Partner der

Unwetter im Kreis: Noch bis Mitternacht mehr als 100 Einsätze

Am Sonntagnachmittag zogen hintereinander mehrere Gewitterfronten über den Kreis Heidenheim. Vor allem in Großkuchen und in Steinheim war die Feuerwehr wegen Hagelschäden und Überflutungen im Einsatz - teils die ganze Nacht hindurch.

|
Vorherige Inhalte
  • 1/5
    Foto: 
  • Hagel in Großkuchen 2/5
    Hagel in Großkuchen Foto: 
  • Hagel in Großkuchen 3/5
    Hagel in Großkuchen Foto: 
  • Hagel in Großkuchen 4/5
    Hagel in Großkuchen Foto: 
  • Hagel in Großkuchen 5/5
    Hagel in Großkuchen Foto: 
Nächste Inhalte
Alle verfügbaren Feuerwehr- und Einsatzkräfte des Landkreises wurden am Abend in Steinheim zusammengezogen. Bereits innerhalb der ersten Stunde nach dem schweren Gewitter rückten die Einsatzkräfte dort zu mehr als 100 Einsätzen aus. So sollte es den gesamten Abend über weitergehen. Noch bis nach Mitternacht waren Feuerwehren, THW und Helfer an mehr als 100 Stellen im Einsatz. 

In Steinheim galt die Situation nach den schweren Unwettern vom Nachmittag als besonders ernst. Mehrere Straßenzüge standen unter Wasser. In zahlreiche Wohnungen und Häuser war das Wasser eingedrungen und stand teilweise bis zu zwei Meter hoch. In Feuerwehrkreisen wurde vom Ausnahmezustand gesprochen.

Einen traurigen Fund mussten Bewohner machen, die am Abend in ihr Haus zurückkehrten. Der Hund der Hausbewohner war ertrunken und wurde im Keller gefunden - dies berichtet die Polizei. 

Verstärkung bekamen die Feuerwehren in Steinheim unterdessen nicht nur aus den unmittebaren Nachbargemeinden, sondern auch aus Ballmertshofen. Von dort rückte die Ölwehr an, die Hilfe leisten kann bei überfluteten Heizungskellern bzw. wenn Öl austritt.

Direkt nach den schweren Gewittern war es in Steinheim zudem zu einem Stromausfall gekommen, bedingt durch einen Kurzschluss in einem Trafohäuschen. Rund eineinhlb Stunden hatten die Haushalte in Steinheim Nord keinen Strom.

Mehr über die Lage in Steinheim und anderen Kreisgemeinden am Tag nach dem Unwetter lesen Sie hier.









Bereits am Nachmittag schlimm erwischt hatte es Großkuchen, dort war infolge eines extrem starken Hagelschlags die Feuerwehr nach eigenen Angaben an mindestens 15 Stellen im Einsatz gewesen. Im gesamten Ortsgebiet wurden Scheiben zerschlagen und Autos schwer beschädigt, ganze Bäume wurden entlaubt und Vordächer zerstört. Die Aufräumarbeiten dauerten bis in die Nacht. Erst gegen 23.30 Uhr konnten die letzten Einsatzkräfte wieder abfahren. 

Erschwerend hinzu kam zentimeterhoch auf der Straße liegender Hagel. Teils hatte sich dieser zu einer Eisschicht verklumpt - es kam zu erheblichen Behinderungen. Überall war zu hören, so etwas habe man noch nie gesehen, geschweige denn selbst erlebt.







Auf der Straße zwischen Rotensohl und Großkuchen lag teilweise ebenfalls eine bis zu zehn Zentimeter hohe Hagelschicht.

Auf der Autobahn A7 bei Großkuchen musste ein Schneepflug anrücken, um die Hagelmassen von der Fahrbahn zu beseitigen. Auch gegen 20 Uhr kam es zwischen Westhausen und Giengen noch zu schweren Behinderungen, in Fahrtrichtung Würzburg war die Autobahn teils komplett gesperrt. Freie Fahrt war auf der Autobahn erst wieder gegen 21.30 Uhr möglich. 

Neben dem Einsätzen in Großkuchen und Steinheim hatten die Feuerwehren noch zahlreiche andere Einsätze abzuarbeiten:   

In Burgberg war in ein Gebäude Wasser eingedrungen.

Die Straße zwischen Burgberg und Hürben war überflutet. Die Feuerwehr war vor Ort im Einsatz. Auch im Bereich der Kaltenburg kam es zu Behinderungen aufgrund von Schlamm, der auf die Straße gelaufen war. Und auch auf weiteren Straßen im Bereich Giengen/Hermaringen kam es zu Behinderungen infolge von Schlamm und Wasser. 

In Herbrechtingen rückte die Feuerwehr insgesamt 18 mal aus, um vollgelaufene Keller leerzupumpen. Betroffen war vor allem Bolheim. Insgesamt aber sei die Lage in Herbrechtingen und seinen Ortsteilen kontrollierbar geblieben, so heißt es vonseiten der Feuerwehr Herbrechtingen.  

Land unter war indes auch im Waibertal. Die dortige Straße war wegen Überflutung teils komplett gesperrt.

Gesperrt war zwischenzeitlich auch die Straße zwischen Zang und Königsbronn. Hier hatten Autofahrer mit teils widrigen Bedingungen zu kämpfen (siehe Video).



Auch aus Heidenheim wurden im Laufe des Abends Überflutungen gemeldet. In Mergesletten kam es im Bereich der Brenzblick Residenz zu heftigen Überschwemmungen:



Den Einsatzkräften machte flächendeckend nicht nur das schwere Wetter selbst zu schaffen - auch der Funk war aufgrund des Wetters vielfach beeinträchtigt, so war aus Feuerwehrkreisen zu erfahren.

Wie die Deutsche Bahn auf ihrer Internetseite mitteilt, war zudem auf der Brenzbahn vorübergehend der Betrieb wegen der Unwetter eingestellt worden.

Und auch im Fußball kam es wegen des Gewitters zu Spielabbrüchen: So musste nicht nur die Partie zwischen Altenberg und Hohenmemmingen unterbrochen werden, sondern die Begegnung des SV Großkuchen gegen den AC Milan Heidenheim sogar ganz abgebrochen werden. Nach dem Hagelschauer stand der Platz komplett unter Wasser.

Bereits am Freitag war es in Burgberg und Hermaringen zu Schäden gekommen, nachdem ein Gewitter mit Hagel durchgezogen war.


 
Lesen Sie jetzt die eZeitung schon ab 0,99 € / Monat
Die digitale 1:1-Ausgabe der Heidenheimer Zeitung steht Ihnen ab 4 Uhr morgens mit allen Nachrichten der Region zur Verfügung. » zum Angebot
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Wasserrohrbruch auf der B19 verursacht ganztägiges Verkehrschaos

Gleich zwei Rohrbrüche in Schnaitheim hielten die Mitarbeiter der Stadtwerke in Atem und kosteten Autofahrer jede Menge Nerven. weiter lesen

22VQS