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Bernauers Rückzug und wie man in Steinheim darauf reagiert

In Steinheim wird es keine vorgezogene Bürgermeisterwahl geben: Amtsinhaber Bernauer will nun doch nicht Heidenheims Erster Beigeordneter werden.

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Ende November war die Nachricht im Kreis Heidenheim eingeschlagen wie eine Bombe: Steinheims Bürgermeister Olaf Bernauer kündigte seine Kandidatur für das Amt des Ersten Beigeordneten im benachbarten Heidenheim an. Am Donnerstag platzte nun die zweite große Bombe: Der 52-Jährige wird der Gemeinde Steinheim doch nicht den Rücken kehren. Er hat seine Kandidatur für die am 25. Januar anstehende Wahl zurückgezogen.

Netzwerk nicht tragfähig genug

Wie Bernauer in einer schriftlichen Presseerklärung mitteilt, habe sich sein eigenes Netzwerk zwar als durchaus stabil erwiesen – aber nicht als „tragfähig genug, um den notwendigen breiten Rückhalt zu gewährleisten, den ich für den Erfolg meiner Kandidatur benötige“.

Dabei galt es zu Anfang des Bewerbungszeitraums als sehr wahrscheinlich, dass der Heidenheimer Gemeinderat – er stimmt in geheimer Wahl über die Neubesetzung der Beigeordnetenstelle ab – den ortskundigen und zudem parteilosen Bernauer zum Nachfolger des derzeit amtierenden Rainer Domberg bestimmen würde.

So hatte etwa der Heidenheimer SPD-Chef Rudi Neidlein geäußert, man sei guter Dinge, was die erfolgreiche Wahl Bernauers betrifft. Außerdem war klar, dass sich der Steinheimer Rathauschef gar nicht erst zu einer Kandidatur entschlossen hätte, wenn er sich bei der Wahl zum Ersten Beigeordneten keine große Chancen ausgerechnet hätte.

Diese Chancen sah der Steinheimer Rathauschef nun aber ganz offenbar geschwunden: Von anfangs sieben Bewerbern steht dem Heidenheimer Gemeinderat jetzt nur noch eine einzige Kandidatin zur Verfügung. Und zwar die 57-jährige Simone Maiwald, die nach mehreren beruflichen Stationen seit 2013 das Kulturamt in der 84 000 Einwohner zählenden hessischen Stadt Gießen leitet.

BM-Wahl Ende des Jahres

Für Bernauer, der gestern nicht für weitere Gespräche zur Verfügung stand, dürfte die Kandidatur bzw. deren Rücknahme eine recht bittere berufliche Erfahrung darstellen. Für seine Gemeinde Steinheim bringt das vorzeitige Ausscheiden des 52-Jährigen aber auch etwas Gutes mit sich.

Schließlich steht damit jetzt fest, dass die Albuchgemeinde nun auf eine vorgezogene Bürgermeisterwahl im bevorstehenden Frühjahr verzichten kann. Bürgermeister Olaf Bernauer bleibt, wo er ist – mindestens bis zur Ende des Jahres turnusgemäß anstehenden Wahl. Zunächst einmal, so schreibt Bernauer in seiner Presseerklärung weiter, wolle er „weiterhin und mit aller Kraft meine Aufgabe als Bürgermeister in Steinheim“ ausfüllen.

Dieses Amt aufzugeben, so hatte der 52-Jährige schon bei Bekanntwerden seiner Kandidatur erklärt, falle ihm alles andere als leicht, habe ihm die Arbeit im Steinheimer Rathaus doch immer viel Spaß gemacht.

Nachdem man aus Reihen der Heidenheimer SPD auf ihn zugetreten war, habe er daher zunächst einmal „sehr lange darüber nachgedacht“, ob er den Chefsessel in der 8600-Einwohner-Gemeinde tatsächlich aufgeben soll oder nicht. Letztendlich hatte Olaf Bernauer sich dann für die Kandidatur in Heidenheim und den damit verbundenen Aufstieg auf der Karriereleiter entschieden.

In Steinheim habe er in den vergangenen sieben Jahren seiner Amtszeit vieles vorangebracht. „Es reizt aber schon auch, etwas in den Dimensionen der Stadt Heidenheim zu erreichen“, hatte Bernauer seine Kandidatur im November begründet. Das Aufgabenfeld des Amtsinhabers Rainer Domberg – Sicherheit, Ordnung, Feuerwehr, Städtische Betriebe, Bildung – gefalle ihm durchaus gut. „Das sind alles genau meine Themen.“

Die Überraschung war groß

In Bernauers Steinheimer Umfeld wird die Nachricht von dessen Rückzug wohl positiv aufgenommen werden. Die Ankündigung vom geplanten Weggang des Rathauschefs jedenfalls war im November von allen Seiten stark bedauert worden. „Sehr schade“, hieß es von der CDU-Fraktion.

„Sehr überrascht“, lautete die Reaktion der Fraktion Arbeitnehmerblock und der Freien Wählervereinigung. Die Zusammenarbeit mit dem 52-Jährigen habe man stets als sehr positiv empfunden, so die Schilderung der Gemeinderäte.

Außerdem hatte man fest mit einer erneuten Kandidatur Bernauers bei der Steinheimer Bürgermeisterwahl Ende des Jahres 2018 gerechnet. Bernauer sei ja erst vor sieben Jahren Rathauschef gewählt worden, hieß es damals von Guido Rieberger, dem Vorsitzenden der Steinheimer CDU-Fraktion. 2010 war das: Bernauer hatte sich mit 55,7 Prozent der Stimmen im zweiten Wahlgang gegen Amtsinhaber Rainer Schaller durchgesetzt.

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