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IHK Ostwürttemberg: Brexit verunsichert regionale Wirtschaft

Reale Konsequenzen des Ausstiegs aus der EU sind aus lokaler Sicht jedoch noch nicht absehbar.

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Wie geht es weiter, wenn das Vereinigte Königsbreich aus der EU austritt? Die IHK sieht große Ungewissheit auf hiesige Firmen zukommen.  Foto: 

Der Ausstieg des Vereinigten Königreichs aus der EU wird nach Einschätzung der Unternehmen im Land einen deutlichen Dämpfer für die UK-Geschäfte mit sich bringen. Die Geschäftsperspektiven der Betriebe, die mit dem Vereinigten Königreich verbunden sind, gehen aktuell deutlich zurück. Auch in der Region herrscht Unsicherheit über die Konsequenzen des Austritts am Ende der maximal zweijährigen Verhandlungsphase.

Das in den letzten Jahren positive Großbritannien-Geschäft ist aus Sicht der baden-württembergischen Unternehmen verflogen. Dies belegt eine aktuelle landesweite Umfrage der baden-württembergischen IHKs. 30 Prozent der befragten Unternehmen gehen von einem künftig schlechter laufenden Großbritannien-Geschäft aus. Nur sieben Prozent rechnen mit einer Besserung. Die baden-württembergischen Unternehmen setzen für 2017 stattdessen vor allem auf deutlich bessere Geschäftschancen mit Kunden in der Eurozone.

Auswirkungen erkennbar

IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle: „Die Auswirkungen des Brexit-Votums sind allerdings schon jetzt zu beobachten. Das Vereinigte Königreich war bereits 2016 mit 12 Milliarden Euro nur noch Baden-Württembergs sechstwichtigster Exportmarkt. Im Vergleich zum Vorjahr 2015 gingen die Ausfuhren damit deutlich – damalig drittwichtigster Exportpartner - um 15,3 Prozent zurück.“

Für die anstehenden Austrittsverhandlungen haben für 90 Prozent der befragten Unternehmen im Land der freie Warenverkehr und das Vermeiden von Zusatzkosten durch Zölle und Steuern hohe Priorität. Erwartete zusätzliche Kostenbelastungen sowie eine zunehmende Bürokratie an der neuen Grenze Europas werden die Geschäfte auf beiden Seiten negativ beeinflussen. Auf der Prioritätenskala der Betriebe folgt die weitere Gewährleistung der Personenfreizügigkeit.

Die britische Regierung möchte zwar ein Freihandelsabkommen mit der EU abschließen, welches den Zugang zum Binnenmarkt erleichtern soll. Jedoch dauern Verhandlungen über ein solches Abkommen erfahrungsgemäß mehrere Jahre. Hinzu kommt, dass aus EU-Sicht eine derartige Diskussion erst nach den Austrittsverhandlungen geführt werden kann – nicht parallel.

Eberle: „Für unsere Unternehmen wird dies daher eine lange Phase der Unklarheit, unter welchen Konditionen sie ihr UK-Geschäft künftig betreiben können. Langfristige Investitionen sind unter diesen Bedingungen schwer möglich.“

Konsequenzen nicht absehbar

Die Konsequenzen sind auch für regionale Unternehmen wie die Carl Zeiss AG noch nicht absehbar; sie hängen vom Ausgang der Verhandlungen der EU und Großbritanniens über die Neugestaltung der Beziehungen ab. Für Zeiss und deren Standort Cambridge ist noch offen, wie der Handel mit Großbritannien künftig geregelt werden wird. „Unseren Kollegen vor Ort haben wir jedoch schon vor einigen Wochen klar signalisiert, dass Zeiss in Großbritannien wichtiger Bestandteil des weltweiten Konzerns ist und bleiben wird“, erklärt Eva Reitze, Leiterin Externe Kommunikation bei Zeiss.“ Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam die sich durch den Brexit möglicherweise ergebenden Veränderungen für unser Geschäft gestalten können.“

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