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Feuer in Obdachlosen-Unterkunft: Ursache ein elektrisches Gerät?

Zwei Frauen wurden leicht verletzt, und für zehn Bewohner musste ein Ausweichquartier bereitgestellt werden. Das Feuer soll von einem elektrischen Gerät ausgegangen sein.

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Eine eigene Bleibe haben sie ohnehin nicht – und jetzt ist auch noch ihr weniges Hab und Gut vernichtet worden.

Trotzdem verlief der Brand noch einigermaßen glimpflich, der in der Nacht zum Donnerstag in der Härtsfeldstraße die dort von der Stadt für die Noteinweisung von Obdachlosen angemieteten Räume unbewohnbar gemacht hat: Bis auf zwei leicht verletzte Frauen sind alle Bewohner weitgehend wohlauf.

Der Brand war am Mittwoch gegen 23.30 Uhr gemeldet worden, worauf rund 45 Einsatzkräfte der Heidenheimer und Schnaitheimer Feuerwehr sowie ein größeres Aufgebot des DRK in Marsch gesetzt wurden. Beim Eintreffen standen Teile der Erdgeschoss-Wohnungen in Flammen.

Die meisten Bewohner hatten sich bereits selbst in Sicherheit gebracht, zwei wurden von Feuerwehrleuten aus dem völlig verrauchten Treppenhaus geholt, zwei weitere über Leitern aus dem Obergeschoss befreit. Diese beiden Frauen, 68 und 82 Jahre alt, wurden vom Roten Kreuz einer klinischen Behandlung zugeführt, sind aber am gestrigen Vormittag schon wieder entlassen worden.

Noch während der bis gegen 3 Uhr andauernden Löscharbeiten hatten sich bereits mehrere Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamts eingefunden, um sich um die insgesamt zehn Bewohner zu kümmern, die nicht mehr in ihre verwüsteten Räume zurückkehren konnten.

Drei verbrachten die restliche Nacht in einem Hotel, andere kamen zunächst bei Nachbarn unter: ebenfalls von der Stadt eingewiesene Obdachlose, deren Wohnungen in einem Nebengebäude unversehrt geblieben, aber kalt geworden waren, nachdem man die Gasleitungen abgestellt hatte.

Polizei suchte nach Bewohner

Der Mann, in dessen Quartier der Brandherd vermutet wird, bereitete den Einsatzkräften in der Nacht zusätzliche Arbeit. Zunächst hatte er sich geweigert, die unbrauchbar gewordene Wohnung zu verlassen, hatte dann angegeben, nur noch Schuhe holen zu wollen – und war nach seiner Rückkehr plötzlich verschwunden. Dies führte zu einer polizeilichen Suchaktion, die im Laufe des Vormittags in eine Fahndung überging. Ohne Ergebnis: Der Verbleib des unverletzten, als zurechnungsfähig eingestuften Mannes, der angegeben haben soll, zu seiner Frau gehen zu wollen, blieb ungeklärt.

Untergekommen in der Walter-Wolf-Straße

Am Donnerstag wurde den Obdachlosen vorübergehend in der Walter-Wolf-Straße ein Dach überm Kopf verschafft, wo die Stadtverwaltung Platz für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen vorhält. Zudem wurden sie von der Stadt mit Gutscheinen ausgestattet, um das Nötigste, etwa warme Kleidung, einkaufen zu können.

Oberbürgermeister Bernhard Ilg hatte sich am Vormittag zusammen mit Heidenheims Feuerwehr-Kommandant Rainer Spahr an den Brandort gegeben, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Dabei zeigte sich das Stadtoberhaupt dankbar über die effektive Arbeit der Feuerwehr, aber auch seines eigenen Teams, an der Spitze Reiner Krieger, der ordnungsamtlichen „Allzweckwaffe“ des Rathauses.

Gab es Rauchmelder?

Den Sachschaden schätzt das Polizeipräsidium Ulm auf 150 000 Euro. Nach ersten Erkenntnissen ist der Brand an einem elektrischen Gerät ausgebrochen – ob durch einen technischen Defekt oder aus anderen Gründen, ist nach Angaben von Polizeisprecherin Claudia Käppeler noch offen. Die Untersuchungen werden vom Polizeiposten Steinheim geführt, dem ein Spezialist für Brandermittlungen angehört.

Ungeklärt bleibt fürs erste, ob die vom Feuer heimgesuchten Wohnungen mit einem Rauchmelder ausgerüstet waren. Auf einen entsprechenden Hinweis aus Bewohnerkreisen hatte die Stadtverwaltung am Donnerstag beim Eigentümer des Hauses nachgefragt, nach Angaben von Rathaus-Pressesprecher Wolfgang Heinecker aber bis zum Dienstschluss keine Antwort erhalten.

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