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Unsicheres AKW Gundremmingen? Bürger klagen gegen Freistaat Bayern

Weil sie die Sicherheit in Gefahr sehen, wollen Anwohner und Greenpeace eine Stilllegung erwirken.

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Die Kläger sehen unter anderem Defizite in der baulichen Lage sowie bei der Kühlung der Abklingbecken im AKW Gundremmingen.  Foto: 

Zwei Privatpersonen, deren Wohnhäuser in der Nähe des Atomkraftwerks Gundremmingen stehen, haben am Mittwoch gemeinsam mit Anwälten der Umweltorganisation Greenpeace Klage vor dem Münchner Verwaltungsgericht gegen den Freistaat Bayern eingereicht (Hier geht’s zur Klageschrift). Sie wollen erwirken, dass dieser die Betriebsgenehmigung für das Atomkraftwerk Gundremmingen widerruft.

Viele Mängel, die die Sicherheit beeinträchtigen

Als Anlass für die Klage sehen die Kläger die Ergebnisse „neuer Studien“, die belegen würden, dass Störfälle nicht sicher beherrscht werden können. Konkret in der Klageschrift genannt werden Mängel an der Bodenschweißnaht des Reaktordruckbehälters, fehlende Sicherheitsnachweise für die Nach- und Notkühlsysteme sowie mangelnde Erdbebensicherheit. Darüber hinaus kritisieren die Kläger die bauliche Lage sowie die Kühlung des Abklingbeckens. Auch in der Schrift genannt werden Gefahren durch terroristische Angriffe, denen die Anlagen nicht standhalten würden.

Wie Greenpeace in Zusammenhang mit der Klage betont, sei eine Nachrüstung nicht geeignet, um die genannten Mängel zu beheben. Einzig durch eine Stilllegung könnten die Gefahren ausgeschlossen werden. Für „absurd“ hält man bei Greenpeace zudem die Tatsache, dass einer der baugleichen Blöcke zu Jahresende abgeschaltet werde, während der andere noch bis 2021 weiterlaufe. „Sämtliche Risiken gelten für beide Blöcke gleichermaßen“, so ein Greenpeace-Mitglied.

AKW-Betreiber will Klage prüfen

Der Kraftwerksbetreiber betont demgegenüber wiederholt, dass man alle Sicherheitsauflagen erfülle und diese durch die Landesaufsichtsbehörden überprüft würden. Zur jüngsten Klage äußerte der Betreiber gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, dass man die Klage prüfen und Stellung beziehen werde, sofern das Gericht dies verlange.

Produktionspanne bei Brennstäben

Erst vergangene Woche war das AKW Gundremmingen in den Fokus zahlreicher Berichte geraten, weil dort zwei Brennelemente im Einsatz sind, die nicht den Qualitätsstandards entsprechen. Der französische Brennelementeherstelle Areva hatte bei der Produktion Fehler gemacht und diese eingestanden. Das Schweizer Kraftwerk Leibstadt musste infolge dessen sogar vom Netz genommen werden. Dort waren sechs fehlerhafte Elemente verwendet worden.

Atomkritische Gruppen sowie die bayerischen Landtagsgrünen hatten daraufhin gefordert, auch das Kraftwerk in Gundremmingen herunterzufahren. Dies lehnen der Betreiber und der Freistaat Bayern ausdrücklich ab.

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Das Atomkraftwerk Gundremmingen

Erbaut wurde das Atomkraftwerk Gundremmingen 1976. Seit 1984 ist es in Betrieb. Jedes Jahr kommt es zu mehreren Ausfällen. Dennoch bleibt Gundremmingen am Netz und liefert weiterhin jährlich rund 21 Milliarden Kilowattstunden Strom.

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