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Neuer Archäologie-Band hat Vogelherd im Blick

Archäologie ist eine spannende Angelegenheit. Alljährlich gewährt das Jahrbuch „Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg“ einen umfassenden Einblick. Im gerade erschienenen Band für 2012 wird auch eine erste Bilanz der Nachgrabungen am Vogelherd gezogen.

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Ein großer Erfolg der Vogelherd-Ausgrabungen 2012 war der Fund eines kleinen Tierkopfs aus Mammut-Elfenbein, der zu einem 1931 entdeckten Tierkörper passt. Im Juli 2013 wurde die wieder komplettierte Figur – wohl ein Bär oder ein Löwe – der Öffentlichkeit vorgestellt.  Foto: 

Das im Theiss Verlag veröffentlichte Jahrbuch geht in 83 Aufsätzen von Wissenschaftlern und Forschern auf die große Spannweite der Landesarchäologie ein. Von der Stein- bis in die Neuzeit reichen die Beiträge auf insgesamt über 350 reich illustrierten Seiten.

Den Landkreis Heidenheim betreffen gleich mehrere Artikel im Jahrbuch. So wird über die Fortsetzung der Ausgrabungen in der frühalamannischen Siedlung im Fürsamen zwischen Heidenheim und Schnaitheim berichtet und ebenso über eine Sondage in der Theodor-Heuss-Straße zur Siedlungstätigkeit in Heidenheim.

Der Leiter der archäologischen Nachgrabungen am Vogelherd, Prof. Nicholas J. Conard, sowie zwei weitere Mitarbeiter der Universität Tübingen zeichnen als Autoren des Aufsatzes „Die letzte Kampagne der Nachgrabungen am Vogelherd“. Sie geben in ihrem Artikel einen Überblick zum letzten Grabungsjahr 2012 und versuchen eine vorläufige erste Bilanz zu den acht Grabungskampagnen. Insgesamt seien 463 Quadratmeter im Bereich vor der Höhle ausgegraben worden. Dies entspreche etwa 90 Prozent des gesamten Volumens der 1931 aus der Höhle gebrachten Sedimente.

Das Abschlussjahr sei „besonders produktiv“ gewesen mit 944 Einzelfunden und 4818 Sedimenteinheiten, die geschlämmt, ausgelesen und später analysiert werden müssten. Es lägen noch Monate der Arbeit vor den Archäologen, da das Sortieren den aufwendigsten Teil der technischen Arbeiten darstelle.

Unter anderem etwa 90 Rundstabfragmente aus Mammut-Elfenbein und etwa 50 durchlochte Schmuckperlen und Anhänger aus Elfenbein werden als bedeutendste Funde 2012 genannt. „Besonders spannend war die Entdeckung mehrerer bearbeiteter Elfenbeinstücke, die aller Wahrscheinlichkeit nach Teile figürlicher Kunstwerke sind“, so die Archäologen im Jahrbuch.

346 Elfenbeinperlen und -anhänger seien über die acht Jahre hinweg bisher gefunden worden, davon 210 der für das Aurignacien typischen doppelt durchlochten Stücke. Vor den Nachgrabungen habe diese Fundgruppe am Vogelherd gefehlt. Die Ausgräber bilanzierend in ihrem Beitrag: „Damit ist er nicht nur bereits jetzt derjenige aurignacienzeitliche Fundplatz in der Region, der mit Abstand die höchste Anzahl von Elfenbeinanhängern und -perlen lieferte, er stellt nun auch bezüglich fast aller Fundgattungen die reichste Aurignacien-Station der Schwäbischen Alb dar.“

Auch auf die Entdeckung eines Tierkopfs aus Mammut-Elfenbein im Jahr 2012, der zu einer Tierfigur aus den Grabungen von 1931 passt (wir berichteten), gehen die Autoren in ihrem interessanten Artikel ein. Seit der Zusammenfügung mit dem Rumpf lasse der 16 Millimeter lange Kopf die Deutung des ganzen Tiers als Bär oder Felide (katzenartiges Tier, zum Beispiel Löwe) zu.

Das Fazit der Ausgräber im Jahrbuch-Artikel: „Obwohl die Geländearbeit am Vogelherd jetzt hinter uns liegt, können wir davon ausgehen, dass die Bedeutung dieses einmaligen Fundplatzes in den kommenden Jahren noch steigen wird, und wir sind zuversichtlich, dass die Ergebnisse der langen Nachgrabungen am Vogelherd die Anstrengungen wert waren.“

Info Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2012, herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Theiss Verlag Stuttgart 2013
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