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Zöschingen feiert 25-jährige Verbindung mit Marigné-Peuton

Das Erste, was die Franzosen in Zöschingen gelernt haben, war, „ein Prosit der Gemütlichkeit“ zu singen – sagt Georg Holzheu. Mehr als 25 Jahre ist es her, dass die erste Abordnung aus Marigné-Peuton zum ersten Mal die kleinste Gemeinde im Landkreis Dillingen besuchte, just zu einem Faschingsball.

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25 Jahre Partnerschaft zwischen Marigné-Peuton und Zöschingen wurden am Wochenende gefeiert. Auf unserem Bild von links: Tobias Steinwinter, Philippe Bouvet, Sylvie Houdayer, Markus Ferber, Ingrid Krämmel, Georg Winter, Sylvia Budweiser und Norbert Schön.  Foto: 

„Der Fasching, das Singen und Schunkeln, das hat den Franzosen gefallen“, erinnert sich Holzheu, der 20 Jahre lang Chef des Partnerschaftskomitees war. Auch wenn die Verständigung schwierig war. „Es hat gleich gefunkt“. Im Jahr darauf folgte der erste Gegenbesuch der Zöschinger im 1047 Kilometer entfernten Marigné-Peuton. 1989 wurde dann die Partnerschaftsurkunde unterzeichnet.

25 Jahre nach dem ersten Funken ist aus der Verbindung zwischen Zöschingen und Marigné-Peuton, die auf eine Idee von Hermann Poppe zurückgeht, eine beständige Partnerschaft geworden. Das wurde jetzt bei den Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft in der Festhalle in Bachhagel sichtbar. 38 Franzosen waren dazu aus Frankreich angereist, waren 16 Stunden lang unterwegs, um die alten Freunde in Zöschingen wiederzusehen. Am Samstagvormittag blieb Zeit für gegenseitige Besuche, am Nachmittag hatten sie gemeinsam die Windräder besichtigt. Am Sonntag stand ein Ausflug nach Füssen an. Die Franzosen haben sich einen Ausflug auf den Tegelberg gewünscht. „Bei ihnen ist es ganz flach, deshalb mögen sie die Berge“, sagt Sylvia Budweiser, Vorsitzende des Partnerschaftskomitees.

Doch offiziell gefeiert wird die Freundschaft zwischen zwei Gemeinden aus Ländern, die sich einst als Gegner gegenüberstanden, am Tag nach den Gedenkfeiern zum D-Day mit einem großen Festabend. Freunde, die sich seit einem Vierteljahrhundert kennen, sitzen hier zusammen. „Diese Freundschaften sind der Kitt der Partnerschaft“, sagt Sylvia Budweiser in ihrer Rede. „Aber dieser Kitt muss auch immer wieder erneuert werden“. Deshalb gelte es, besonders die Jugend zu animieren, sich an Austauschen zu beteiligen. „Wir brauchen dringend wieder neue Verbindungen, um die Partnerschaft am Leben zu halten“.

Ähnlich sieht das auch Budweisers französische Kollegin Sylvie Houdayer. Eine weiße Leinwand habe 1989 vor den beiden Gemeinden gestanden. Als Ergebnis des Willens von einigen Menschen aus zwei Gemeinden, 1000 Kilometer voneinander entfernt. Aus der Skizze sei über die Jahre ein Meisterwerk geworden. „Heute sind wir die Maler einer gemeinsamen Zukunft“, ruft Houdayer den Anwesenden in ihrer Festrede zu. Die Farben des früheren Engagements gelte es wieder zu erneuern. Die Partnerschaft, sie solle, um beim Bild zu bleiben, nicht nur ein schönes, mit Staub bedecktes Museumsstück bleiben, sondern leben.

Wie wichtig lebendige Städtepartnerschaften für ein geeintes Europa sind, das betonte auch der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber, der sich als Fan von derartigen Verbindungen outete. Und ein besonders wichtiger Baustein Europas sei seit jeher die deutsch-französische Freundschaft. Sie gelte nicht zu Unrecht als Motor der europäischen Einigung. Ihre Glückwünsche zum Jubiläum sprachen daneben Ingrid Krämmel als Stellvertreterin des Landrats und der Landtagsabgeordnete Georg Winter aus, die beide auf die herausragende Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft für den Frieden in Europa verwiesen.

Und natürlich gab es auch Geschenke. So hatten die Franzosen um Bürgermeister Philippe Bouvet einen Ginkgobaum nach Zöschingen mitgebracht, der, wie der Rathauschef launig bemerkte, auch seinen Teil zur Steigerung der Geburtenrate beitragen könnte. Daneben lud er seinen Amtskollegen Tobias Steinwinter, von dem Bouvet ein Schild mit der Aufschrift Freistaat Bayern bekommen hatte, ein, im kommenden Jahr in Frankreich seine erste Rede auf Französisch zu halten.

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