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Landschaftsarchitektin Silvia Thran betreibt jetzt einen Naturkostladen

Silvia Thran engagiert sich schon lange an vielen Stellen, um Hermaringen noch ein kleines bisschen lebenswerter zu machen. Seit neuestem betreibt sie einen Naturkostladen.

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Von der Landschaftsarchitektin zur Ladenbesitzerin: Silvia Thran hinter der Theke ihres Hermaringer Naturkostladens.  Foto: 

Silvia Thran lebt gerne in Hermaringen. Der Ort ist für sie zur zweiten Heimat geworden und deshalb will sie auch dazu beitragen, dass das Umfeld stimmt. An vielen anderen Stellen in Hermaringen ist sie schon länger aktiv. So hat sie den leerstehenden Bahnhof wiederbelebt, indem sie dort eine Korbflechtwerkstatt eingerichtet hat und auch schon zu einer großen Ausstellung mit Künstlern aus dem Kreis einlud.

Regelmäßig veranstaltet sie dort auch einen Büchertausch, zu dem sich Lesebegeisterte treffen. Als Gewässerführerin versucht sie, Menschen die Schönheiten und Geheimnisse der Brenz nahe zu bringen. Dazu ist sie noch mit großer Freude Lesepatin an der Magenau-Schule.

Und außerdem gibt es wohl kaum einen Bürger in Hermaringen, der mehr Gemeinderatssitzungen besucht hat, als Silvia Thran – einfach aus Interesse daran, was sich im Dorf so entwickelt. Für Letzteres hat Silvia Thran allerdings nun nur noch selten Zeit. Daran ist ihr neuestes Projekt schuld: Der Naturkostladen Zwiebel und Co.

Bisher im Hofladen eingekauft

Von der Landschaftsarchitektin zur Ladenbesitzerin? Wieso macht man sowas? „Mir macht das Freude“, ist die schlichte aber überzeugende Antwort. Das sagt Silvia Thran übrigens auch von all den anderen Sachen, die sie so macht. Das alles passe einfach zu ihrer Lebenseinstellung. Ihr Mann und sie seien genügsame Menschen, Geld und Besitz seien ihnen nicht wichtig, dafür aber umso mehr die Verbundenheit mit der Natur und Nachhaltigkeit.

Dazu gehöre es für sie auch, gute und regionale Bio-Lebensmittel zu verwenden. Sie habe schon immer genau wissen wollen, was da auf ihrem Teller liegt, wo es herkommt und wie es produziert wurde. Das gelte für Gemüse ebenso wie für Fleisch und Wurst. Die Tiere müssten aus guter Haltung stammen und man dürfe nicht erwarten dass ein Schwein oder Rind nur aus Filet bestehe. Irgendwelche Lebensmittel wegzuwerfen, auch wenn ein Gemüse nicht mehr ganz so knackig ist, das widerstrebt Silvia Thran zutiefst.

Gute, nachhaltige Lebensmittel, die hatte Silvia Thran bisher im Hofladen der Familie Gansloser eingekauft. Dort war sie Stammkundin – bis letztes Jahr. Da entschloss sich nämlich Bärbel Gansloser den Laden nach 25 Jahren aufzugeben. Zunächst hatte sie dort mit der Vermarktung der hofeigenen Produkte begonnen, später dann das Sortiment nach und nach ausgebaut.

Damit wäre es wohl aus und vorbei gewesen mit einem Naturkostladen in Hermaringen, hätte sich nicht Silvia Thran entschlossen ihr Leben umzukrempeln und die Nachfolge anzutreten. Sie kündigte die Festanstellung als Landschaftsarchitektin und wurde Ladenbesitzerin.

Bilanz nach einem Jahr

Und, wie sieht die Bilanz ein gutes Jahr später aus? Es dürften gerne noch ein paar mehr Kunden sein, gesteht Silvia Thran, die besonders bedauert, dass nur wenige Hermaringer den Weg zu ihr finden. Etliche Kunden kommen aber sogar extra aus Giengen zu ihr.

In dem kleinen Lädchen findet sich alles, was es fürs tägliche Leben braucht. Egal ob Nudeln oder Reis, Kaffee oder Tee, ein Kühlregal mit Milchprodukten, Chips und Süßigkeiten, oder sogar Waschmittel und Körperpflegeprodukte. Brot gibt es auf Bestellung, dazu Obst und Gemüse nach Saison, manchmal sogar ganz frisch aus Silvia Thrans eigenem Garten.

Viele Produkte bezieht Silvia Thran von Betrieben in der nächsten Umgebung, die ebenfalls nach strengen Demeter- oder Bioland-Kriterien produzieren. Fleisch und Wurst beispielsweise oder auch Gemüse. Der Rest kommt vom Großhändler. Ihr ganzer Stolz aber ist die Frischetheke, die mit 20 bis 25 Käsesorten gut gefüllt ist. Silvia Thran hat sogar extra Fortbildungen belegt, um gut beraten zu können. Das mache unheimlich Spaß mit den Kunden ins Gespräch zu kommen, sagt sie.

Ein zentraler Standort?

Aufgeben ist also derzeit keine Option, auch wenn sie weit davon entfernt sei, von den Einnahmen ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Aber das habe sie ja auch von vorne herein gewusst, deshalb sei der Laden ja auch nur eines von mehreren Standbeinen und sie habe deshalb auch nur dreimal die Woche (Dienstag, Donnerstag und Freitag) von 16 bis 19 Uhr geöffnet, erklärt sie.

Stattdessen will Silvia Thran herausfinden, wie sie mehr Kunden gewinnen könnte. Wo immer sich die Gelegenheit bietet, versucht sie mit Verkostungen zu überzeugen. Und sie betont, dass man sich gerne einfach auch mal ganz unverbindlich im Laden umschauen dürfe und auch einen Blick auf die Preise werfen. So teuer, wie mancher sich wohl denke, sei es bei ihr nämlich nicht.

Vielleicht könnte auch ein anderer, zentralerer Standort das Geschäft beleben, hat sich Silvia Thran schon überlegt. Dort wo ohnehin viele Menschen vorbeikommen und dann gleich den Einkauf erledigen könnten. Also so wie am Bahnhof zum Beispiel?

Silvia Thran lacht, ja den Gedanken hatte sie schon und auch schon mal ein wenig gerechnet, was es kosten würde einen Kühlraum einzurichten. Aber das sei derzeit nicht wirklich ein Thema. Und vielleicht es ja auch was ganz anderes, was Silvia Thran wieder einfällt, um Hermaringen noch ein Stückchen lebenswerter zu machen.

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