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Österreichische Firma kauft Röhm in Sontheim

Der Spannzeughersteller mit Sitz in Sontheim ist an eine österreichische Holding verkauft. Vorausgesetzt die Kartellbehörde stimmt zu.

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Neuanfang für die Mitarbeiter der Röhm GmbH? Das Unternehmen ist nun aller Voraussicht nach verkauft.  Foto: 

Zuletzt waren aus dem Hause Röhm keine allzu guten Nachrichten zu vernehmen. Finanzielle Schwierigkeiten hatten den Spanntechnik-Spezialisten, der allein in Sontheim rund 900 Mitarbeiter beschäftigt, in Bedrängnis gebracht. Ein Restrukturierungsberater wurde daher eingeschaltet, ein Sanierungskonzept entworfen. Jetzt haben die Mühen offenbar zu einem Ergebnis geführt: Die österreichische Dr.-Helmut-Rothenberger-Holding GmbH hat das Unternehmen nach erfolgreichem Bieterprozess gekauft. Das bestätigten am Mittwoch Sprecher beider Firmen.

Zustimmung der Kartellbehörde fehlt noch

Zu 100 Prozent unter Dach und Fach ist der Verkauf allerdings noch nicht. Man warte nach der Unterzeichnung der Verträge in der vergangenen Woche noch auf die Freigabe durch die Kartellbehörde, erklärt Gerhard Glanz, derzeit als Berater der Holding in Sontheim tätig. Mit der Entscheidung der Wettbewerbshüter rechne man noch Anfang nächster Woche. Und zwar mit einer positiven: „Wir sind zuversichtlich, dass der Deal perfektioniert wird“, sagt Glanz.

Was der Deal für die Röhm-Mitarbeiter bedeutet? „Wir sind sehr bemüht, dass es keine weiteren Kündigungen geben wird“, sagt Rothenberger-Berater Glanz. Versprechungen könne man diesbezüglich aber natürlich nicht machen. „Wenn uns die wirtschaftliche Situation dazu zwingt, kommen wir nicht umhin.“ Weiter zur Geschäftsleitung: Ob es dort Änderungen geben wird, ist laut Glanz derzeit nicht absehbar. „Es sind keinerlei Entscheidungen getroffen“, man wolle zum jetzigen Zeitpunkt nichts überstürzen, die notwendigen Schritte mit Sorgfalt und Bedacht erledigen.

Die Freude darüber, die Röhm GmbH im Falle eines positiven Bescheids der Kartellbehörde zu übernehmen, jedenfalls sei groß. Für beide Unternehmen biete sich dadurch „eine ganz tolle Chance“: Die Dr.-Helmut-Rothenberger-Holding, die derzeit nichts Vergleichbares in ihrer Gruppe habe, könne sich dadurch erweitern, sagt Glanz. Röhm auf der anderen Seite profitiere von der Finanzstärke der Holding und müsse dann nicht mehr über Liquiditätsengpässe nachdenken.

Infos und Fakten über den österreichischen Käufer

Die Dr.-Helmut-Rothenberger-Holding ist eine 100-prozentige Tochter der gleichnamigen Privatstiftung. Sie ist eine familiengeführte Unternehmensgruppe mit fast 100 Gesellschaften und einem Geschäftsvolumen von über 1,2 Milliarden Euro. Weltweit beschäftigt der Verbund mehr als 4500 Mitarbeiter.

Die Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Salzburg ist in insgesamt fünf Geschäftsfeldern aktiv: Rohrwerkzeuge und Maschinen für die Sanitär-, Heizungs-, Klima-, Kälte-, Gas- und Umwelttechnik; Werkzeugmaschinen für die Komplettbearbeitung und Umformtechnologie; Industrie mit Geschäftsbereichen für Turbinenschaufeln, Schraubenspindelpumpen, Doppelschneckenextrudern, Werkzeugen und Werkzeugmaschinen; Handelsverband für Werkzeuge, Eisenwaren, Stahl- und Sanitärprodukte sowie Immobilienverwaltung und -entwicklung im Industrie- und Wohnbereich.

Das Kerngeschäft, Rohrwerkzeuge und Maschinen in der Sanitär-, Heizungs-, Klima-, Kälte-, Gas- und Umwelttechnik, wird durch die Marke Rothenberger (Hauptsitz in Kelkheim bei Frankfurt) abgedeckt. Weitere Marken, Firmen und Unternehmensgruppen: Ruko, Virax, Sievert, Leistritz und Nordwest Handel.

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