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Richtfest für die neue Dettinger Lindenhalle

In Dettingen wurde Richtfest für den Neubau gefeiert und dabei an den schwierigen Weg bis dahin erinnert. Anfang des kommenden Jahres soll die Halle fertig sein.

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Noch regnet es in Teile der Halle hinein. Die rund 130 Gäste müssen bei der Besichtigung um Pfützen herumlaufen. Aber Pfützen in der Halle sei man in Dettingen ja gewohnt, scherzte Steffen Renner als Vertreter der Vereine in seinem Grußwort in Anspielung an den maroden Zustand der abgerissenen Vorgängerhalle.

Schon seit Jahren war die Heizung immer wieder ausgefallen, zuletzt war das Wasser bei Regen durch die mehrfach geflickte Hallendecke gedrungen, in der Feuchtigkeit waren die Sportgeräte verschimmelt. Auch die Brandschutzbestimmungen waren nicht mehr eingehalten. Anfang 2016 musste der Hallenbetrieb eingestellt werden.

Die alte Halle sei von Anfang an zu klein gewesen, erinnerte Ortsvorsteherin Anette Lindenmaier. Handballturniere hätten deshalb dort nicht stattfinden können – und das, obwohl dieser Sport in Dettingen große Tradition habe. „Hat die neue Halle auch die richtige Größe für Handball“, sei eine der Fragen, die ihr im Zusammenhang mit dem Neubau am häufigsten gestellt werden. „Ja, hat sie“, stellte die Ortsvorsteherin bei dieser Gelegenheit noch einmal klar.

Finanzierung stand auf der Kippe

Für die Realisierung dieses über fünf Millionen Euro teuren Neubaus sprach sie dem Gerstetter Bürgermeister Roland Polaschek besonderen Dank aus – denn er habe die neue Lindenhalle zu seinem persönlichen Anliegen gemacht.

In der Tat stand die Finanzierung der Halle zeitweise auf der Kippe, nachdem Gelder aus der Sportstättenförderung und dem Ausgleichsstock, mit denen man 2016 schon fest gerechnet hatte, doch nicht nach Dettingen vergeben wurden. Nach vielen Gesprächen und Schriftverkehr mit dem Regierungspräsidium hatte man dennoch mit dem Abriss der alten Halle begonnen und die Zusage für die Fördermittel schließlich 2017 bekommen.

Dass es nicht zuletzt der Hartnäckigkeit des Bürgermeisters zu verdanken ist, dass nun Richtfest gefeiert werden konnte, hatte zuvor auch Regierungspräsident Wolfgang Reimer bestätigt. „Ich will das so nicht sagen, aber er kann manchmal schon nerven“, kommentierte Reimer, der bei dieser Gelegenheit betonte, wie wichtig man die Entwicklung im ländlichen Raum nehme: „Deshalb versuchen wir, die Fördermittel zu streuen.“

Der soziale Zusammenhalt durch die Vereine sei ein wichtiger Faktor dafür, dass junge Menschen nach dem Studium wieder zurück in ihre Heimat kämen. Deshalb sei es gerechtfertigt, ein derart großes Projekt wie die Lindenhalle in einem kleinen Ort zu finanzieren.

„Mehrzweckhallen sind mit die wichtigsten Kommunikationszentren speziell kleiner Dörfer“, betonte auch Bürgermeister Roland Polaschek. Das Wort „Aufgeben“ fehle im Gerstetter Wortschatz, kommentierte er den Startschuss für das Neubauprojekt, der gegeben wurde, ehe die Finanzierung letztlich wirklich gesichert war.

Ein Wagnis sei man auch eingegangen, als man sich für ein Generalübernahmeverfahren entschieden habe, so Polaschek. Letztlich sei die Entscheidung richtig gewesen. Man habe damit ein komplettes Planungsjahr einsparen können – auch wenn nicht verschwiegen werden solle, dass auf Grund von Planungsmängeln das Bauprojekt vier Monate später und auch dann nur schleppend in Gang gekommen sei.

Vorbildlich sei die Begleitung durch alle beteiligten Gremien und Kommissionen gewesen. Es sei gelungen, bei der Gestaltung der Lindenhalle einen guten Kompromiss zu finden zwischen den teils doch sehr unterschiedlichen Bedürfnissen der sport- und der kulturtreibenden Vereine.

700 Kubikmeter Holz

Bewusst hat man beim Neubau auf Nachhaltigkeit gesetzt. „Als große waldbesitzende Gemeinde war für uns schon frühzeitig klar, dass wir uns für einen Holzbau entscheiden werden.“ Als Generalübernehmer entschied man sich deshalb für die Firma Holzbau Merkle.

Holz und riesige Fensterfronten dominieren den Neubau, soviel ist schon zu erkennen - ein interessantes, aber anspruchsvolles Projekt, betonte Holzbau-Geschäftsführer Dirk Oettel. Insgesamt 600 Kubikmeter Holz werde hier verarbeitet, dazu 100 Kubikmeter Holz für die Verschalung. Dafür habe man 300 bis 400 Bäume fällen müssen. Allerdings: „Diese Menge wächst in unseren Wäldern in zirka fünf bis sieben Minuten nach“, so Oettel in seinem Grußwort: „Nach meiner Redezeit könnte also das nächste Projekt beginnen.“

Mit einem gereimten Richterspruch und drei Gläsern Sekt, jeweils auf ex vom Zimmermann getrunken, wurde die Richtfestzeremonie abgerundet. Im Frühjahr 2018 soll die Halle offiziell an die Dettinger übergeben werden.

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