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Terrorverdacht in Herbrechtingen laut Polizei nicht bestätigt

Das Zimmer eines 20-jährigen Flüchtlings aus Syrien ist am Donnerstagmorgen vom LKA durchsucht worden. Der 20-Jährige soll damit geprahlt haben, Verbindungen zum sogenannten Islamischen Staat zu haben und bei Kämpfen des IS in Syrien beteiligt gewesen zu sein. Zwischenzeitlich ist er wieder auf freiem Fuß.

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Bahnhofstraße 17, Herbrechtingen  Foto: 
Wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der ausländischen terroristischen Vereinigung "Islamischer Staat" (IS) durchsuchten Beamte des Landeskriminalamts am Donnerstag in den frühen Morgenstunden ein Zimmer in der Flüchtlingsunterkunft in Herbrechtingen an der Bahnhofstraße.

Mehrere anonyme Personen aus verschiedenen Richtungen hatten gemeldet, dass ein 20-jähriger Flüchtling damit geprahlt habe, Kontakt zum sogenannten Islamischen Staat zu haben. Außerdem habe der Syrer erzählt, an Kampfhandlungen des IS in Syrien beteiligt gewesen zu sein.

Der Einsatz erfolgte mit Unterstützung von Spezialkräften des Polizeipräsidiums. Der verdächtige Syrer war bislang polizeilich nicht in Erscheinung getreten und wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Bei der Durchsuchung wurden zwei Handys beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden. Hinweise auf mögliche Anschlagspläne gab es zu keiner Zeit.

In der Flüchtlingsunterkunft in Herbrechtingen, die sich auf drei Gebäude verteilt, sind derzeit 182 Asylbewerber untergebracht. Über den gegenwärtigen Aufenthaltsort des 20-jährigen gibt das Landratsamt keine Auskunft. Der Flüchtling ist seit November 2015 im Landkreis.

Bewacht werden die Flüchtlingsunterkünfte durch private Sicherheitsdienste und die Polizei. Dazu gehören regelmäßige Begehungen zu Fuß und mit Fahrzeugen rund ums Gelände. Videoüberwachung gibt es nicht. Das Innenministerium in Stuttgart plant nach eigenen Angaben keine Verschärfung der Kontrolle. In den Hausordnungen steht allerdings, dass das Bewachungspersonal verdachtsunabhängig Zimmer kontrollieren darf.

Polizeibeamte hatten in den vergangenen Monaten mehrere Asylbewerberunterkünfte durchsucht. Zuletzt gab es Razzien der Polizei in Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Freiburg und Bad Wurzach (Kreis Ravensburg). Hintergrund waren allerdings Drogengeschäfte.

Bereits Anfang Juli hatte die Polizei nach Hinweisen auf Rauschgifthandel mehrere Flüchtlingsunterkünfte im Bodenseekreis durchsucht und neun Verdächtige festgenommen. Fahnder durchkämmten unter anderem Asylbewerberheime in Tettnang, Friedrichshafen und Überlingen.
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