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AKW: Zum 2. Mal neue Brennelemente - nur um Steuern zu sparen

Um Steuern zu sparen, werden in einem Gundremminger Reaktor dieses Jahr einmal häufiger Brennelemente gewechselt als üblich.

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Über den Jahreswechsel 206/17 wird aus dem linken Kühlturm kein Wasserdampf aufsteigen, denn in Block C steht ein Brennelementwechsel an – der zweite dieses Jahr.  Foto: 

Normalerweise werden die Reaktoren in Gundremmingen je einmal pro Jahr mit frischen Brennelementen bestückt. Bei Block C wird dieses Jahr zweimal frischer Brennstoff eingesetzt. Der Grund: Ab Ende 2016 fällt die Kernbrennstoffsteuer weg, die auf neu eingesetzte Spaltelemente erhoben wird. Der Reaktor von Block C wird daher am 28. Dezember erneut geöffnet, um ihn neu zu bestücken. Der letzte turnusgemäße Wechsel hatte erst Ende August stattgefunden.

Für Raimund Kamm, Vorsitzender der Initiative „Forum – Gemeinsam gegen das Zwischenlager“, ein unerhörter Vorgang. RWE und Eon hätten mit ihrer „Lobbymacht“ durchgesetzt, dass die 2011 eingeführte Steuer abgeschafft werde und sich die AKW-Betreiber somit ihrer Verantwortung für „hunderte Millionen der von ihnen verursachten Kosten entziehen“.

AKW-Sprecher: „keinerlei Gefahr“

Obendrein würden durch den Brennelementwechsel zusätzlich radioaktive Belastungen entstehen, radioaktive Gase frei würden, die später über die Abluft an die Umwelt gelangen, so Kamm.

Aufseiten des AKW-Betreibers hält man dagegen: Ja, der Grund für den erneuten Brennelementwechsel Ende Dezember liege zwar in der Steuerfrage begründet, so AKW-Sprecher Tobias Schmidt. Die Steuer sei jedoch bereits bei ihrer Einführung zeitlich befristet gewesen, so der Sprecher. Der zusätzliche Brennelementwechsel sei vonseiten des Kraftwerksbetreibers zudem im März angekündigt worden – und er berge keinerlei Gefahr im Hinblick auf die Freisetzung von Radioaktivität.

Auch auf den Vorwurf, man entziehe sich der Verantwortung reagiert Schmidt: „Herr Kamm vertritt als Lobbyist den Bundesverband Windenergie in Bayern und steht damit auch für den Zweig der Stromerzeugung, der von einer jetzt erneut steigenden Umlagefinanzierung profitiert. Wir hingegen produzieren unseren Strom unter Marktbedingungen“, so der Kraftwerkssprecher. Obendrein habe man seit 2011 für die beiden Gundremminger Reaktoren „deutlich mehr als eine Milliarde Euro“ Kernbrennstoffsteuer abgeführt.

Wenn Ende Dezember frische Spaltelemente in Block C eingesetzt werden, dann wird zugleich eine Reparatur stattfinden: Ende September war eine von acht Kühlmittelwälzpumpen nach einem Defekt außer Betrieb genommen. Block C läuft seither mit einer um rund 100 Megawatt verringerten Leistung. Des Weiteren wurde Ende September ein Brennelementdefekt im Reaktor festgestellt. Eine Meldepflicht für beide Ereignisse besteht laut Betreiber nicht. Die Behörden seien aber informiert worden.

Mehr zum AKW Gundremmingen lesen Sie hier.

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