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Kaputte Brücken bedeuten viele Umwege in Hermaringen

Der Fußgängersteg über die Brenz ist schon seit Monaten gesperrt und auch die Zukunft der maroden Brücke an der Kronenstraße ungewiss. Das ist für die Hermaringer ein wichtiges Thema, entsprechend groß war der Andrang bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend.

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Zwei marode Brücken: Seit der Voithsteg gesperrt ist (linkes Bild), müssen Hermaringens Fußgänger über die Brenzbrücke an der Kronenstraße (rechts). Dort gilt seit dem Sommer eine Beschränkung auf 3,5 Tonnen.  Foto: 

Im Juni hatte das Ingenieurbüro Gansloser die Ergebnisse der gesetzlich vorgeschriebenen Brückenprüfung präsentiert. Eine Überraschung waren sie nicht. Die Brücke an der Kronenstraße hat etliche Jahrzehnte auf dem Buckel und der Rost hat ihr erheblich zugesetzt. Fachmann Thorsten Ehrlich warnte davor, dass das Bauwerk mit einem großen Knall einfach zusammenbrechen könnte. Die Experten rieten deshalb dazu, die Brücke ab sofort nur noch bis zu 3,5 Tonnen zuzulassen und damit eine gewisse Entlastung zu erzielen. Begeistert waren bereits damals einige Ratsmitglieder nicht. Die Beschränkung bedeute für Anwohner erhebliche Umwege, argumentierten sie.

Das Ingenieurbüro wurde mit einer genaueren Untersuchung beauftragt, um herauszufinden, ob eine umfassende Sanierung überhaupt Sinn machen würde, beziehungsweise wie lange ein Brückenneubau aufgeschoben werden könnte. Die Ergebnisse wurden nun im Gemeinderat präsentiert.

Die Brücke sehe von oben schlimmer aus als von unten, so das Urteil von Thorsten Ehrlich. Insgesamt sei der Zustand aber dennoch so schlecht, dass es aus seiner Sicht keinen Sinn mache, viel Geld in die Sanierung zu stecken. Zudem bestünden keinerlei Unterlagen über die Statik der Brücke, aus der sich eine Resttragfähigkeit ableiten ließe. Ein hinzu gezogener erfahrener Brücken-Statiker empfehle aber, die Beschränkung der Tonnage auf 3,5 Tonnen beizubehalten.

Gerhard Burkhardtsmaier (UBV) war damit nicht zufrieden. Für ihn selbst und viele Anlieger bedeute die Beschränkung viele Umwege. Doch Bürgermeister Jürgen Mailänder verwies auf die Verantwortung und Haftung der Gemeinde. Er sei nicht bereit, dieses Risiko zu tragen. Die Räte einigten sich darauf, bis Februar abzuwarten, ob ein Brückenneubau im Rahmen des Sanierungsprogramms bezuschusst werden könnte. Dann, so war man sich einig, wäre eine neue Brücke sinnvoll. Wäre das nicht der Fall, soll eine statistische Berechnung vorgenommen und die Brücke soweit saniert werden, dass zumindest ein Aufschub um einige Jahre möglich wäre.

Möglichst schnell soll aber auf der Brücke eine Verbesserung für Fußgänger erzielt werden.

Durch die Sperrung des so genannten „Voith-Steges“ müssten auch alle Fußgänger derzeit über die Kronenstraße-Brücke.

Und damit war man auch gleich beim zweiten heiklen Thema. Die Fußgängerbrücke ist seit einigen Monaten komplett gesperrt und wird von vielen Bürgern sehr vermisst. Nachdem Bürgermeister Mailänder in einer früheren Sitzung die Frage gestellt hatte, ob ein Ersatz für diese Brücke überhaupt gebraucht werde, rief das viele besorgte Bürger auf den Plan. Die Verbindung sei wichtig für Schulkinder und gleichermaßen für ältere Bürger, wurde argumentiert. In großer Zahl waren Anlieger deshalb auch zur Bürgerfragestunde erschienen. Sie waren beruhigt, nachdem auch die Gemeinderäte der gleichen Ansicht waren.

Doch vorerst müssen sie weiterhin Umwege in Kauf nehmen, die Brücke ist so kaputt, dass sie eine Gefahr für die Fußgänger wäre. Das Ingenieurbüro wurde beauftragt, verschiedene Varianten und die Kosten zu prüfen.

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