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Hammerschmiede: Wer dort heiraten will, braucht Geduld

Wie die Wahl einer Location für den schönsten Tag im Leben zur Geduldsprobe werden kann, erzählt ein Paar aus Sontheim. Es hat sich für die gefragte Hammerschmiede in Königsbronn entschieden.

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Die Hammerschmiede in Königsbronn ist als Hochzeits-Location besonders beliebt. Nicht nur Brautpaare aus dem Landkreis versuchten am Stichtag im April einen Termin für das Folgejahr zu ergattern.  Foto: 

Es ist 8.30 Uhr und das Treppenhaus des Königsbronner Rathauses ist voll mit Menschen. „Ich bin erschrocken. So wie in diesem Jahr war es noch nie“, sagt Sonja Weber von der Gemeinde erstaunt.

Mehr als 40 Menschen kamen am Stichtag im April, um einen Termin im nächsten Jahr für die Hammerschmiede zu ergattern. Eines haben die vielen Menschen, die teilweise schon um 7 Uhr vor verschlossenen Türen warteten, gemeinsam: Sie wollen alle 2018 heiraten.

Die passende Location finden

Der schönste Tag im Leben zweier Liebenden – so wird der Hochzeitstag auch oft genannt. Wie viel Zeit die Planung allerdings kostet, und wie schwer es ist, eine passende Location zu finden – das weiß ein Paar aus Sontheim.

Im Januar machte der 28-Jährige seiner 27-jährigen Partnerin einen Heiratsantrag. Eine Woche später starteten die beiden mit der Planung für das große Ereignis, das im Mai 2018 stattfinden soll. Zu früh? Ganz und gar nicht für ein Fest in der Größenordnung. 100 Leute werden geladen sein. Stressfrei lief die Planung für die Sontheimer deshalb bisher nicht ab.

Nicht nur im Kreis sehr gefragt

Über das Internet sind sie auf die Hammerschmiede in Königsbronn als Hochzeits-Location aufmerksam geworden. Bereits im Januar folgte die Besichtigung. „Das Ambiente ist uns sehr wichtig und das ist in der Hammerschmiede perfekt“, sagt die 27-jährige Braut. Die Räumlichkeiten einfach buchen konnten sie allerdings noch nicht.

Unter den Brautpaaren spreche sich diese Location schnell herum, erklärt Sonja Weber, die im Rathaus für die Hammerschmiede und die Vergabe der Termine zuständig ist. Die Nachfrage gehe bis weit über die Kreisgrenzen hinaus. Sehr gefragt sei die Hammerschmiede zum Beispiel im Ostalbkreis. „Wir hatten auch schon ein Paar aus Düsseldorf, das hier eine Landhochzeit feierte“, sagt Weber.

Seit 2009 hat sich die Gemeinde Königsbronn deshalb dafür entschieden, einen Stichtag im April für die Buchung der Hammerschmiede einzuführen.

Vormerkungen? Gibt es nicht mehr. Das heißt, Brautpaare, Geburtstagskinder und Privatpersonen, die sich für diese Location interessieren, müssen sich alle an einem Tag für ihren gewünschten Termin bewerben. So auch das junge Paar aus Sontheim.

Der Andrang ist groß

Warum das so ist? Weber, weiß die Antwort: „Oft wurden vorgemerkte Termine nicht wahrgenommen, weshalb andere zu kurz kamen. Das ist natürlich sehr schade.“ Deshalb heißt es jetzt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Eine Rolle spielen natürlich auch die Gemeinde-Veranstaltungen.

Die Monate Januar bis März und Oktober sowie November sind deshalb beim Stichtag noch blockiert. Termine werden somit vorerst nur für die Monate April bis September des Folgejahres vergeben. Da kann es schon mal eng werden, den gewünschten Hochzeitstermin zu bekommen.

Sechs zur Verfügung stehende Monate und in diesem Jahr ein Andrang von mehr als 40 Personen, die am Stichtag einen Termin ergattern wollten. „Wir waren auch schon um 7.45 Uhr am Rathaus in Königsbronn, um auf Nummer sicher zu gehen“, sagt die 27-Jährige.

Elf andere Paare waren dennoch schneller. „Unsere Laune war im Keller“, sagt der Bräutigam sichtlich gestresst. Schon in der Warteschlange seien Diskussionen über gewünschte Termine geführt worden. Wieder andere hätten ein großes Geheimnis aus ihrem Wunschtermin gemacht. Irgendwann sei dann eine Braut aus dem Büro von Weber gekommen und habe berichtet, welche Termine noch frei seien: für Mai 2018 nur noch zwei Termine.

Doch das Paar hatte Glück. Als sie an der Reihe waren, gab es noch einen Termin für Mai. „Ich war so nervös, dass ich auf dem Formular fast nicht mehr unterschreiben konnte“, sagt die 27-Jährige lachend.

Restlos ausgebucht

Aufgrund der hohen Nachfrage kam Weber in diesem Jahr auch nicht ohne Warteliste aus. Fünf Brautpaare müssen sich noch gedulden. Zudem fiel die Anfrage per Telefon und E-Mail komplett aus.

„Viele sind auch wieder gegangen, bevor sie an der Reihe waren, weil die übrigen Termine für sie nicht in Frage kamen“, so Weber. Dass es da auch mal zu Streitigkeiten kommen kann, liegt auf der Hand. Im letzten Jahr hätten sich beispielsweise zwei Paare gestritten, wer nun als erstes ins Sprechzimmer darf. „Da stehe ich natürlich auch unter Strom“, sagt Weber. Und wenn ein gewünschter Termin bereits vergeben ist, hätte man natürlich auch Mitleid mit den Brautpaaren, die leer ausgehen.

Geringe Chancen gebe es allerdings noch. Bis zum Sommer stehe die Planung der Gemeinde. Zudem könnten einige Paare abspringen. Dann sei die Hammerschmiede aber restlos ausgebucht. „Eigentlich sind alle Termine im Jahr belegt, bis auf Weihnachten“, sagt Weber.

Für das Paar aus Sontheim sind jedoch die wichtigsten Punkte der Planung geklärt. „Jetzt steht endlich der Termin und wir haben eine Location“, sagt die 27-Jährige erleichtert. Abgeschlossen seien die Vorbereitungen trotzdem noch lange nicht. „Essen, DJ, Dekoration – das fehlt alles noch“, jammert der 28-Jährige.

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