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Region Ostwürttemberg sagt Nein zu großem Windpark

Mit 23 gegen sechs Stimmen hat die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ostwürttemberg Nein zu 22 geplanten Windkraftanlagen am Albtrauf oberhalb von Lauterstein gesagt. Letztlich sorgten sich die Politiker auch um die Bürger von Bartholomä.

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Verbandsdirektor Thomas Eble hatte eigentlich eine „milde“ Form der Stellungnahme zur „Immissionsschutzrechtlichen Genehmigung auf Errichtung und Betrieb eines Windparks mit 22 Windkraftanlagen“ oberhalb Lauterstein formuliert. Doch dafür war keine Mehrheit im Regionalverband zu erwarten. Wenn es nach Eble gegangen wäre, hätte der Regionalverband Ostwürttemberg „eine Reduzierung des Windparks im Bereich der Lützelalb“ empfohlen“ und im Übrigen „keine grundsätzlichen Bedenken gegen Errichtung und Betrieb des Windparks angemeldet“.

Die „Propeller“ sollten eine Gesamthöhe von 199 Meter bekommen und jede für sich 2,4 Megawatt Leistung haben.

Sehr wohl räumte Eble ein, dass Ostwürttemberg bei den Kollegen vom Regionalverband Stuttgart nicht ernst genommen worden sei: „Unsere Argumente wurden nicht gehört.“ Es werde nicht auf sensible Flächen Rücksicht genommen. Am Falkenberg habe man es vorexerziert und entsprechend wurde mit den drei Windkraftanlagen Abstand zum Albgenommen. Es handelt sich um 500 Meter.

Wenn Ostwürttemberg „Nein“ sage, habe man gesetzlich gesehen nicht die besten Karten, warnte Thomas Eble seine Zuhörer.

„Es ist unerhört, was sich die Region Stuttgart her erlaubt und wie sie mit uns umgeht,“ meldete sich Gmünds Oberbürgermeister Richard Arnold. Es sei keine Spur von Kommunikation festzustellen. Die Tischvorlage des Regionalverbands sei viel zu lasch. Arnold: „Wir sind nicht gegen WIndkraft, aber wir wollen auch die Bedürfnisse der Bevölkerung berücksichtigt wissen.“

Bartholomä werde, sollte der Windpark Lauterstein Wirklichkeit werden, komplett zugespargelt, ahnte Richard Arnold (CDU) und verlangte von der Verbandsversammlung (unter viel Beifall) „ein mutigeres Vorgehen und eine eindeutige Ablehnung.“

Westhausens Bürgermeister Herbert Witzany (Freie Wähler) unterstützte seinen Vorredner mit Nachdruck: „Da wird viel zu wenig Rücksicht genommen. Die Kulturlandschaft verändert sich massiv durch so viele Windenergieanlagen. Was war der Bärenberg doch für eine herrliche Landschaft. Hier müsse wirklich vom Albtrauf abgerückt werden.“

Allein Volker Grab (Grüne) wollte das Papier der Verbandsgeschäftsführung so mittragen. Allerdings war auch Grab „unbedingt dafür“, dass zum Albtrauf mehr Abstand eingehalten werde.

Jochen Pahlke (SPD) zeige Verständnis für alle, die genug von der Verspargelung der Landschaft hätten: „Unabhängig davon sind wir für die Windkraft.“

Verbandsvorsitzender Gerhard Kieninger ahnte, „dass wir heute nicht zu einer einheitlichen Beschluss kommen werden. Es sind starke Bedenken hinsichtlich der Folgen für die Landschaft nicht zu leungen.“

Wie Recht er hatte. Abtsgmünds früherer Bürgermeister Georg Ruf (CDU) hielt seine letzte Rede im Regionalverband und forderte „Frieden unter den Regionen“. Es müsste sich doch der Abstand am Albtrauf auf dem Verhandlungswege erreichen lassen.

Für Werner Häcker (Freie Wähler) aus Gussenstadt seien es viel zu viele Windräder auf engem Raum: „Das müssen deutlich weniger werden.“

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