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Post und Rewe unter einem Dach? Ab Herbst soll gebaut werden

Die Einkaufslandschaft in Königsbronn wird Verbrauchern bald deutlich mehr bieten. Integriert werden könnte die Post-Agentur.

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Was lange währt, wird endlich gut: einstimmig befürwortete der Gemeinderat am Donnerstagabend den Neubau eines Rewe-Vollsortimenters an der Aalener Straße inklusive Backshop plus vorgelagertem DM-Drogeriemarkt sowie Umbau des ehemaligen Penny-Getränkemarktes in einen Rewe-Getränkemarkt.

Das große Projekt, an dem man nichtöffentlich schon seit Jahren arbeitet, wird die von vielen Bürgern als schwach besetzt empfundene Einkaufslandschaft vor Ort kräftig verbessern und auf ein bisher nicht gekanntes Angebotsniveau anheben. „Darauf freuen wir uns alle sehr“, strahlte Bürgermeister Michael Stütz, dem, wie auch dem Gemeinderat insgesamt, die deutliche Verbesserung der wohnortnahmen Versorgung in Königsbronn schon lange ein großes Anliegen ist.

Im Herbst soll's losgehen, bis spätestens Ende 2018 sollen die neuen Einkaufsmöglichkeiten für die Verbraucher zur Verfügung stehen.

Abbruch und Entwidmung

Doch bevor das Neue in Angriff genommen werden kann, muss das Alte weichen. Was in diesem Quartier den Abbruch alter Gebäudesubstanz in großem Stil bedeutet. Dem Erdboden gleichgemacht werden die Anwesen Aalener Straße 23 und 25, außerdem die Eichhaldenstraße 3, 3/1 und 4.

Und: die in diesem Bereich bisher öffentlich nutzbaren Wege sowie die Eichhaldenstraße werden Privateigentum – was die Zustimmung des Gemeinderates zur offiziellen „Entwidmung“ dieser Flächen erforderte, für das Gremium jedoch kein Problem darstellte.

Loslegen sollen die Abbruchbagger mit Beginn des vierten Quartals, die Bauzeit wurde mit etwa zwölf Monaten angegeben. Während der Bauphase müssen Betroffene mit Einschränkungen rechnen, was insbesondere auch für die Zahnarztpraxis im Gebäude Eichhaldenstraße 2 ein Thema hinsichtlich Nutzung von Parkplätzen durch Patienten und Mitarbeiter ein Thema ist.

Ansonsten aber sei mit ehemaligen und verbleibenden Mietern und Bewohnern alles geklärt, viele Räumlichkeiten stünden bereits leer, signalisierten die Betreiber des Projektes. Als solche gaben Christoph Ludwig von der Ludwig Immobilienverwaltungs GmbH und Architekt Karl Rechthaler Einblicke in das umfangreiche Versorgungskonzept.

Bauherr Christoph Ludwig, selbst aus Königsbronn stammend, schrieb es familiären und persönlichen Bindungen und Beziehungen zu, dass dieses Vorhaben überhaupt in seinem Heimatort Königsbronn zustande kommen kann, auf dem Gelände der früheren Kohlenhandlung Ludwig.

Zur nachhaltigen Verbesserung der örtlichen Einkaufssituation habe man sehr lang und sehr intensiv und letztlich auch erfolgreich Gespräche geführt. Das nun erzielte Ergebnis sei aus seiner Sicht die beste Variante zur Nutzung der verfügbaren Flächen. Und zweifellos, so Ludwig, trage die Neugestaltung des Quartiers zu einer deutlichen Verbesserung des Ortsbildes bei.

„Baurechtlich war's nicht ganz einfach“ erinnerte der Bürgermeister an diverse Probleme im Vorfeld des komplexen und vielschichtigen Bauvorhabens. Die aber habe man alle im guten Einvernehmen mit dem stets gesprächsbereiten Landratsamt Heidenheim lösen können.

So habe man das zunächst geforderte zeitaufwendige Bebauungsplanverfahren zugunsten von vergleichsweise schnell möglichen Einzelgenehmigungen abwenden können. Auch der Grunderwerb sei nicht ohne Tücken gewesen, doch hätten alle Verhandlungen erfolgreich zu Ende gebracht werden können.

Zudem hätten sich Befürchtungen wegen eventueller Altlasten glücklicherweise als unbegründet herausgestellt, zeigte sich Michael Stütz durchaus erleichtert und froh, dieses „Königsbronner Kindle“ nun doch noch geschaukelt zu haben. Das auch vor dem Hintergrund, dass das zunächst vielversprechende Projekt Vollsortimenter im Gewerbegebiet zwischen Königsbronn und Itzelberg nicht zustande kam.

Wolfgang Lutz befand es für eine tolle Leistung, ein derartiges Vorhaben in einer relativ kleinen Kommune wie Königsbronn auf die Beine zu stellen. Hierzu könne man allen Beteiligten nur gratulieren.

Mit Bäcker, Metzger und insgesamt 132 Parkplätzen

Die Neukonzeption, die aus dem Bebauungsplan von 1970 entwickelte wurde, stammt von Architekt Karl Rechthaler. Hilfreich sei gewesen, dass der Bereich wegen der ehemaligen Kohlenhandlung schon früher als Gewerbegebiet galt.

Die Verkaufsflächen wurden für den Rewe-Markt mit 1200 Quadratmetern angegeben, für den Drogeriemarkt mit 700 Quadratmetern und für den Getränkemarkt mit 600 Quadratmetern. Die neue Zufahrt entsteht leicht versetzt, die Zahl der Parkplätze liegt bei insgesamt 119 plus 13 in der Tiefgarage.

Holzkonstruktion, eine maximale Höhe von 7,70 Meter, Kuppeln für Tageslicht, keine Zwischendecken, Wärmerückgewinnung und für die Heizung „keine fossilen Brennstoffe“ kennzeichnen den neuen Rewe-Markt, wie es ihn in Sontheim, Giengen oder Nattheim schon gibt.

Neben Backshop und Platz auch für einen örtlichen Metzger besteht beim Investor großes Interesse daran, zudem die örtliche Post-Agentur mit an Bord zu holen. Hierzu stehen aber noch Gespräche an.

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