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Schulstart für Nattheims Flüchtlinge verzögert sich

Während die jüngsten Flüchtlinge, die in der Behelfsunterkunft in der Dieselstraße untergebracht sind, seit Montag in den Kindergarten gehen, zögert sich der Schulstart weiter hinaus. Noch hapert es an den Verträgen der Lehrer.

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Eigentlich sollte der Unterricht für die Flüchtlinge in Nattheim nach den Herbstferien an der Wiesbühlschule starten. Dies verzögert sich, weil die Verträge der Lehrer noch nicht genehmigt sind.  Foto: 

Seit Anfang Oktober haben über hundert Flüchtlinge nach und nach die Behelfsunterkunft in der Dieselstraße bezogen, seit vergangenen Donnerstag ist sie fast hundertprozentig ausgelastet. Bisher also erst ein paar Wochen, um sich einzugewöhnen. Doch für die rund 20 Kinder und Jugendlichen, die dort wohnen, heißt es jetzt schon wieder, sich neu einzuleben: Und zwar in der Schule und im Kindergarten.

War beim jüngsten Treffen des Freundeskreises Asyl noch die Rede von etwa zehn Kindern, für die ein Kindergartenplatz benötigt werde, hat sich diese Zahl inzwischen relativiert: Nachdem wegen eines Windpocken-Falles Familien nach Ochsenberg ausquartiert wurden und auch dort geblieben sind, gibt es in Nattheim nur noch vier Kindergartenkinder. „Diese können nun in den katholischen Kindergarten St. Michael und in den evangelischen Martins-Kindergarten gehen“, so Ursula Rödner vom Freundeskreis Asyl. Und das gerade eben so, denn in beiden Häusern gibt es noch jeweils zwei Plätze.

Die Kinder, so Marion Schönsee von der Gemeindeverwaltung, haben mit der Eingewöhnung begonnen. Mehr Plätze werden momentan nicht benötigt – doch wie will man vorgehen, sollte die Nachfrage weiter steigen? „Das können wir noch nicht sagen. Je nachdem, wie es sich entwickelt, müssen wir eben eine Lösung finden.“ Man rechne künftig nicht mit sehr viel mehr Flüchtlingsfamilien.

Auch für die rund zehn Flüchtlinge im Grundschulalter hätte der Unterricht an der Wiesbühlschule nach den Herbstferien starten sollen. Doch Pläne sind Pläne, und die Realität sieht anders aus: Nach der Suche nach geeigneten Ehrenamtlichen und pensionierten Lehrern wäre man nun eigentlich so weit, doch noch steht einem Schulstart die Bürokratie im Weg. „Wir sind vorbereitet und könnten starten. Es gibt Lehrer und Räume, doch bislang hapert es noch an den Verträgen, die erst noch genehmigt werden müssen“, sagt Rektor Günther Bargiel. „Die Eltern wurden deshalb auf Ende November vertröstet und sind etwas genervt“, meint Rödner. Drei ältere Kinder hätten dagegen schon in der Westschule in Heidenheim begonnen und zwei in einer Vorbereitungsklasse der Heidtech. Für die Ehrenamtlichen bedeutet dies, so Rödner, dass nun verstärkt Fahrdienste gefordert sind.

„Doch es gibt noch weitere ältere Kinder zwischen elf und 14 Jahren, die in Nattheim unterrichtet werden müssen, weil sie in Heidenheim keinen Platz bekommen haben“, sagt Schönsee. Zunächst kommen die Kinder in Vorbereitungsklassen, besuchen sukzessive Fächer wie Sport oder Kunst und dann je nach Sprachkenntnis auch andere Fächer. Während die Grundschüler, so Bargiel, rund 20 Stunden pro Woche unterrichtet werden, werde es bei den Größeren wohl etwas weniger sein. Denn einen Überschuss an Lehrkräften gibt es nicht, ganz im Gegenteil: „Der Markt ist leer. Man greift deshalb auf pensionierte Lehrer zurück, die in diesem Fall rentenunschädlich Schuldienst leisten können“, so Bargiel.

Die Verzögerung beim Start des Schulunterrichts wirkt sich auch auf die Eltern aus: „Es gibt ja die offiziellen und ehrenamtlichen Sprachkurse. Bei den ehrenamtlichen, die zweimal die Woche für zwei Stunden angeboten werden, sind die Eltern bisher noch nicht dabei. Sie wollen zuerst schauen, dass der Schulbesuch ihrer Kinder gut läuft“, so Rödner.

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