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Serbische Feuerwehrleute löschen in Steinheim

Aus dem Staunen kamen die Feuerwehrleute aus Serbien nicht heraus: Was doch die Feuerwehr in Heidenheim oder in Steinheim alles für den Brand- oder Katastrophenfall an Einsatzmitteln und Fahrzeugen nutzen kann.

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Die Besuchergruppe der Feuerwehr Novoselo und ihre Gastgeber vor der Einsatzflotte der Feuerwehr Steinheim: Ein dichtes Programm hatten die Steinheimer den Gästen aus Serbien geboten, die am Pfingstmontag wieder nach Hause aufbrachen.  Foto: 

Zuhause in Novoselo sind die Verhältnis anders. Der Ort, der einst 2500 Einwohner hatte, umfasst heute rund 1000 Einwohner. Die Feuerwehr ist mit einem Fahrzeug ausgerüstet, das mindestens 60 Jahre auf dem Buckel hat und dessen Feuerlöschpumpe nur in Volllast eingesetzt werden kann. Es fehlt an dem Nötigsten: Besonders an Schläuchen und an Strahlrohren für die Brandbekämpfung. Solche Gegenstände hatten 2014 Feuerwehrleute aus Steinheim den Kameraden in Novoselo zum Jubiläum geschenkt.

Beim viertägigen Gegenbesuch lernten die Serben zunächst die Feuerwehr Heidenheim kennen. Stadt- und Kreisbrandmeister Rainer Spahr nahm sich die Zeit, war ein exzellenter Gastgeber. Mit dem Rettungskorb der Drehleiter fuhren die Serben bis in 30 Metern Höhe, staunten, dass der Werfer auf dem großen Tanklöschfahrzeug bis in 80 Metern Entfernung Feuer bekämpfen kann. Über 500 Einsätze hat die Feuerwehr Heidenheim, die überdies zentrale Werkstätten unterhält und in Überlandhilfe bei schweren Ereignissen anderen Wehren mit speziellen Geräten und „Manpower“ beisteht.

Ein Besuch auf Schloss Hellenstein und in der Heimatstube im Klosterhof Steinheim waren zentrale Punkte im dichten Besuchsprogramm, das Abteilungskommandant Martin Prager vorbereitet hatte. In der Heimatstube wurden die Gäste mit der Geschichte ihres Heimatdorfes konfrontiert. Unter Tito wurden einst die deutschstämmigen Dorfbewohner davon gejagt. Die späteren Siedler in den Häusern wussten nichts davon und kannten auch die einstigen Eigentümer nicht. Die Serben staunten über die noch vorhandenen Zeugnisse einer blühenden Dorfgemeinschaft und ließen Wehmut erkennen, dass die heute dritte Generation darüber kaum etwas erzählt bekommen hat.

Auf dem Gelände der Landtechnik Vogel zeigte die Feuerwehr Steinheim einen gezielten Löschangriff sowie die technische Rettung mittels Rettungsschere. Einer der großen Höhepunkte wurde die Vorführung eines Großhäckslers zur Herstellung von Hackschnitzeln. Diese Maschine kostet 450 000 Euro und zermalmt mit 180 Pferdestärken bis zu 80 Zentimeter dicke Stammhölzer oder aber auch großformatiges Astwerk.

Bei einem Grillfest am Abend des Pfingstsonntags übersetzte Nada Ranjelovic die Rede des Steinheimer Feuerwehrkommandanten Uli Weiler und des Novoseloer Präsidenten des Feuerwehrvereins, Peter Janovic. Es waren rührende Worte rund um den Austausch der Gastgeschenke. Die Freundschaft sei weiter gefestigt worden und: „Wir sehen uns wieder in Novoselo!“

Info Impressionen von dem Wiedersehen der beiden Feuerwehren in Steinheim vermittelt ein kleiner Film unter www.hz-online.de/videos
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