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Tausende besuchen Königsbronner Denkmäler

Der Tag des offenen Denkmals wurde in Königsbronn bereits am Samstagabend eröffnet. Erstmals wurde das Lange Haus der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit von der Partie bei der Feierstunde: Rolf-Dieter Blumer vom Landesdenkmalamt.

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Für Bürgermeister Michael Stütz ist das ein Indiz dafür, dass die Arbeiten vor Ort an höherer Stelle mit Interesse verfolgt werden.

In seiner Eröffnungsrede im Langen Haus gab Stütz am Samstagabend zu, dass ihn dieses historische Gebäude bereits seit den Anfangstagen als Schultes vor über 20 Jahren alptraumhaft verfolge. Lange habe er sich heimlich mit dem Gedanken beschäftigt, wie man wohl für den Königsbronner „Schandfleck“ eine Abbruchgenehmigung bekommen könnte.

Doch es kam anders. Der Königsbronner Kulturverein hatte sich zum Ziel gesetzt, die historischen Gebäude nicht länger dem Verfall auszusetzen, sondern diese zu restaurieren. In der Gemeinde setzte sich daraufhin ein umfangreiches, zu einem Großteil von Ehrenamtlichen geschultertes Bauprogramm in Szene, das bis heute fortdauert.

Große Vision: Aus dem Haus ein Museum machen

Es war Ulrich Knöller, der Vorsitzende des Kulturvereins, der mit einer großen Vision ums Eck kam, nämlich derjenigen, aus dem Langen Haus ein Industriemuseum zu machen. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer krempelten die Ärmel hoch und machten sich ans Werk, das jetzt pünktlich zum Tag des offenen Denkmals der Öffentlichkeit zugänglich werden konnte.

Knöller war von Anfang an Feuer und Flamme für seine Vision. Stütz war dabei nicht immer wohl zumute. Er dämpfte den Enthusiasmus mit einem Liedchen, das in der Brenztopfgemeinde sozusagen seit Urzeiten der Schlager Nummer eins ist: „Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?“ Doch Knöller erhielt unerwartet Unterstützung vom Landesdenkmalamt in Gestalt von Rolf-Dieter Blumer, einem Fachmann für Restauration und Metallgeschichte.

Geld hatte Blumer leider auch keines im Gepäck. Dafür aber eine kleine wissenschaftliche Sensation, die seit ihrem Bekanntwerden die Energien in Königsbronn zusätzlich beflügelt hat: „Königsbronn ist noch vor Essen im Ruhrgebiet der Ort, an dem die Industriegeschichte Deutschlands begann.“ Das hat gesessen. Denn die logische Folgerung daraus ist: An welchem Ort sollte ein Museum für Eisenverhüttung und Industriegeschichte eingerichtet werden, wenn nicht eben dort?

Vom historischen Flammofen bis zur Feilenschleiferei

Dass die Gemeinde industriegeschichtlich einiges zu bieten hat, davon konnten sich am Wochenende wiederum zahlreiche Besucher überzeugen. Vom historischen Flammofen der ehemaligen Schwäbischen Hüttenwerke führte der Weg über das Lange Haus in den Klosterhof. Das Torbogenmuseum hatte seine Pforten geöffnet. Im Kannenmuseum gab es Kaffee und Kuchen, in der Alten Pfisterei Speisen und Getränke.

Solchermaßen gestärkt konnten sich die Besucher aufmachen zu einer Führung durch die Feilenschleiferei. Auch Hammerschmiede und Georg-Elser-Museum hatten geöffnet. Im Rathaus gab es eine Ausstellung mit Photographien Klaus-Peter Preußgers zum Thema Brenzursprung zu sehen. Die Gemeinde jedenfalls ist ihrer Vision von einem Industriemuseum im Langen Haus am Tag des offenen Denkmals wieder ein kleines Stück nähergekommen. Und steter Tropfen höhlt bekanntlich jeden Stein. Wo sollte man dies besser wissen, als am Brenzursprung?

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