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Ultra-Wiesn-Fan: Claudia Staudenecker will jeden Tag aufs Oktoberfest

Claudia Staudenecker aus Bachhagel ist so etwas wie ein Ultra-Wiesn-Fan. Letztes Jahr war sie an 13 von 16 Festtagen dort. Dieses Jahr will sie sogar jeden Tag hin. Und das ganz ohne Bier.

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Jeden Tag aufs Oktoberfest?! Wie verrückt muss man sein? Wie viel Kondition muss man haben? Vor allem: Ohne dabei Alkohol zu trinken?! Wer Claudia Staudenecker vergangene Woche diese Fragen stellte, bekam ein Grinsen zur Antwort. Genau genommen: ein Grinsen voller Vorfreude, denn ab heute ist es wieder soweit. In München wird ozapft. Und damit beginnen für Staudenecker „die schönsten zwei Wochen des Jahres“, wie sie sagt. Seit rund 20 Jahren ist sie Wiesn-Fan. Anfangs ging sie nur am Wochenende. Dann wurden es immer mehr Tage am Stück.

12 Dirndl im Schrank

Zwölf Dirndl hängen mittlerweile auf einer Kleiderstange in ihrer Wohnung, frisch aufgebügelt und bereit, ab heute getragen zu werden. Der Urlaub während der zwei Wiesn-Wochen ist lange im Voraus beantragt und fest eingebucht. Mindestens zehn mal während der zweiwöchigen Festsaison geht Staudenecker inzwischen jedes Jahr aufs Oktoberfest. Letztes Jahr waren es sogar 13 Tage. Heuer will sie erstmals jeden Tag dort sein.

Staudenecker ist damit nicht mehr nur einfacher Wiesnfan – nein, sie ist Wiederholungstäter, sie ist Stammgast. Das Personal kennt sie und sie das Personal. Auch die Wiesnprominenz kennt sie und sie die Wiesnprominenz. Da wäre zum Beispiel der „Wiesnschurli“, ein Österreicher namens Georg Mayrhofer, der ebenfalls jeden Tag auf dem Oktoberfest ist – und das seit 30 Jahren. Er ist inzwischen eine Berühmtheit in der Szene. Staudenecker trifft ihn auf der Wiesn fast jeden Tag.

Und manchmal, da sprechen sich die beiden ab was sie anziehen, damit sie sogar farblich zueinander passen. Damit aber nicht genug: Staudenecker dreht jeden Tag eine Runde über das ganze Fest. Jedes Zelt wird besucht, im Laufe der zwei Wochen sogar jeder Stand mit Herzchen, Souvenirs und Leckereien abgeklappert. „Ich weiß genau, wo es die Schokobananen 50 Cent günstiger gibt“, sagt sie dazu lachend. Nur die Fahrgeschäfte, die lässt sie aus.

Wiesn ja, Alkohol nein

Zum Ausklang des Tages kehrt sie stets im großen Weinzelt ein, genauer: an der dortigen Bar. Und auch dort kennt man sich, na klar. Dort gibt es gegen 1 Uhr dann die letzte Cola des Tages, bevor es mit dem Auto zurück nach Bachhagel geht.

Wiesn und Alkohol, das wird bei Staudenecker übrigens strikt getrennt. „Ich kann auch nüchtern Spaß haben“, erklärt sie. Und sogar sitzend, während alle anderen um sie herum stehen und tanzen. Das übliche Festzeltritual, bei dem auf den Bierbänken getanzt wird, lässt Staudenecker nämlich inzwischen aus - wegen der Bandscheiben. Ansonsten aber macht ihr in Sachen Durchhaltevermögen kaum jemand etwas vor.

Ist es zu kalt, zieht sie Leggings unters Dirndl. Kommt sie um halb vier nachts nach Hause, geht sie nicht ins Bett, bevor die Fotos des Tages nicht auf Facebook hochgeladen sind. Am nächsten Tag steht sie früh auf, um rechtzeitig vor Mittag wieder auf der Wiesn zu sein. Und ist ein Zelt wegen Überfüllung geschlossen, findet Staudenecker immer noch einen Weg hinein ins Innere.

Bierpreis ist angemessen

Die jährlichen Diskussionen um den Bierpreis und die Sicherheit lassen sie außerdem kalt: „Ich fühle mich total sicher auf der Wiesn, die Polizei macht einen super Job dort“, sagt sie. Und Beschwerden über zu teures Bier tut sie ebenfalls ab: „Da trinkt man das beste Bier der Welt am besten Ort der Welt und beschwert sich dann wegen ein paar Euro?!“

A propos Euro: Die vielen Fest-Besuche kosten Staudenecker übrigens kaum Geld. Denn bei ihren Fahrten nach München nimmt sie immer Gleichgesinnte mit, die ihr „a bisserl was“ für den Sprit geben. Und in den Zelten werde sie durchgehend eingeladen. „Ich kann gar nicht so viel Cola trinken, wie mir ausgegeben wird“, sagt sie. „Die Leute, vor allem die Männer, sind halt einfach verrückt auf der Wiesn“, sagt sie und grinst einmal mehr - und wohl nicht zum letzten Mal in den kommenden zwei Wochen.

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