Göttingen.

Storm hat wegen seiner Konzentration auf die Landschaften Nordfrieslands vielen als Heimatdichter gegolten. Detering: „Storm war lange Zeit unterschätzt.“ Storm habe große Wirkung und Einfluss auf die deutsche Literatur bis in die Gegenwart hinein, vor allem auch auf die Naturlyrik. Er wirkt aber auch als Ideengeber zu Geschichten.

Detering erinnert an Siegfried Lenz‘ „Deutschstunde“, aber auch an die Krimireihe von Tilman Spreckelsen, in der Storm – der zeitlebens als Jurist gearbeitet hat  – als pfiffiger Detektiv auftaucht. „Es ist eine Art Sherlock Holmes in Husum, mit vielen geistreichen Anspielungen auf Storms eigene Novellen und deren Helden.“

Auch heute noch ist die Storm-Lektüre in vielen Schulen Pflicht. Der „Schimmelreiter“ wird noch immer in vielen Mittelstufen gelesen.

Storm hatte schon als Schüler Gedichte und kurze Prosa-Texte geschrieben, bevor er zum Jura-Studium nach Kiel zog. Später kehrte er nach Husum zurück, wo er eine Anwaltskanzlei eröffnete.

Als er trotz des deutsch-dänischenFriedensschlusses seine dänenfeindliche Haltung beibehielt, durfte er nicht mehr als Anwalt arbeiten. Er zog ins Exil nach Preußen und kehrte erst nach dem Sieg der Deutschen über Dänemark 1864 in seine Heimatstadt Husum zurück, der er mit dem Gedicht „Die Stadt“ ein literarisches Denkmal setzte. Am 4. Juli 1888 starb Storm auf seinem Altersruhesitz in Hanerau-Hademarschen.

Er war ein Mann mit vielen Facetten. Storm sei nicht nur ein melancholischer Mensch gewesen, gefangen im Geisterglauben, sondern auch ein „verschmitzter Hexenmeister“, sagt Detering. Er hat kürzlich das Buch „Storm zum Vergnügen“ herausgegeben.

Welches Bild Storms sich in Zukunft durchsetzen wird, sei noch nicht entschieden, sagt Christian Demandt, der Sekretär des Storm-Zentrums in Husum. Das Bild des provinziellen Heimatdichters ist aber nicht mehr dabei.

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