Partner der

Landeszuschuss für bessere Vernetzung der Höhlen im Lonetal

Das Land übernimmt 50 Prozent der Kosten für die interaktionsorientierte Einrichtung zur Eiszeitkunst. Der Förderbescheid wurde jetzt überreicht.

|

Zwei Aspekte gilt es unter einen Hut zu bringen: das Interesse der beteiligten Kommunen an einer touristischen Nutzung des Unesco-Weltkulturerbes Eiszeithöhlen im Lonetal und die denkmalschutzrechtlichen Belange.

Vor diesem Hintergrund ist ein „Interaktionsorientiertes Informationssystem zur Eiszeitkunst im Lonetal“ zu sehen, dessen genaue Planung nun angegangen werden soll. Auf der Basis eines Grobkonzepts hatten Niederstotzingen, Asselfingen, Rammingen, Öllingen und die Stadt Herbrechtingen beim Land Baden-Württemberg einen Zuschuss dafür beantragt. Am Mittwochnachmittag wurde nun im Archäopark Vogelherd der Förderbescheid des Landes an Niederstotzingens Bürgermeister Marcus Bremer übergeben.

Land übernimmt 50 Prozent

Bei bislang kalkulierten Gesamtkosten von rund 378 000 Euro für die verschiedenen Teile des Infosystems trägt das Land 50 Prozent – somit also 189 000 Euro. Die zweite Hälfte müssen die Kommunen selbst aufbringen. Wie Bremer erläuterte, werde dies in noch zu beschließenden unterschiedlichen Anteilen erfolgen.

Als nächstes stehe die Vergabe für die mit dem Denkmalamt genau abzustimmende Feinplanung an, der alle beteiligten Gemeinden zustimmen müssen. Federführend werde weiterhin die Stadt Niederstotzingen agieren. Hier wird der Gemeinderat am kommenden Mittwoch über die Vergabe beraten. Die weitere Planung könne aufgrund von Fragen des Denkmal- und Naturschutzes auch vom Grobkonzept abweichen.

„Es gilt, die Höhlen vernünftig miteinander zu vernetzen“, sagte Bürgermeister Bremer im Archäopark in Anwesenheit seiner Amtskollegen aus den zugehörigen Gemeinden. Man wolle die Attraktivität für die Besucher des Lonetals steigern und es auch für Kinder interessant machen.

Bremer würdigt Zusammenarbeit

Bremer würdigte hier die gute interkommunale Zusammenarbeit mit den Gemeinden im Alb-Donau-Kreis und ebenso mit den Kollegen im ebenfalls zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Achtal: „Gemeinsam sind wir stark und es geht voran.“

Die „optimale Schnittmenge“ für die touristische Vermarktung im Sinne der Kommunen und für die Aufgabe der Denkmalpflege müsse gefunden werden, so der Niederstotzinger Bürgermeister. Er warb auch für einen höheren Stellenanteil von Conny Meister, der beim Denkmalamt das Welterbe Eiszeithöhlen betreut und aktuell nur eine 75-Prozent-Stelle habe: Hier brauche man mehr.

Den Förderbescheid überreichte Prof. Dr. Markus Müller, zuständiger Abteilungsleiter im Wirtschaftsministerium des Landes. Zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungsbezirk Stuttgart ist das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau für den Schutz und das Management der Welterbestätte zuständig. Im Hinblick auf die Eiszeithöhlen in Lone- und Achtal hob Müller hervor: „Es ist nicht typisch, dass ein Welterbe-Antrag so einfach durchläuft.“

Informationen und Erlebnis

Aufgenommen worden seien die Fundorte und ihre Landschaft. Die Geburtsstunde und der Geburtsort von Kunst und Musik lägen hier mit den bislang ältesten Kunstwerken und Musikinstrumenten, so Müller. Im Zeitalter der Digitalisierung stelle sich die Frage: Was ist eigentlich der Mensch? Kunst zu schaffen sei hier ein Punkt. „Es ist das Originärste, was es an Menschsein gibt. Und es hat hier stattgefunden. Hier beginnt der Humanismus.“

Bremer dankte im Namen der beteiligten Kommunen. Ein von Conny Meister geführter Rundgang durch den Archäopark Vogelherd schloss sich an.

Das angestrebte Infosystem soll den Besuchern Informationen und Erlebnismöglichkeiten bieten. Verschiedene Handlungsfelder sind bislang anvisiert. Zum einen betrifft das die Besucherlenkung mit Wegeführung und Beschilderung. So sind im Grobkonzept mehrere Vorschläge für Wege zu den drei Höhlen Bockstein, Hohlenstein und Vogelherd und um sie herum durchs Lonetal enthalten. Vorgeschlagen sind aktiv nutzbare Themenstationen mit geringem Pflegeaufwand und hoher Haltbarkeit, um das Interesse und die Begeisterung für das Thema Eiszeit zu wecken und zum Besuch von Archäopark und Urgeschichtlichem Museum Blaubeuren anzuregen.

Kein W-Lan geplant

Auf die Problematik von Funklöchern im Bereich Rammingen oder auch Stetten angesprochen, die eine Nutzung etwa von Smartphones zur Vermittlung von Inhalten erschweren, sagte Bremer, dass versucht werden soll, ohne entsprechende Technik auszukommen. Es sei kein W-Lan-Aufbau für überall vorgesehen.

Die interaktiven Bereiche umfassen dem Grobkonzept zufolge unter anderem Tore, die die Größe der eiszeitlichen Jagdtiere aufzeigen sollen. Bei einem Sprungkasten mit Sand sollen seitliche Markierungen ebenfalls Tiere zum Vergleich vorstellen. Mit Klangspielgeräten aus Stein wird auf das Thema Musik eingegangen, mit einer Höhle zum Durchkrabbeln, mit Trampolinen und Klettertieren auf den Aspekt Spiritualität.

Die Fauna der Eiszeit soll aus lebensgroßen Stahlplatten nachgebildet werden. Am Vogelherd stellt man sich einen Wassererlebnisbereich in Form des Lonetals vor. Aufenthaltsbereiche, Info-Tafeln und Infos mittels QR-Codes sind weitere Bestandteile. Durch die Feinplanung mit dem Denkmalamt kann es aber zu deutlichen Abweichungen von diesem Grobkonzept kommen.

Lesen Sie jetzt die eZeitung schon ab 0,99 € / Monat
Die digitale 1:1-Ausgabe der Heidenheimer Zeitung steht Ihnen ab 4 Uhr morgens mit allen Nachrichten der Region zur Verfügung. » zum Angebot

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Die Eiszeit im Kreis Heidenheim

Ob Vogelherdhöhle, Lonetalpferd, Löwenmensch, UNESCO-Bewerbung oder Eiszeit-Flöte: Hier finden Sie alle Artikel zum Thema Eiszeit im Kreis Heidenheim.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Partner der

Christian Füllmichs Film „Einmal bitte alles“ lässt aufmerken

Wie schön, dass Christian Füllmich in Heidenheim aufgewachsen ist. Und wie schön, dass man im Kino-Center dieser Tatsache Rechnung trägt, indem man „Einmal bitte alles“ ins Programm genommen hat. weiter lesen

22F9S