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Kurt Gekeler: Niederstotzingens Bürgermeister a.D. wird heute 90

Am Maifeiertag wird Kurt Gekeler 90 Jahre alt. Er erzählt von seinen 28 Jahren als Niederstotzingens Bürgermeister und von der Zeit danach.

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Ehrenbürger Kurt Gekeler, ehemaliger Bürgermeister von Niederstotzingen, feiert am 1. Mai seinen 90. Geburtstag. Bis heute genießt er die Zeit, die er in seinem Garten verbringen kann.  Foto: 

Als ich 1960 nach Niederstotzingen kam, war es noch ein bescheidener Ort“, sagt Altbürgermeister Kurt Gekeler, der am kommenden Montag, 1. Mai, 90 Jahre alt wird. 28 Jahre leitete er die Geschicke der Stadt, seit 29 Jahren genießt er seinen Ruhestand.

Nach seinem Studium arbeitete der gebürtige Reutlinger zunächst als Leiter der Stadtwerke in Neuffen. Im Staatsanzeiger war er dann auf die Ausschreibung der Bürgermeisterwahl in Niederstotzingen aufmerksam geworden.

„Damals war die Firma Walter in Niederstotzingen groß im Kommen“, sagt Gekeler. Das habe ihn auch dazu bewogen, als Schultes für die kleine Stadt, in der damals nur 2100 Menschen wohnten, zu kandidieren. Im zweiten Wahlgang setzte er sich gegen sechs Mitbewerber durch und blieb danach bis 1988 im Amt.

Auf diese Jahre blickt er zurecht mit Stolz. „Es war eine ereignisreiche Zeit, in der man immer wieder neue Projekte in Angriff nehmen konnte“, so Gekeler. Zu diesen Projekten zählen unter anderem der Ausbau der Kanalisation und der Bau einer Kläranlage. Auch das Hauptschulgebäude, die Turn- und Festhalle, das Hallenbad Lonido und das neue Rathaus wurden in seiner Amtszeit errichtet. Zudem zählt der Zusammenschluss der Gemeinden Niederstotzingen, Oberstotzingen und Stetten in den 70er Jahren zu seinen Verdiensten. „Das waren die Highlights meiner Amtszeit“, so Gekeler.

Interesse am Geschehen

Im Alter von 62 Jahren ging er in den Ruhestand, blieb aber noch Mitglied des Kreistags und des Verwaltungsrats der Kreissparkasse. Das kommunalpolitische Geschehen Niederstotzingens interessierte ihn natürlich weiterhin. Auf die Arbeit seines damaligen Nachfolgers Gerhard Kieninger blicke er positiv zurück. Kieninger habe viel vollendet und neue Dinge in Angriff genommen, sagt Gekeler.

Auch für die Schließung des Hallenbades in der Ära Kieninger habe er Verständnis: „Die Besucherzahlen gingen zurück und die Renovierung wäre zu teuer geworden.“ Dennoch sei es sehr schade, dass es kein eigenes Bad für das Schulschwimmen mehr gebe.

Auch zum Thema Archäopark hat Gekeler eine Meinung: Am langfristigen Erfolg des Parks zweifle er noch. Jetzt sei die Entscheidung der Unesco abzuwarten und zu hoffen, dass die finanzielle Belastung für Niederstotzingen nicht zu hoch werde.

Die 650-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt Niederstotzingen im vergangenen Jahr verfolgte Gekeler mit viel Interesse und verglich sie mit der von ihm organisierten 600-Jahr–Feier im Jahr 1966: Während die Feier 2016 auf das gesamte Jahr verteilt war, sei fünf Jahrzehnte zuvor alles in einer Festwoche komprimiert gewesen. „Das lief alles ganz anders ab. Da war was los in Niederstotzingen“, erinnert sich Gekeler. Es gab ein Festzelt, einen Umzug und vieles mehr.

Langweilig wurde es nie

Neben seinem Interesse für das kommunalpolitische Geschehen, nutzte Gekeler seinen Ruhestand für zahlreiche Reisen. Immer mit dabei: seine verstorbene Lebensgefährtin Elfriede Eberhardt, die Witwe des früheren Sontheimer Bürgermeisters Hermann Eberhardt. „Gemeinsam gewohnt haben wir nicht, aber wir haben sehr viel Zeit miteinander verbracht“, erzählt Gekeler. In den 28 Jahren, die er mit ihr zusammen war, führten sie ihre Reisen nach Indonesien, Südafrika und Kanada.

„Ich habe auch sehr gerne im Garten gearbeitet. Das geht jetzt leider nicht mehr so leicht“, bedauert der 90-Jährige. Langweilig werde es ihm dennoch nicht. Seine Tochter, die mit ihrer Familie im selben Haus lebt, hat ihm einen Computer geschenkt – so kann er sich immer übers Internet informieren.

Vor allem Geschichtliches interessiere ihn, was man auch an seiner Büchersammlung sehen kann. Zudem sei er sehr glücklich darüber, nicht alleine zu wohnen. „Meine Tochter kümmert sich sehr um mich“, freut sich Gekeler. Schön sei auch, dass eines seiner Enkelkinder mit im Haus lebt.

Der 90. Geburtstag wird natürlich gebührend gefeiert. 37 Personen erwartet er am darauf folgenden Wochenende zum Fest – mit dabei seine drei Kinder und vier Enkelkinder. Zudem findet am Maifeiertag um 11 Uhr ein offizieller Empfang für den Ehrenbürger und Altbürgermeister Kurt Gekeler vor dem Rathaus statt (bei schlechtem Wetter in der Mehrzweckhalle des Kinderhauses Villa Kaleidos in Oberstotzingen).

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