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Lernort in Eselsburg: Nur die Biber fehlen noch

Jetzt fehlen noch die „Hausherren“: Der sogenannte Lernort an der Brenz bei der früheren Eselsburger Kläranlage ist weitgehend fertiggestellt. Und sobald sie die Werkstatt des Präparators verlassen haben, bekommen auch drei ausgestopfte Biber ihren Platz auf dem Gelände am westlichen Ortsrand.

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Der Anschluss des Herbrechtinger Abwassernetzes – und damit auch Eselsburgs – an die Sammelkläranlage in Mergelstetten, brachte es mit sich, dass das alte Pumpenhäuschen nicht mehr benötigt wurde. Somit bot sich dasselbe geradezu ideal dafür an, zu einem von acht Lernorten an der Brenz umgebaut zu werden, von denen sich sechs auf württembergischem und zwei auf bayerischem Gebiet befinden.

Das kleine Gebäude erhielt eine wetterbeständige Verkleidung aus Lärchenholz und bekam eine Dacheindeckung aus Biberschwanzziegeln verpasst, weil sich diese laut Christopher Staudenmaier vom Ingenieurbüro Kolb besonders gut ins Landschaftsbild einfügen.

Das Kernstück des Innenlebenslässt voraussichtlich noch bis August oder September auf sich warten: der originalgetreue Nachbau einer Biberburg. Neben dieser werden, geschützt durch eine Plexiglasscheibe, auch drei ausgestopfte Biber zu sehen sein. Sie wurden in Bayern erlegt.

Auf dem Dach des Häuschens sind zehn Fotovoltaik-Module zur Umwandlung des Sonnenlichts in elektrische Energie angebracht. Mittels dieser werden zwei Pumpen betrieben, die drei Liter Wasser pro Sekunde fördern und damit dauerhaft ein mit Flussbausteinen gestaltetes Bachbett fluten. „Ideal für Kinder“, sagt Roland Banzhaf vom Fachbereich Bau bei der Stadtverwaltung, „denn die können prima in dem klaren Wasser herumlaufen, in dem es überhaupt keinen Dreck gibt.“

In Kürze kommen zwei weitere Wasserspender hinzu. Zum einen eine Schwengelpumpe, mit der per Hand Grundwasser an die Oberfläche geholt werden kann. Zum anderen das Meisterstück des Herbrechtinger Steinmetzes und Steinbildhauers Manuel Laubmeier: ein mit Hammer und Meisel aus einem Kalksteinblock modellierter Brunnen – 160 Zentimeter hoch, 700 Kilogramm schwer.

Die Kosten für das gesamte Vorhaben belaufen sich auf rund 235 000 Euro. Abzüglich der Zuschüsse entfällt auf die Stadt ein Eigenanteil von etwa 90 000 Euro. Die offizielle Eröffnung ist Sache der Landkreisverwaltung und wird noch einige Zeit auf sich warten lassen. Sämtliche Lernorte an der Brenz erhalten bis dahin einheitliche Hinweistafeln.

Schon jetzt steht das rund 800 Quadratmeter große Gelände in Eselsburg aber allen Interessierten offen. So wie jenen Jungen und Mädchen der Herbrechtinger Pistoriusschule, die bei einer Wanderung durchs Eselsburger Tal schnell merkten, was das grüne Klassenzimmer an der Brenz zu bieten hat: ein Bächlein, durch das man barfuß waten kann, steinerne Sitzblöcke an einem kleinen Rückhaltebecken, von denen aus man den Erklärungen der Lehrerin folgen kann, einen freien Blick über die Brenz hinweg bis zum Buigen, dem sich Fische, Enten, Reiher und Pferde nicht zu entziehen vermögen. Etliche Fahrradständer wurden bereits installiert, nun fehlen noch Sitzbänke und Tische auf dem befestigten Platz.

Freier Zugang zur Brenz

„Unser Ziel war es, die Brenz erlebbar zu machen und alles möglichst naturnah zu gestalten“, sagt Dieter Frank, Leiter des Fachbereichs Bau im Rathaus. Den Vorgaben des Naturschutzbunds entsprechend wurden deshalb einheimische Sträucher gepflanzt, die auch als Vogelschutzhecke dienen, außerdem eine Eiche und ein Vogelbeerbaum.

Pflanz-, Garten- und Malerarbeiten übernahm der städtische Bauhof, die darüber hinausgehenden Aufgaben erledigten ortsansässige Handwerker. Das kleine Becken, in dem sich das Wasser sammelt, ehe es zurück in die Brenz fließt, und der angrenzende Bereich dienen für den Fall der Fälle als ausgewiesene Überschwemmungszone.

Auch die technische Ausstattung orientiert sich an der Vorgabe der Nachhaltigkeit: Die eingebauten Pumpen haben sich Staudenmaier zufolge bereits in verschiedenen Gebieten der Dritten Welt bewährt, wo oft im weiten Umkreis von Trinkwasserbrunnen kein elektrischer Strom zur Verfügung steht.

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