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Königsbronn hat einen Ansprechpartner für Behinderte

Menschen mit Behinderung haben in Königsbronn künftig mit Hermann Widmann einen Ansprechpartner, der sie im Behörden-Alltag bei Bedarf unterstützt und begleitet – im Auftrag der Gemeinde, aber ehrenamtlich. Einmal im Monat soll hierzu im Rathaus eine Sprechstunde stattfinden, eine „tolle Sache“, wie Bürgermeister Michael Stütz findet.

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Auch der Gemeinderat befürwortet diesen neuen Service der Gemeinde ohne Vorbehalte und folgte mit der offiziellen Bestellung Widmanns gerne dem Vorschlage von Ratsmitglied Hermann-Josef Boch. Der hatte in seiner Haushaltsrede die Installation eines ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten in Königsbronn vorgeschlagen, der die Gemeinde in Bezug auf Behinderungen in allen Belangen, insbesondere auch bei öffentlichen Baumaßnahmen berät. Hierfür benannt wurde Hermann Widmann, insbesondere wegen seiner aktiven Mitgliedschaft beim VdK. Auch war er schon über 20 Jahre bei Voith Hydro Ansprechpartner für die Belange Behinderter und engagiert sich als Obmann im VdK dafür. Seine immer wiederkehrende Erfahrung: „Viele sprechen mich an, weil sie zum Beispiel nicht so richtig wissen, was sie mit ihrem Behindertenausweis anfangen sollen“. Auch als Vorsitzender der örtlichen Albvereins ist Widmann in Königsbronn keineswegs ein Unbekannter.

Rätin Margit Stumpp äußerte Bedenken. Im Blick aufs Kommunalrecht liege die Frage nahe, ob die Gemeinde die Stelle nicht hätte öffentlich ausschreiben oder bekanntmachen müssen oder sollen, um eventuell aus mehreren Bewerbern auswählen zu können. Das aber, so Hauptamtsleiter Joachim Ziller, sei in diesem Falle nicht notwendig, da es sich bei dieser Stelle um eine freiwillige Leistung der Gemeinde handele.

Die Gemeindeverwaltung wies zudem darauf hin, dass bei Bauvorhaben schon bisher die Fachfirmen dazu angehalten worden seien, die Bedürfnisse von Behinderten zu berücksichtigen. „Wenn und wo es möglich war“ habe man stets darauf geachtet, dass Bauvorhaben im öffentlichen Raum behindertengerecht gestaltet und die Richtlinien für Inklusion erfüllt werden.

Neben Beratungsmöglichkeiten seitens des Gemeindetages und in kritischen Fällen auch durch den Landesbehindertenbeauftragten zeichne sich auf Kreisebene weiteres Potenzial hinsichtlich den Belangen Behinderter ab. Werde auch im Kreis Heidenheim eine solche Stelle geschaffen und ehrenamtlich besetzt, fließe dafür seitens des Landes ein Zuschuss in Höhe von 36 000 Euro jährlich, bei hauptamtlicher Besetzung das Doppelte. Sollte der Landkreis Heidenheim hier zugreifen – wovon man in Königsbronn bis zum Jahresende ausgeht –, und die Stelle des Behindertenbeauftragten hauptamtlich besetzten, will sich die Gemeindeverwaltung künftig an diesen wenden, da dieser „in Amt und Funktion auch haftungsrechtlich in der Verantwortung steht“. Das würde den örtlichen Behindertenbeauftragen entlasten, dem dann genügend Luft für andere Angelegenheiten bliebe.

In der Diskussion wies Wolfgang Lutz noch darauf hin, man möge darauf achten, dass die Sprechstunde des neuen Behindertenbeauftragten im Rathaus auch barrierefrei zugänglich ist. Hermann-Josef Boch erinnerte an die mit großem Aufwand gemeindeweit auf Teilstücken abgesenkten Gehwege, mit denen Seh-Behinderte aber Probleme hätten, weil sie die Absenkungen tastend nicht erkennen könnten. Ortsbaumeister Jörg Bielke ließ hierzu wissen, dass für die Absenkungen nur zugelassenes Material verwendet worden sei, man werde den Hinweis aber weiter prüfen. Generell sei man dankbar dafür, wenn Stolperfallen gemeldet werden.

Mareike Stitz brachte ihren Vorschlag in Erinnerung, in Königsbronn zentral Euro-Toiletten für Behinderte einzurichten. Das aber, so Bielke, sei im Fall der Ostalbhalle „nicht so einfach wie gedacht“, werde jedoch im Auge behalten.

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