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Die Happy im Ulmer Zelt: Party trotz Beinbruchs

25 Jahre und kein bisschen müde: Die Ulmer Band Die Happy lädt im Ulmer Zelt vor rund 700 Fans zur ausgelassenen Hüpf- und Mitsing-Party.

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Thorsten Mewes und Ralph Rieker stehen mit Gitarre und Bass bereit, Jürgen Stiehle sitzt am Schlagzeug. Da humpelt Marta Jan­dová auf die Bühne des Ulmer Zelts. Die Die-Happy-Frontfrau trägt neun Schrauben im rechten Bein und eine Art Snowboardstiefel drumherum. Den hievt sie auf einen Hocker, nachdem sie centerstage Platz genommen hat. Sie dachte erst, der Arzt mache sich über sie lustig, als er vor sechs Tagen nach der OP mit „diesem Robocop-mäßigen Teil“ ankam, witzelt die Sängerin der Band, deren Name so etwas wie Hals- und Beinbruch bedeutet. Passiert war das Malheur, als die 43-Jährige ihre fast vierjährige Tochter im Kinderhort abholte. Dort sei sie – nüchtern, wie sie auf Fan-Nachfrage beteuert – ausgerutscht und eine Treppe regelrecht hochgefallen.

Im übertragenen Sinn passt das keineswegs zu der knapp 25 Jahre alten berühmtesten aller Ulmer Rockbands. „Go For It“, „Peaches“, „Violent Dreams“ und später im zweistündigen Set „Perfect“, „Like A Flower“ und „The End“ über eine verblühte Freundschaft – der Erfolg von Die Happy ist keinem Zufall, sondern Fleiß und Ausdauer geschuldet, die Professionalität mit den Jahren nachhaltig gewachsen.

So sind die Vier nun an einem Punkt, an dem sie Fans zum Toben bringen können, auch wenn die jüngste Platte, „Everlove“, schon drei Jahre alt ist. Die Snowboarder-Hymnen und den Nu-Metal-Crossover der frühen 90er haben der Westerstetter Mewes und seine Kollegen auf mittlerweile acht Alben um komplexe Alternative-Rock-Songs ergänzt. Dazu gibt die heute wieder in Prag lebende Ex-„Popstars“-Jurorin Marta Jandová die vollendete Entertainerin: erzählt charmant, selbstironisch, witzig und bis zur Gürtellinie hinabreichend Anekdoten, hüpft vor Energie sprühend auf ihrem Hocker auf und ab und zeigt alle Facetten ihrer schönen Altstimme, die im Zirkuszelt in der Au besonders bei den leisen Stücken des Akustikteils vielfarbig schimmern.

„Rebel“, „Goodbye“, „Not That Kind Of Girl“, „Wanna Be Your Girl“ und als letzte Zugabe den allerersten Hit von 2001: „Supersonic Speed“. Flott geht’s auch durchs umfangreiche Repertoire, bevor die Zelt-Nachtruhe um 22 Uhr der Hüpf- und Mitsing-Party ein Ende setzt. „Vielen Dank dass ihr uns nicht vergessen habt!“, ruft Marta den rund 700 Fans zu. Das ist nun aber wirklich kokett. Denn über diesen Samstagabend ließe sich noch vieles sagen, aber eines nicht: „kannste vergessen“.

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