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HZ-Sommertipp: Catrin Weykopf mäht eine Wiese

HZ-Redakteure berichten in der diesjährigen Sommerserie von ihrem schönsten Sommertag. Catrin Weykopf greift zur Sense und mäht eine Wiese. Das ist anstrengend. Umso mehr hat man sich danach Entspannung verdient, sagt sie.

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Die Beine jucken, das Herz pocht: Catrin Weykopf senst.  Foto: 

Immer diese Unstetigkeit. Es gibt Menschen, die können sich nicht auf eine Liege legen, in der Sonne faulenzen und dazu ein Buch lesen. Diese Menschen müssen sich ständig bewegen, immer etwas tun – hier im Garten zupfen, dort irgendetwas aufräumen. Ich gehöre nicht zu diesen Menschen. Trotzdem muss ich diesmal ran. Ich soll unsere neue, wilde Wiese mit der Sense mähen. Der sonst so unstete, zupfende Mann hat Heuschnupfen – wie praktisch für ihn. Ich sense also.

Sensen ist anstrengend. Viel anstrengender als Zupfen und Aufräumen. Der unstete Mann kann das natürlich nicht nachempfinden oder gar verstehen, denn er senst ja nicht. Er hat es nur einmal kurz probiert, ganz am Anfang, und fand es total aufregend. So archaisch. Aber der Heuschnupfen. Was will man tun? Doch jetzt zum Wesentlichen.

Erste Phase: Wow, das funktioniert ja wirklich

Das Sens-Erlebnis lässt sich grob in drei Phasen aufteilen. Die erste Phase fühlt sich in etwa so an: Wow, das funktioniert ja wirklich. Zweite Phase: So langsam hab' ich raus, wie man die Klinge halten muss, damit es bei jedem Schnitt funktioniert und nicht nur bei jedem fünften. Dritte Phase: Die Beine jucken, an den Händen bilden sich Blasen, der Schweiß rinnt, das Herz pumpt, es klappt immer noch nur jeder fünfte Schnitt.

Und die Wiese? Na ja, die Wiese ist kürzer. Mehr aber auch nicht. Sie sieht nicht schön aus, nein, sie sieht verletzt aus. Als hätte man einen Stabmixer in ein Kresse-Töpfchen gehalten.

Und der Heuschnupfenmann? Der nimmt's erst schweigend zur Kenntnis, dann aber sagt er plötzlich etwas. Dabei kommen die Worte „nächstes Mal“ und „Benzin-Sense“ vor. Jetzt bin ich gekränkt. Habe ich nicht gerade mit meiner Muskelkraft all diese Grashalme flachgelegt (obwohl ich eigentlich faulenzen wollte)? Können wir jetzt nicht unsere Decke nur deswegen auf der Wiese ausbreiten, weil ich geschuftet habe? Habe ich nicht gerade unser Land urbar gemacht? Ganz archaisch?

Liegen nach dem Sensen - das muss sein

Ich spreche mich also gegen die „Benzin-Sense“ aus – was auch immer das für ein Monstrum sein mag. Das heißt im Gegenzug aber auch: Ich werde noch öfter händisch sensen in diesem Sommer. Damit wir sitzen können. Damit wir's schön haben. Und damit ich zum Heuschnupfenmann sagen kann: Hier, siehst Du, ich habe gesenst. Den Rest machst Du. Ich liege solange.

Alle Beiträge der Sommertag-Serie auf www.hz-online.de/sommer

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