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Jubiläum Niederstotzingen: Neue Themenpfade eingeweiht

Etwa 200 Gäste feierten am Samstagvormittag die Eröffnung von vier Jubiläumswegen, die auf Dauer angelegt wurden.

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Etwa 200 Gäste feierten am Samstagvormittag die Eröffnung von vier Jubiläumswegen, die auf Dauer angelegt wurden.  Foto: 

Diese Wege werde es noch bei der 700-Jahr-Feier geben, zeigte sich Werner Heisele, der Vorsitzende des Fördervereins 650 Jahre Niederstotzingen, anlässlich seiner Ansprache im Rahmen der bunten Feier zum Stadtjubiläum überzeugt. Mit einem milden Spätsommertag sorgte der Altweibersommer für ideale Rahmenbedingungen.

Für eine schneidige Überraschung sorgte die Firma Gardena. Sie hatte eigens für das Fest 150 spezielle Scheren in den Stadtfarben hergestellt. Gegen eine Schutzgebühr, die an den erwähnten Förderverein fließt, konnten Festteilnehmer diese Scheren erwerben. Mit denselben war zuvor ein grün-weißes Band durchschnitten worden, das den Weg frei machte für die Themen-Wege. ? Der erste Weg misst sechs Kilometer und führt durch den historischen Stadtkern. ? Der Natur- und Kultur-Rundweg ist mit 18 Kilometern der längste und vermittelt eine Zeitreise von immerhin 40 000 Jahren, lässt Spuren der Vorfahren erahnen. ? Der nächste Weg, Panorama-Höhenweg genannt, macht auf einer Distanz von zehn Kilometern mit der Gemarkung bekannt und erlaubt bei entsprechenden Wetterverhältnissen einen atemberaubenden Blick auf die deutschen, österreichischen und Schweizer Alpen. ? Der Quellenweg ist fünf Kilometer lang und führt den Wanderern vor Augen, dass Wasser aus Niederstotzingen sogar bis in die Landeshauptstadt geliefert wird und stets der Bevölkerung den „Genuss“ von verseuchtem Wasser ersparte.

Bei der Einweihung unternahm Roland Mayer vom Team 650 Jahre Niederstotzingen einen historischen Exkurs und erklärte unter anderem, was anno 1366 die Stadterhebung durch Kaiser Karl IV bedeutete. Stadt, das war der Markplatz und ein Gebiet im Umkreis von etwa 150 Metern. Hier wurde richtig Kasse gemacht und damit ein gewisser Wohlstand begründet. Das Stapel- und Niederlagsrecht sah vor, dass durchreisende Händler (und Landwirte) ihre Ware einen bis drei Tage auf dem Marktplatz zu stapeln und von Fall zu Fall an die Einwohner zu verkaufen hatten. Das Umladerecht verlangte am Stadttor die Umladung der Fracht auf städtische Fahrzeuge. Am Ende der Zollstraße wurde alles wieder auf das ursprüngliche Fuhrwerk gepackt. Wer immer durch Niederstotzingen kam, der musste für dieses oder jenes löhnen. Und wer nicht gut tat, auf den wartete der Galgen.

Sicher ein Glücksfall für Niederstotzingen waren die zahlreichen Quellen. Man musste nicht auf Tümpel zurückgreifen und genoss aus den Quellen stets gesundes Wasser und entging so tödlichen Seuchen, erzählte Mayer weiter und empfahl seinen Zuhörern, sich auf die Rundwege zu begeben und zu staunen – über 650 sehr wechselvolle Jahre Stadtgeschichte.

Der Slogan „Ich – Du – Wir sind die Stadt“ wurde immer wieder unter Beweis gestellt und in den Reden mehrfach bestätigt. Bürgermeister Marcus Bremer lobte über alle Maßen die vielen engagierten Bürger, die seit beinahe drei Jahren das Stadtjubiläum vorbereitet und großartige Events auf die Beine gestellt haben. Bremer hielt es mit Goethe („Nur, wo Du zu Fuß warst, bist Du auch gewesen.“) und freute sich über die vier Themenwege, „die unsere Stadt erlebbar machen“. Dieses Angebot von Naturerlebnis und körperlicher Bewegung werde angenommen, unterstrich Bremer unter starkem Beifall.

„Wir haben uns viele Gedanken gemacht und viele Ideen diskutiert. Nicht alle wurden Wirklichkeit. Manche Events sind nur einmalig, andere aber werden weiterleben“, führte Werner Heisele aus, der Vorsitzende des Fördervereins 650 Jahre Niederstotzingen. Besonderer Dank galt Monika Suckut vom Landratsamt und für die Gestaltung einer entsprechenden Wanderkarte. Die vier Wege führen an die Quellen der Stadtgeschichte, aber auch der Heimat und der herrlichen Natur, wurde weiter betont.

Nach der förmlichen Freigabe der Wege blieb noch Zeit für zünftige Stärkung. Und: die Jüngsten der Cheerleader, die Honeys, zeigten Tänze. Außerdem traten die Württemberger Ritter mit einer Feuershow auf. Derweil wurde das Zügle angeheizt, das keine Schienen braucht und den einen oder anderen auf eine kleine Rundreise zum Wasserwerk mitnahm. Viele nutzten diesen herrlichen Spätsommertag zu einer kleinen Wanderung und besichtigten bei der Gelegenheit das alte Wasserwerk, das sich unter den Fittichen der Landeswasserversorgung befindet.

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