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Vertriebene am Beispiel der Neudorfer gewürdigt

Die schlechte Nachricht zu Anfang: Seit dem letzten Heimattreffen der Heimatortsgemeinschaft Neudorf – Batschko Novo Selo vor zwei Jahren sind über 40 Landsleute gestorben. „Wir werden immer weniger,“ klagte der Vorsitzende, Edi Prager, in seiner Begrüßung der 170 Festbesucher.

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Diesem alle zwei Jahre in Steinheim stattfindenden Ortstreffen ging in der katholischen Heilig-Geist-Kirche ein von Pater Georg Mathei zelebrierter Festgottesdienst voraus. Ihm schloss sich auf dem Friedhof eine allseits bewegende Gedenkstunde für die Gestorbenen in der alten bzw. in der neuen Heimat an.

Derweil wurde hinter der Albuchhalle auf offenem Feuer die Fischsuppe zubereitet. Auch andere Leckereien standen auf der Speisekarte beim anschließenden Mittagessen.

Edi Prager freute sich am Nachmittag in seiner Festrede, dass erstmals Neudorfer auf den Albuch gekommen waren, die an den vorangegangenen 16 Heimatfesten nicht hatten dabei sein können. Darunter war auch eine Delegation der Feuerwehr Novoselo, die Steinheims Feuerwehr vier Tage zu Besuch hatte. Für diese und andere Gäste bestand die Möglichkeit, die Neudorfer Heimatstube im Klosterhof zu besuchen.

Als besonderer Gast wurde Altbürgermeister Dieter Eisele beim Heimattreffen begrüßt. Als Patenonkel der vertriebenen Weindorfer, Neudorfer und der Kroisbächer habe Eisele kein einziges Ortstreffen versäumt, lobte Prager. Angesichts der schwindenden Besucherzahlen stellte Prager sich und den Zuhörern die Frage: „Wie soll das bloß weitergehen?“ Als die Neudorfer ihre ersten Treffen in der neuen Heimat ausrichteten, drängten sich in der Albuchhalle über Tausend Menschen. Es gab am Pfingstsamstag starken Beifall, als Edi Prager ausrief: „So lange ich euer Vorsitzender bin und ihr auch kommt, werden wir weiter solche Feste feiern.“ Vermutlich dann in viel kleinerem Rahmen oder aber zusammen mit den Kroisbächern und Steinheimern in Form eines Heimattages oder Heimatfestes.

Bürgermeister Olaf Bernauer hieß die Neudorfer aus nah und fern willkommen, würdigte die Vertriebenen als Brückenbauer zwischen der alten und der neuen Heimat und dankte für alle Aufbauleistung und für den Einsatz bei der Völkerverständigung und Aussöhnung. Auf diese Weise konnten viele Freundschaften entstehen und Wunden geheilt werden.

Edi Prager dankte dem Heimatverein Steinheim, der zu diesem Fest eine Spende überreicht hatte. Schriftführer Karl-Heinz Prager überraschte den Vorsitzenden Edi Prager und Stefan Rimpf mit einer besonderen Ehrung: Diese beiden wurden ob ihrer Verdienste um das Heimattreffen zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Die Original Philister-Kapelle unter Thomas Stadtmüller spielten danach bis zur vorgerückten Stunde auf. Es wurde getanzt und gelacht und lange gefeiert. Und viel zu erzählen hatte man sich auch.

 

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