Partner der

Zwei junge Menschen - ein Jahr in einem fremden Land

Benjamin Käppeler war für ein Jahr in Fernandez, der argentinischen Partnerstadt der Katholischen Kirchengemeinde, und machte einen weltkirchlichen Freiwilligendienst. In Herbrechtingen war zur selben Zeit die Argentinierin Maria del Carmen Arroyo zu Besuch und arbeitete in der Pistoriusschule.

|
Neue Bekanntschaften, neue Sprache, andere Kultur: Benjamin Käppeler und Maria Arroyo lebten für ein Jahr in einem anderen Land und machten einen Freiwilligendienst.  Foto: 

Es ist heutzutage keine Seltenheit mehr, dass Jugendliche nach der Schule erst einmal ein Jahr im Ausland verbringen, um sich darüber klar zu werden, wie es weitergehen soll. Benjamin Käppeler aus Heidenheim hat sich vor einem Jahr bei der Katholischen Kirchengemeinde in Herbrechtingen um einen weltkirchlichen Freiwilligendienst in Argentinien beworben – und hatte Glück: Er durfte die Reise nach Fernandez antreten, die Partnergemeinde der Kirchengemeinde.

Zur selben Zeit kam eine Argentinierin für ein Freiwilliges Soziales Jahr nach Herbrechtingen: Maria Arroyo. Sie arbeitete ein Jahr lang an der Pistoriusschule.

Benjamin Käppeler ist schon öfter in Südamerika gewesen, wie er selbst erzählt. Deshalb wollte er seinen Freiwilligendienst unbedingt dort machen. „Die Sprache und die Leute dort finde ich einfach toll“, sagte Käppeler. Bevor die Reise antrat, machte er eine Art Vorbereitungskurs. Dort haben sich alle getroffen, die nach Argentinien gehen. „Man wird auf die andere Kultur und die anderen Umstände vorbereitet“, sagt er.

Ohne große sprachliche Vorkenntnisse ging es für ihn im August vergangenen Jahres nach Fernandez. Anfangs war er in einer weiterführenden katholischen Privatschule tätig. „Da habe ich als Sekretär angefangen und später durfte ich dann Mathe-, Deutsch- und Englischunterricht geben“, erzählt der 21-Jährige.

Seine zweite Station war eine Grundschule für Kinder aus armen Verhältnissen. Eine einzige Grundschullehrerin habe diese Einrichtung auf die Beine gestellt, erzählt Käppeler: „Es wurde im freien, auf sandigem Boden unterrichtet – am Stadtrand von Fernandez.“

Gewohnt hat der 21-Jährige während seines Aufenthalts in Argentinien bei mehreren Gastfamilien. Alle seien sehr offenherzig und nett gewesen, erzählt er. Mit den Kindern der Familie sei er öfter weggegangen, und auch sonst habe er viele Bekanntschaften gemacht. Er habe versucht, sich so wenig wie möglich von den anderen abzugrenzen. „Das ist wichtig, wenn man allein in einem anderen Land ist“, sagt Käppeler. Auch mit der Sprache habe es von Monat zu Monat besser geklappt.

Vor allem während der Weltmeisterschaft sei die Stimmung toll gewesen. „Meine argentinischen Freunde haben mit mir die Deutschlandspiele angeschaut, und ich mit ihren die Spiele von Argentinien. Sie feierten dort ohne Ende“, erzählt Käppeler begeistert. Das sei unglaublich gewesen. Was das Feiern angeht, könnten die Deutschen noch was lernen.

Natürlich hat Käppeler während seiner Zeit in Argentinien nicht nur gearbeitet. In den Ferien habe er viel über sich nachdenken können. Er sei toleranter geworden, sagt er über sich selbst. Vor allem die Arbeit mit den Kindern habe ihm sehr viel Spaß gemacht. Trotzdem schlägt er jetzt, da er zurück in Deutschland ist, eine andere Richtung ein. Auf seinem Plan steht ein Jura-Studium. „Das wollte ich schon immer machen“, lässt er wissen.

Maria Arroyo aus Fernandez war für ein Jahr in Herbrechtingen. Sie arbeitete in der Pistoriusschule und wohnte bei Gastfamilien. Bevor sie nach Deutschland kam, hatte sie ihre Schule fertig gemacht.

Ein Freiwilliges Soziales Jahr habe sie schon immer machen wollen, erzählt die 20-Jährige. Weil ein Bekannter von ihr schon ein Jahr in Deutschland war, entschied sie sich, auch hierher zu gehen. Für sie sei es eine schöne Erfahrung gewesen. „Anstrengend aber schön“, beschreibt sie ihr Auslandjahr. Vor allem das Arbeiten mit den Kindern in der Pistoriusschule habe sie geprägt. „Ich habe viel Respekt vor den Eltern der Kinder und den Lehrern. Das schafft nicht jeder“, sagt Arroyo, die während ihres Aufenthalts in Deutschland seht gut Deutsch gelernt hat.

Natürlich hat sie nicht nur Herbrechtingen und den Kreis Heidenheim kennengelernt. Sie unternahm auch Ausflüge nach Berlin, München und Stuttgart, wo sie einen zweiwöchigen Sprachkurs mitgemacht hat. Deutschland gefalle ihr sehr gut. Es sei viel organisierter als in ihrer Heimat. „Hier gibt es klare Regeln und jeder macht das, was man eben machen muss“, sagt sie. In Argentinien sei das nicht so.

Doch sie habe auch festgestellt, das sich die Deutschen manches von den Argentinien abgucken könnten, sagt Arroyo: „Hier machen sich alle viel zu viel Stress.“ Außerdem seien die Deutschen nicht so kontaktfreudig. „Ach ja, das Essen“, fügt sie hinzu.“ „Es könnte ruhig mal mehr Salz und Zucker dran sein“.

Die Zeit in Deutschland habe sie sehr jedoch genossen. In Argentinien geht nun ihr Alltagsleben weiter. Wie das genau aussieht weiß die junge Argentinierin noch nicht. „Vielleicht gehe ich studieren“, lässt sie vor ihrer Abreise wissen.

Lesen Sie jetzt die eZeitung schon ab 0,99 € / Monat
Die digitale 1:1-Ausgabe der Heidenheimer Zeitung steht Ihnen ab 4 Uhr morgens mit allen Nachrichten der Region zur Verfügung. » zum Angebot

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Der Leiter der HSB-Fechtabteilung Jochen Kassel ist plötzlich verstorben

Der plötzliche Tod des Abteilungsleiters Jochen Kassel erschüttert den HSB. Der frühere Prokurist der Landesgartenschau war seit fünf Jahren beruflich und ehrenamtlich fürs Fechten im Einsatz. weiter lesen

231GL