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Windkraft-Ausgleich für die Natur: Dischingen will an Fördergelder kommen

Die Stiftung Naturschutzfonds unterstützt Vorhaben im Land. Mit einem Biotopvernetzungskonzept will Dischingen hier zum Zug kommen.

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Der Bau der Windkraftanlagen am Ohrberg kann sich durchaus auch für die Pflege der Natur auszahlen. Im Zusammenhang mit dem Anlagenbau leisteten die Betreiber Ausgleichszahlungen an die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg. Aufgabe dieses Fonds wiederum ist es, Vorhaben von überregionaler Bedeutung zu fördern. Damit nun die durch bestehende oder künftige Windräder betroffenen Kommunen Dischingen, Nattheim und Heidenheim ebenfalls in den Genuss der Fördergelder für Naturschutzprojekte kommen können, hat das Landratsamt ein Biotopvernetzungskonzept in Auftrag gegeben, das auch übergeordnete Ziele erfüllt und als Antragsgrundlage dienen kann.

In der Sitzung des Gemeinderats stellte Diplom-Geografin Regina Zeeb vom für die Härtsfeldgemeinde tätigen Büro Zeeb und Partner aus Ulm Maßnahmen auf Dischinger Markung vor, für die nun finanzielle Unterstützung beantragt werden soll. Im Biotopverbund geht es um Sicherung, Wiederherstellung und Entwicklung heimischer Arten, Artengemeinschaften und Lebensräume sowie ökologischer Wechselbeziehungen in der Landschaft. Für Dischingen sei an Pflegearbeiten bei Grün- und forstwirtschaftlichen Flächen – Magerrasen und verbuschte Heidestandorte – sowie Felsbereiche gedacht, so Regina Zeeb. Zur Verbesserung des Schaftriebs solle der Wald an bestimmten stellen im Gemeindegebiet aufgelichtet werden.

90 Prozent Förderung

Es handele sich um kommunale und private Flächen, für deren Pflege die Gemeinde zuständig ist, so Zeeb. Landwirtschaftliche Flächen würden nicht dazu gehören. viele Bereiche seien zugewachsen und müssten freigelegt werden. Für diese Erstpflege könne Dischingen eine Förderung von 90 Prozent bekommen. Bei einem für die drei Kommunen bereitstehenden Etat von 290 000 Euro einschließlich Planung habe man mehr Vorhaben aufgenommen, als Gelder vorhanden sind, da bei der Genehmigung mit einem „gewissen Schwund“ zu rechnen sei. So umfasst der Antrag 16 konkrete Aufgaben auf Markung Dischingen mit einem Volumen von 335 438 Euro.

„Der Schwerpunkt der Maßnahmen soll auf Dischingen liegen, da hier schon Windkraftanlagen stehen“, so die Geografin. Die anderen beiden Kommunen seien noch nicht so weit. Aktuell sei zu erfahren gewesen, dass für die Härtsfeldgemeinde Vorhaben für etwa 178 000 Euro priorisiert würden. So läge der Eigenanteil der Gemeinde an den Kosten bei etwa 17 000 Euro. 150 000 bis 170 000 Euro seien zu erwarten. Diese Summe gehe aber nicht nur an die Gemeinde, sondern auch an den Wasserverband Egau, die Waldgemeinschaft und Privatpersonen. Außerdem könnten noch finanzielle Zuschussmittel aus dem Landespflegeprogramm für die dauerhafte weitere Pflege der Flächen beantragt werden.

Bürgermeister Alfons Jakl berichtete dem Gemeinderat, dass man beim Versuch, Flächen zu erwerben, teils erfolgreich, teils nicht erfolgreich gewesen sei. Gemeinderat Stefan Kragler erwähnte, dass es in Demmingen schon voriges Jahr den Wunsch gegeben habe, auf Flächen Holz abschlagen zu dürfen. Dies sei aus Größengründen abgelehnt worden. Jetzt werde das Ganze über den Biotopvernetzungsplan gefördert. Für ihn ergebe sich so die Frage, ob man jetzt auch so abschlagen dürfe.

Mitwirkung freiwillig

Georg Wörner betonte, dass man das alles gern machen könne, „aber nicht auf Kosten der Landwirtschaft“. Er komme mit dem Begriff „Vernetzung“ hier nicht klar. Regina Zeeb antwortete, dass kein durchgehendes Band von Flächen vorgesehen sei. Vielmehr handele es sich um Flächen, die sich trotz Abständen ökologisch selbst vernetzen sollen. Außerdem sei die Mitwirkung am Biotopvernetzungkonzept freiwillig.

Für die Verwaltung erläuterte Bernd Schweda, dass es auch ein Gedanke sei, die Flächen durch Tierbeweidung freihalten und den Pflegeaufwand so reduzieren zu können. Gemeinderat Michael Raunecker erkundigte sich, wer die Umsetzung der Erstarbeiten ausführe: „Bauhof oder Waldarbeiter?“ Diese erste Pflege müsse ausgeschrieben werden, sagte die Geografin. „Für den Bauhof ist das nicht machbar.“

Das Gremium nahm dann einhellig Kenntnis vom vorgestellten Konzept und stimmte der Beantragung der Fördergelder durch die Verwaltung zu. „Der Gemeindeanteil an den Kosten wird in den Haushalt 2018 eingestellt“, fügte der Bürgermeister an.

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