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Nattheim besiegelt das Ende des Papierkriegs

Sommerferien haben derzeit nicht nur Schüler sondern auch die Gemeinderäte im Kreis. Nach der Pause geht der Papierkrieg in neu gewählten Zusammensetzungen weiter – nicht so in Nattheim. Dort hat das Gremium beschlossen, künftig digital und damit papierlos zu arbeiten.

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Internet sei Dank: Die Unterlagen des Nattheimer Gemeinderats sind, sofern öffentlich, in Zukunft von überall einsehbar. Voraussetzung ist ein entsprechendes Endgerät.  Foto: 

Gut, ganz so schnell geht das nicht. Schließlich muss alles seine Ordnung haben und so ein Beschluss muss ordentlich beschlossen werden. Klar ist: Der Gemeinderat Nattheim unterzieht sich nach der Kommunalwahl einer Verjüngungskur, zumindest was das Verwaltungssystem angeht. So soll letzteres mittels entsprechender Software komplett digitalisiert werden. Sitzungsunterlagen, Einladungen, Vorlagen und Protokolle stehen dann ausschließlich online zur Verfügung und bei Bedarf zum Download bereit. Kurzum: Das Gremium will den Papierkrieg beenden.

Unklar ist die Frage nach dem Endgerät, um sich die Unterlagen jederzeit und überall auch darstellen lassen zu können. Tablets, im Grunde mobile Computer, sollen hierbei die Lösung sein. Aber welche? Und ohne Gerät kein Rat.

Zwar könne die Gemeindeverwaltung mit der neuen Software jederzeit online gehen, erklärt Gudrun Schmid, stellvertretende Leiterin der Finanzverwaltung. Der Beschluss hierfür sei ja bereits gefasst und zur Einsicht der Dokumente bedarf es dann lediglich eines Internetanschlusses nebst Rechner. Für die Sitzung allerdings müssten die Räte die Unterlagen ausdrucken. Und das sei ja nicht Sinn der Sache. So soll möglichst bald über die Tablets entschieden werden, die sich hauptsächlich durch Größe und Kosten unterscheiden.

Der Impuls für das Ganze kam von der Gemeindeverwaltung: Mobiles Arbeiten sei zunehmend eine Selbstverständlichkeit, auch in der öffentlichen Verwaltung. Der Trend weg vom Papier jedenfalls sei spürbar. Und vor Kurzem erst sprang auch der Sontheimer Gemeinderat auf eben diesen Zug auf (wir berichteten).

Das Prinzip ist einfach: Basierend auf dem bereits bestehenden Verwaltungssystem werden sämtliche Dokumente künftig via Internet auf der Homepage der Gemeinde bereitgestellt, anstatt auf Papier verschickt zu werden. Zu den Sitzungsunterlagen hat damit jeder Zugang. „Damit wird auch unsere Arbeit transparenter und keiner kann uns mehr vorwerfen, irgendwelche Daten der Öffentlichkeit vorzuenthalten“, konkretisiert Wolfgang Bernhard, Vorsitzender der BWV/CDU-Fraktion. Und Kollege Günther Paschaweh (SPD/Unabhängige) ergänzt: „Vielleicht wächst dadurch wieder das Interesse an der Kommunalpolitik.“

Für nichtöffentliche Dokumente gibt es einen passwortgeschützten Zugang für die Mitglieder des Gemeinderats. Diese können damit auch einen persönlichen Bereich verwalten, etwa um Daten zu hinterlegen oder untereinander zu kommunizieren.

Kosten soll das System 4000 Euro, die Bereitstellung eines W-Lans im Sitzungssaal weitere 343 Euro. Für eine Schulung sind 1700 Euro vorgesehen, 1200 Euro fallen für Dienstleistungen wie die Installation der Software an und 143 Euro für monatliche Kosten. Die Tablets kosten zwischen 800 Euro und 1500 Euro. Gebühren für zwei Jahre mobiles Internet (LTE), um von überall auf die Dateien zugreifen zu können, wären damit abgegolten. Insgesamt sind im Haushaltsplan 2014 für die Umstellung 20 000 Euro eingeplant.

Die Räte jedenfalls sind sich einig: „Die Arbeit im Gemeinderat von morgen wird papierlos sein.“ Zumindest wenn eine Frage noch geklärt wird: „Wir können die Unterlagen dann aber schon trotzdem ausdrucken?“

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