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Zehn Ziele um den Wald zu schützen

Zehn Ziele für den Waldnaturschutz umfasst die neue Konzeption von Forst-BW, die hier jetzt Forstleuten vorgestellt wurde.

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Forstleute im unteren Brenztal in ungewöhnlicher Mission: Um die Bedeutung lichter Waldstrukturen zu erfahren, galt es, sich mit neuen Waldbewohnern anzufreunden und auch mal genau hinzuschauen, was so alles am Wegsaum fliegt.

Mit der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz hat das Land Baden-Württemberg ein Instrument entwickelt, das in Zukunft die Grundlage für alle naturschutzrelevanten Aspekte in der Waldwirtschaft von Forst-BW bildet. Im Rahmen einer Schulung mit anschließender Exkursion bekamen Heidenheimer Forstleute dieses Konzept vorgestellt.

Wälder spielen beim Schutz der biologischen Vielfalt eine unverzichtbare Rolle und haben deshalb auch innerhalb der Naturschutzstrategie Baden-Württemberg eine zentrale Funktion. Die se verfolgt das Ziel, den schleichenden Verlust der biologischen Vielfalt bis 2020 zu stoppen und eine positive Entwicklung bis 2050 zu erreichen. „Ein erster Schritt zu einer erfolgreichen Umsetzung besteht darin, das Wissen auf die Fläche zu bringen“, so Dr. Hans Untheim, Leiter des Fachbereiches Wald und Naturschutz im Landratsamt Heidenheim. In einer eintägigen Schulung wurden deshalb alle Mitarbeiter der Forst- und der Naturschutzverwaltung des Landkreises sowie der kommunalen Forstbetriebe in den Inhalten der Konzeption geschult.

Bei der Entwicklung der Gesamtkonzeption waren viele Experten aus unterschiedlichsten Fachgebieten involviert. Eine Online-Plattform bot allen Akteuren rund um das Thema Waldnaturschutz sowie der breiten Öffentlichkeit die Möglichkeit, mitzudiskutieren und eigene Vorschläge einzubringen. Als Ergebnis dieses Prozesses wurden zehn Ziele formuliert, die bis 2020 in Baden-Württemberg umgesetzt werden. Diese Ziele decken verschiedene Themenbereiche ab, wie „Lichte Wälder“, „Wälder nasser Standorte“, „Artenschutz“, „Prozessschutz“ oder „Forschung“.

„Nicht jedes der zehn Ziele ist für alle Landkreise gleichermaßen von Bedeutung“, erklärt Untheim. Die naturnahe Waldwirtschaft stehe schon seit vielen Jahren im Zentrum der Bemühungen. Deren bewährte Maßnahmen würden mit der neuen Gesamtkonzeption ergänzt. Dabei gelte es, die jeweiligen landschaftlichen Gegebenheiten und historischen Bedingungen zu berücksichtigen. Hier im Landkreis Heidenheim könne man insbesondere für das Ziel „lichte Waldbiotope“ einen wichtigen Beitrag leisten.“ In Verbindung mit den Heiden und Kalkmagerrasen der Region seien vielfach auch in den angrenzenden Wäldern naturschutzfachlich sehr wertvolle Strukturen vorhanden. Schon heute werde dieses Ziel mit der Pflege von Waldrändern oder Hutewäldern wie dem Knill bei Steinheim umgesetzt.

Neben dem seit 2009 erfolgreich umgesetzten Alt- und Totholzkonzept schaffe man mit dem neuen Konzept gezielt Lebensraum auch für die Arten, die auf lichte und helle Waldstrukturen angewiesen sind. Ein besonderes Bespiel dafür ist dem Kreisforstchef zufolge das Wald-Wiesenvöglein, ein Schmetterling, der nur noch in zwei Landkreisen Baden-Württembergs vorkomme und lichte, feuchte Waldlichtungen zum Überleben benötige.

Bei der Exkursion im Sontheimer Forstrevier stellte Untheim gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Forst und Naturschutz sowie dem Landschaftserhaltungsverband das Konzept in der Praxis vor. Am Beispiel des frisch reaktivierten Hutewaldes Stockert im Lonetal wie auch an „ganz normalen“ Sturmwurflöchern oder an Wege- und Waldrändern wurden die Bedeutung und Umsetzung des Ziels „lichte Wälder“ veranschaulicht. Durch den Erhalt und die gezielte Pflege solcher Strukturen könne die Existenz der darauf angewiesenen Arten, insbesondere seltener Reptilien sowie einer Vielzahl von Insekten und der gesamten darauf basierende Nahrungskette, insbesondere Fledermäuse und Vögel, auf Dauer gesichert werden.

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Kommentare

12.07.2016 15:38 Uhr

Leichtathletik-EM

Es ist schon schlimm mit den Sportberichten am Montag.
4 seiten Fußball-EM. Je eine halbe Seite Tennis und Formel 1.
Über Leichtathletik - EM nur in Zusammenhang der Ankündigung der Kugelstoß-Veranstaltung in Biberach in Postkartengröße erwähnt. Sonst nur eine fade Ergebnisliste. Großartige Leistungen der Leichtathleten und auch Turner sind nicht gefragt! Traurig aber war.

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