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Katzensteiner Kinder: hin direkt, heim mit Umweg

Katzensteiner Eltern sind unzufrieden: Ihre Kinder kommen per Bus zur Schule nach Frickingen, aber nur mit Verzögerung zurück.

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Die Entfernung von Frickingen nach Katzenstein (im Bildhintergrund) ist nicht weit. Dennoch nutzen ein paar der Grundschüler aus Katzenstein den Bus, um zur Schule im Nachbarort zu kommen. Mit der Rückfahrt klappt das allerdings nicht und darüber sind einige Eltern unglücklich.  Foto: 

Es gebe keine geeignete Anbindung für den Heimtransport mit dem Schulbus von der Grundschule in Frickingen nach Katzenstein, beklagte eine Mutter aus dem Weiler in der Bürgerfragestunde des Gemeinderats. Sie und andere Katzensteiner Eltern würden nicht wollen, dass ihre Kinder die von Bushaltestelle zu Bushaltestelle etwa 800 Meter lange Strecke entlang der Straße nach Hause gehen müssen. Und berufstätige Menschen könnten nicht immer zum Abholen an die Schule kommen.

An sich werde die Situation im Ort und an der Schule als angenehm empfunden, so die Mutter. Die schlechte Busverbindung schade diesem Eindruck aber. Und der Gehweg neben der Straße sei schmal und steil, fügte sie auch im Hinblick auf den kommenden Winter an.

Es gehe nicht um Kosten, sagte die Bürgerin. Der Elternanteil an den Schülerbeförderungskosten werde bezahlt. Vielmehr handele es sich um ein Anliegen der Elternschaft aus Katzenstein. Und vielleicht könne man ja Ansätze für eine Verbesserung finden.

Bürgermeister Alfons Jakl antwortete, dass die für den Landkreis geltende Satzung zur Förderung des Schülertransports maßgeblich sei. Diese gebe vor, dass die Schüler bei einer Wegstrecke von unter drei Kilometer zu Fuß gehen müssen. Um einen zeitnahen Rücktransport der Katzensteiner Grundschüler nach Schulschluss mittags zu ermöglichen, müsste der Bus irgendwo wenden oder eine große Schleife fahren. Die so entstehenden Mehrkosten würden voll zu Lasten der Gemeinde Dischingen fallen. Von dem Problem betroffen seien derzeit wohl drei Kinder, so Jakl.

Die Situation beim Bustransport Katzenstein-Frickingen stellt sich Hauptamtsleiterin Evi Saur zufolge folgendermaßen dar. Der Bus fährt morgens die Strecke Dischingen-Katzenstein-Frickingen-Dunstelkingen-Eglingen-Demmingen. In Katzenstein werden die Schüler beim Halt um 7.53 Uhr mitgenommen, Ankunft in Frickingen bei der Schule ist um 7.55 Uhr. Schulbeginn ist um 8.05 Uhr. Dieselbe Strecke fährt der Bus auch mittags und kommt um 12.25 Uhr (Montag und Dienstag) bzw. 13.18 Uhr (Mittwoch und Donnerstag) in Frickingen an – eigentlich passend zum jeweiligen Schulschluss um 12.20 bzw. 13.10 Uhr. Allerdings fährt der Bus dann zunächst eben weiter nach Demmingen und wäre wieder zurück in Frickingen erst um 12.55 bzw. 13.50 Uhr mit anschließendem Halt dann in Katzenstein um 12.57 bzw. 13.52 Uhr. Und am Freitag gibt es keine mittägliche Rückfahrt.

Da für die Zeit zwischen Schulschluss in Frickingen und Rückfahrt nach Katzenstein an der Schule keine Kinderbetreuung vorhanden ist, wären die Katzensteiner Grundschüler täglich über eine halbe Stunde ohne Betreuung. Oder sie fahren im Bus die große Schleife bis Demmingen und zurück mit, was zeitlich zur gleichen Verzögerung beim Heimkommen führt.

Katzenstein sei nicht der einzige Teilort, der zur Schule weniger als drei Kilometer entfernt ist, betonte der Bürgermeister in der Sitzung. „Da machen wir ein richtiges Fass auf und es wird richtig teuer“, meinte er zu Überlegungen für eine andere Lösung beim Bustransport. Er könne das Anliegen der Eltern voll verstehen, aber die Sache gestalte sich nicht einfach. Und bei normalem Wetter sei die Strecke von 800 Meter für die Kinder zu bewältigen.

Der Frickinger Ortsvorsteher Gerhard Baum – im Gemeinderat beratendes Mitglied – sagte, es sei ungerecht, dass zahlende Eltern nur eine Fahrt kriegen. Wenn die Kinder nach Neresheim zur Schule fahren würden, entständen für die Eltern keine Kosten, da diese der Ostalbkreis übernähme.

Gemeinderat Stefan Kragler erkundigte sich, ob es andernorts auch Hin-, aber keine Rückfahrt gibt. Dienstags in Hofen, antwortete der Schultes. Er fügte an, dass die Katzensteiner Grundschüler eigentlich generell zu Fuß gehen müssten – auch hinzu. Doch die Kinder hätten das Glück, dass der Bus morgens von Katzenstein nach Frickingen fährt.

Kragler regte an, ähnliche Situationen einmal für dieses Schuljahr aufzuarbeiten. Jakl erklärte, dass es sich jedes Schuljahr anders darstellen kann. Aber die Gemeinde werde einmal prüfen, ob etwas machbar ist, beendete er die Debatte auf versöhnliche Art.

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