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Lkw-Fahrer stirbt bei Kollision mit Interregio

Mit voller Wucht prallte am Freitag ein Zug am Bahnübergang Seegartenhof auf einen Lkw. Der Fahrer starb, sechs weitere Personen wurden verletzt.

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Zug erfasst LKW bei Königsbronn  Foto: 

Es war ein Bild der Verwüstung, das sich den Rettungskräften am Freitagvormittag hinter dem Königsbronner Seegartenhof bot und erst am Abend war der Schauplatz des Unglückgs vollständig geräumt: Völlig demoliert lag der Lkw der Kraft-Steinwerke neben dem Gleisbett, das ausgebrannte Führerhaus davon getrennt daneben. Einige Hundert Meter weiter stand der Interregio-Express auf den Schienen, die Frontscheibe eingedrückt, die Seite aufgerissen, Fenster aus der Verankerung gesprungen. Dazwischen lagen Trümmerteile auf und neben den Schienen. Gegenstände im Innern des Zuges waren durch den Aufprall umher geschleudert worden.

Gegen 9.15 Uhr war der Interregio-Express von Aalen Richtung Ulm unterwegs, als er den Bahnübergang passierte. Dort hatte zuvor der 55-jährige Lkw-Fahrer aus dem Ostalbkreis sein Fahrzeug rückwärts auf die Schienen rangiert, um Schotter für Gleisarbeiten abzuladen.

Wie die Polizei erklärte, muss sich während des Rangierens die Schranke am Bahnübergang zwischen Führerhaus und Anhänger geschlossen und den Lkw blockiert haben. Wie Polizeisprecherin Claudia Kappeler vor Ort erklärte, muss der Fahrer noch versucht haben, sich durch einen Sprung aus dem Führerhaus zu retten. In diesem Moment prallte der Zug trotz eingeleiteter Vollbremsung mit voller Wucht gegen den Lkw. Das Führerhaus wurde beim Aufprall vom Anhänger getrennt, und ging neben den schienen in Flammen auf. Der Lkw-Fahrer war auf der Stelle tot. Im Interregio befanden sich laut Polizei insgesamt 23 Personen, davon 21 Fahrgäste. Sechs Personen, darunter der Zugführer, kamen mit leichten Verletzungen davon. Die Passagiere wurden in eine nahegelegenen Gaststätte gebracht und dort betreut. Für die Einsatzkräfte, die den Brand löschten, die Verletzten versorgten und den Toten bergen mussten, waren Notfallseelsorger vor Ort.

Wie schnell der Interregio zum Zeitpunkt des Aufpralls tatsächlich war, muss derzeit noch ermittelt werden. Am Freitag waren Beamte der Bundespolizei und der sogenannten Eisenbahnuntersuchungsbehörde vor Ort. Auf Nachfrage teilte die Deutsche Bahn mit, dass der Bericht dieser Behörde nach Fertigstellung veröffentlicht werde. Erst dann können nähere Angaben zur Geschwindigkeit des Zuges gemacht werden. Generell aber fährt ein Interregio-Express mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.

Bereits kurz nach dem Unglück waren Aussagen von Ortskundigen zu hören, dass die Zeit zwischen dem Schließen der Schranke und dem Eintreffen des Zuges an diesem Übergang besonders kurz sei. Bei der Bahn verweist man aber auf die sogenannten Mindestschließzeiten, die an beschrankten Bahnübergängen gesetzlich festgelegt seien: Überfährt der Zug eine bestimmte Kontaktstelle, schließt sich die Schranke am vorausliegenden Übergang. Wie lange es zwischen dem Schließen der Schranken und dem Eintreffen des Zuges dauerte, konnte die Bahn am Tag des Unglücks noch nicht beantworten.

Laut Polizei entstand an Bahn, Lkw und Gleiskörper ein Gesamtschaden von mehr als einer Million Euro.

Wie die Bahn am späten Nachmittag mitteilte, arbeite man mit Hochdruck an der Bergung des beschädigten Zuges. Der Zugbetrieb könne voraussichtlich in den frühen Abendstunden wieder aufgenommen werden, hieß es in der Pressemitteilung.

Die Schrankenanlage ist bei der Kollision zerstört worden und bis zur Reparatur nicht einsatzbereit. In Absprache mit der Stadtverwaltung wird aus diesem Grund die über den Bahnübergang führende Straße für Fahrzeuge und Fußgänger gesperrt.

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