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Ortsdurchfahrt: Aus Wunschtraum wird Wirklichkeit

Seit Jahrzehnten beschäftigt das Thema die Gemeinde und unzählige Verkehrsteilnehmer haben seither ihrem Unmut über den maroden Zustand der Ortsdurchfahrt Luft gemacht. Diese Zeit geht nun zu Ende, denn am Montag begannen die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt zum Ausbau der zentralen Verkehrsader.

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Die Landesstraße 2033 aus Richtung Härtsfeldsee in Richtung Ballmertshofen bildet innerorts die Dischinger Ortsdurchfahrt. Der Ausbau der Holperstrecke ist ein Gemeinschaftsprojekt von Gemeinde und Land Baden-Württemberg und soll in drei Abschnitten bis 2017 umgesetzt werden – sofern auch die Zuschussgelder für die beiden Folgeabschnitte (Schlossstraße 2016 und Ballmertshofer Straße 2017) bewilligt werden. Das planende Ingenieurbüro Helmut Kolb aus Steinheim beziffert die Gesamtkosten auf rund 3,217 Millionen Euro. Für Fahrbahnbeläge, Querungshilfen und Bushaltestellen kommt das Land auf.

Der erste Bereich – Torstraße – erstreckt sich vom nördlichen Ortsanfang bis zum Anschluss an die Hauptstraße. Ende 2014 waren hier bereits Kanal-Innensanierungen erfolgt. Seit gestern Vormittag ist nun dieser Straßenabschnitt für den Verkehr voll gesperrt – voraussichtlich bis Mitte September – und ein Team der ausführenden Baufirma schlug mit einem Bagger das erste Loch in den vorhandenen Asphalt.

„Ein lang gehegter Wunsch“ gehe in Erfüllung, freute sich Bürgermeister Alfons Jakl in seiner Ansprache vor Ort. Der Schultes zitierte aus einem bei der Gemeinde eingegangenen Beschwerdebrief zum Zustand der Straße: „Jeder Feldweg sei besser zu befahren“, heiße es da. Und weiter: „Alle Anwohner, Gäste und Touristen sind schockiert. Als Verbesserungsvorschlag hätte ich zu bieten, alle zehn Meter ein Verkehrsschild Schlaglöcher anzubringen, damit Mensch und Maschine keinen Schaden erleiden.“

877 000 Euro seien an Kosten für den ersten Bauabschnitt veranschlagt, so Jakl. Der Gemeindeanteil liege bei 546 000 Euro, aus dem Ausgleichsstock, dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum und von der Fachförderung Wasserwirtschaft gebe es eine finanzielle Unterstützung von 336 520 Euro. „Nur dadurch sind wir in der Lage, diese Maßnahme zu finanzieren.“

An die Baufirma Scharpf wandte sich der Bürgermeister mit der Bitte, Anwohner und Grundstückseigentümer stets darüber zu informieren, in welcher Bauphase sie von möglichen Einschränkungen betroffen sein könnten. In Richtung Land brachte er zum Ausdruck, dass es nach Abschnitt eins „möglichst unterbrechungsfrei“ mit den beiden folgenden Straßenteilen weitergehen möge. Förderanträge für den zweiten Bauabschnitt habe die Gemeinde bereits eingereicht.

Er komme immer gern nach Dischingen – „besonders wenn wir das tun können, was wir alle wollen“, sagte Kultusminister Andreas Stoch, der erst vor kurzem zur Einweihung des Erweiterungsbaus der Egauschule in der Härtsfeldgemeinde weilte. Infrastruktur sei wichtig, damit die Menschen hier bleiben und vielleicht sogar herkommen, würdigte er die Bedeutung des Ausbaus der Ortsdurchfahrt. Es sei richtig, die Sanierung der Straßen vorrangig gegenüber Neubauten zu sehen. Es sei für alle hier lebenden Menschen ein gutes Zeichen, wenn diese Straße in Stand gesetzt wird. Auch der Ausbau der Straße nach Neresheim stehe noch an.

Schon vor 20 Jahren habe er beim Land angefragt, warum der Straßenausbau nicht klappt, schilderte der Landtagsabgeordnete Bernd Hitzler in seinem Grußwort. Es wäre allerdings damals auch für die Gemeinde schwierig zu finanzieren gewesen. Straßenbaupolitik sei wichtig: „Hier draußen ist man auf das Auto angewiesen.“

Als „gesegnet“ bezeichnete Landrat Thomas Reinhardt die Gemeinde Dischingen. Er erinnerte an die schöne Landschaft und die Sehenswürdigkeiten, betonte aber auch, dass dies nicht ausreiche, denn auch in der Härtsfeldgemeinde zeige sich der demographische Wandel. Bildung, Ärzteversorgung, Breitbandanschluss und andere Aspekte seien wesentlich, damit Dischingen attraktiv bleibe bzw. für junge Familien attraktiv werde. Gute Verkehrsverbindungen seien ein wichtiger Punkt. Zusammen mit Behördenvertretern und Mitarbeitern der Baufirma schritt man zum offiziellen ersten Spatenstich – hier freilich mehr symbolisch, denn es galt lediglich, ein paar von der Baggerschaufel losgebrochene Asphaltbrocken beiseite zu schippen.

Zu den Arbeiten in den kommenden Wochen gehören unter anderem die Erneuerung des Abwasserkanals und der Hauptwasserleitung einschließlich Hausanschlüssen, die Verlegung der Stromversorgung in den Boden sowie von Leerrohren für die Breitbandversorgung. Ferner wird die Straßenbeleuchtung ersetzt und auf LED umgestellt. Fahrbahn und Randeinfassungen werden komplett erneuert. Hinzu kommen Gehwege, Querungshilfen für Fußgänger und Bushaltestellen mit Sonderbordsteinen.

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