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Ratsstuben: Deutsche Küche zwingend erwünscht

Beigeordneter Thomas Diem macht keinen Hehl daraus: Man hätte die Evangelische Gesellschaft gerne noch länger als Pächter der „Ratsstuben“ gehabt. Doch weil die Eva passen muss, sucht die Kommune nun zum 1. Oktober einen neuen Wirt.

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Die Stadt sucht einen neuen Pächter für die Ratsstuben. Zuletzt wurde das Lokal von der Evangelischen Gesellschaft bewirtschaftet. Ab Oktober könnte wieder geöffnet sein.  Foto: 

Seit Sommer 2006 hatte die Eva, zu Beginn noch in Gestalt der Evangelische Jugendheime Heidenheim, die Gaststätte geführt – und zwar zugleich als Speiserestaurat wie als Ausbildungsstätte für Jugendliche ihrer Sonderberufsschule, die sich schwer tun auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das sich im Frühjahr abzeichnende Aus des Betriebs wird auch von der Eva bedauert. Als Grund führte Geschäftsführer Matthias Lindner die schwindenden Bereitschaft von Jugendlichen an, sich auf einen Gastronomieberuf in der Küche oder im Service einzulassen. Ohne Auszubildende aber wäre ein Ausbildungsrestaurant nicht zu führen.

Bis Ende August sucht nun die Stadtverwaltung Interessenten, welche das Lokal fortführen wollen. Eingerichtet worden waren die Ratsstuben im neuen Geschäfts- und Verwaltungszentrums, das im Juli 1981 feierlich eingeweiht, den Schlusspunkt der Ortskernsanierung gesetzt hat. Mit dem Buigen-Center links und rechts der Langen Straße, seinen Wohn- und Geschäftsbereichen, der Erweiterung des Rathauses samt Tiefgarage wie dem Rathausplatz mit dem Schäferbrunnen hatte sich Herbrechtingen in der Innenstadt ein neues Gesicht gegeben. Doch auch in dieser zukunftsfreudigen Zeit musste man Abstriche machen.

Das Tanzcafé, welches im einem zum Rathaus Seitentrakt entstehen und über die Ratsstuben betrieben werden sollte, kam über ein Planungsstadium nicht hinaus. Dafür, dass sich die Ratsstuben in Herbrechtingen auch als reines Speiselokal etablieren konnten, spricht, dass es in den vergangenen 33 Jahren nur zwei Pächterwechsel gegeben hat. Zum Neustart macht die Stadt dem künftigen Wirt die Zusage, dass für die Anfangszeit eine umsatzabhängige Pacht festgelegt wird und sie kann zudem in Aussicht stellen, dass mit der für 2015 vorgesehenen Neugestaltung des Rathausplatzes eine attraktive Außenbewirtschaftung möglich wird. Nach einem Wasserschaden war die Theke erst im vergangenen Jahr erneuert worden.

Zirka 60 Plätze bieten die Ratsstuben. Mit dem Restaurant ist zudem die Bewirtschaftung des Bürgersaals und des Sitzungssaals verbunden, welche zusammen über 300 Sitzplätze verfügen und auch regelmäßig für Veranstaltungen gebucht werden. Die Eva hatte zudem Essen für Schulen und Kindergarten ausgeliefert. Auch dieser Service könnte vom neuen Pächter fortgeführt werden. „Derzeit werden rund 150 Essen mit steigender Tendenz nachgefragt“, berichtet Diem.

Von der Talschenke in Eselsburg, in der einst die Dorfschule untergebracht war, hat sich die Kommune unlängst getrennt und diese dem langjährigen Pächter verkauft. Dass auch die Ratsstuben zum Kauf angeboten werden, schließt Diem aus. Im Hinblick auf die räumliche Einheit von Lokal und Rathausgebäude mache dies keinen Sinn.

Eine Einschränkung macht die Stadt bei der Neuverpachtung. Das Angebot deutscher Küche ist zwingend erwünscht.

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