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Sigma-Aldrich-Standorte: Gewerkschaft will gegen Schließung kämpfen

Unternehmensberater sollen für jeden betroffenen Merck-Standort Alternativen entwickeln.

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Sigma-Aldrich in Steinheim.  Foto: 

Mitte Juli hatte der Merck-Konzern angekündigt, bis 2021 vier seiner Standorte in Deutschland schließen zu wollen – darunter auch Sigma-Aldrich in Steinheim. Im Interview mit der Heidenheimer Zeitung hat Sigma-Aldrich-Geschäftsführer vom Verständnis der örtlichen Mitarbeiter für die Entscheidung des Merck-Konzerns gesprochen.

Dieser Aussage widerspricht jetzt die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE): „Durch den engen Kontakt zu unseren Mitgliedern wissen wir, wie groß das Unverständnis mit der nicht nachvollziehbaren Konzern-Entscheidung ist“, so der für Steinheim zuständige Gewerkschaftssekretär Markus Wimmer. „Wir kennen die Wut und die Trauer sehr vieler Beschäftigter.“

Erklärtes Ziel der Gewerkschaft: Alle Merck-Standorte in Deutschland und mit ihnen die gefährdeten Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Die IG BCE will nun „mit den Gewerkschaftskollegen aus den anderen, im Bundesgebiet verteilten und ebenfalls von den Schließungsplänen des Konzerns betroffenen Standorten“ ein abgestimmtes Verfahren gegenüber dem Konzern entwickeln.

Alternativen werden geprüft

Dazu gehört auch, über eine Unternehmensberatung Alternativen zu den Betriebsschließungen entwickeln zu lassen. Wimmer erklärt dieses Vorgehen auf Nachfrage so: Von Seiten der einzelnen Betriebsräte vor Ort wurde entschieden, den deutschlandweiten Konzernbetriebsrat von Merck um die Beauftragung einer Unternehmensberatung zu bitten. Dabei handelt es sich um die Dresdner Firma Kemper und Schlomski. „Die Unternehmensberater sollen jetzt alternative Konzepte für jeden einzelnen Standort prüfen“, so Wimmer. Am kommenden Donnerstag findet ein erster Workshop mit den Beratern für die örtlichen Betriebsräte statt.

Einen genauen Zeitplan darüber hinaus kann Wimmer nicht nennen. Das wiederum komme auf das Schließungsszenario für jeden einzelnen Standort an: Eppelheim sei hier akuter als Steinheim (Schließung 2021). „Zudem haben wir am Ende natürlich nicht in der Hand, wie Merck auf die einzelnen Vorschläge reagieren wird.“

Streiks seien derzeit nicht geplant – zumindest nicht in Steinheim. Wohl aber laufen parallel Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaft und Konzern, die auch von der angekündigten Schließung nicht betroffen sein sollen: „Selbst wenn es zur Schließung kommt, haben wir immer noch vier Jahre in Steinheim“, so Wimmer. In dieser Zeit sollen die Mitarbeiter vom Tarifvertrag profitieren können.

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