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Minus-Zahlen: Vorsitzende Anita Miller mit großer Mehrheit abgewählt

Nach der Hauptversammlung steht das Familienzentrum vor einer Neuausrichtung. Strittig waren die Ursachen der Minus-Zahlen.

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Vor eineinhalb Jahren wurde das 20-jährige Bestehen des Familienzentrums noch groß gefeiert. Inzwischen ist Anita Miller (links) als Vorsitzende abgewählt und der Gast Johannes Schmalzl als Regierungspräsident in Stuttgart entlassen.  Foto: 

Seit 2004 war Anita Miller Vorsitzende des Familien- und Kommunikationszentrums. Sie ist es nicht mehr. Bei der Hauptversammlung des Vereins wurde die 70-Jährige abgewählt. Von den 16 anwesenden Mitglieder stimmten bei der turnusgemäßen Wahl elf mit Nein und nur zwei mit Ja. Einzig verbliebenes Mitglied im Vorstand ist damit Millers Stellvertreterin Bianka Modjesch. Diese ist noch bis Februar 2018 im Amt.

Land unter also im Treffpunkt Kloster? Silvia Bauer, die einzige hauptamtlich tätige Fachkraft, bleibt trotz des abrupten Endes der Ära Miller positiv gestimmt. „Es gibt schon welche, die bei einem Neuanfang mitmachen würden“, ist die Sozialarbeiterin zuversichtlich. Und sie glaubt auch daran, dass sich bis Frühjahr Bewerber um den Vorsitz finden werden.

Bruch nicht überraschend

Der Bruch mit Miller, die den Verein vor über 20 Jahren mit gegründet hat, kam nicht gänzlich überraschend. Unruhe gab es schon seit Monaten. Erstmals in seiner Geschichte hatte der Verein 2016 rote Zahlen in den Büchern stehen. Es fehlten 9000 Euro. In der Auseinandersetzung über die Ursache hatte im März 2017 die Kassierin ihr Mandat niedergelegt.

Für Miller, die auch im Landesverband Mütter- und Familienzentren tätig ist, war die von Personalkosten hervorgerufene Insolvenz eines Familienzentrums in Stuttgart das Alarmsignal für das Herbrechtinger Haus gewesen. „Ich musste mit Entsetzen feststellen, dass wir auf eine ähnliche Situation hinsteuern.“

Wer trägt die Schuld?

Die Mehrheit der Mitgliederversammlung sah die Ursache für das Finanzloch aber nicht in den Personalkosten, sondern in „Alleingängen“ der Vorsitzenden. Bis vor zwei Jahren seien alle Entscheidungen noch im Team getroffen worden, seither habe es keine Vorstandssitzung im engeren Sinne mehr gegeben, heißt es an einer Stelle im Sitzungsprotokoll.

Millers Plan, an der Langen Straße eine Gruppe zur Betreuung von Kindern außerhalb der Öffnungszeiten der Kitas (Tiger) einzurichten und die angemietete Wohnung auch zu einem Generationen übergreifenden Treffpunkt zu machen, hat aus Bauers Sicht den Verein überfordert. Für sie hat im Wesentlichen dieser Fehlschlag den Verein in die Minus-Zahlen geführt.

Die Stadt hat bisher dem Verein jährlich gut 25.000 Euro als Zuschuss zur Verfügung gestellt und will dies auch 2018 tun. Miller wie Bauer haben sich nach der Hauptversammlung deswegen mit der Verwaltung deswegen in Verbindung gesetzt.

180 Mitglieder zählt der Verein. Neben Bauer als hauptamtlicher Kraft sind es eine Handvoll Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis, etliche Ehrenamtliche und weitere Fachkräfte, die für Honorar im Treffpunkt Kloster zweimal im Jahr ein Programm ermöglichen.

Jahresabschluss folgt in Kürze

Miller verweist darauf, dass in Kürze der Jahresabschluss 2017 vorliegen werde, zu dessen Erstellung eigens eine Fachkraft eingestellt worden sei. „Auf dieser Basis muss eine Fortführung des Familenzentrums diskutiert werden. Gerne ohne mich als Vorsitzende.“ Bauer und Modjesch gehen davon aus, dass auch Impulse aus der Reihe der Mitglieder kommen werden.

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