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Hermaringer Friedhof soll auch optisch punkten

Eine „Friedwiese“, die gleichzeitig auch Blumenwiese ist, barrierefreie Wege, pflegeleichte Urnengräber und neue Schöpfbecken – der Hermaringer Friedhof soll künftig neben einem großen Angebot an modernen Bestattungsformen auch optisch punkten. Das Konzept für die Neugestaltung wurde kürzlich im Gemeinderat beschlossen.

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Der Hermaringer Friedhof soll schöner werden. Doch nicht nur an der Optik wird gefeilt – mit einem erweiterten Angebot an alternativen Bestattungsformen will die Gemeinde auf die aktuelle Nachfrage eingehen.  Foto: 

Der Hermaringer Friedhof ist in die Jahre gekommen: Absackende Wege, undichte Schöpfbecken und verwachsene Hecken beeinträchtigen das Erscheinungsbild. Auch kommt man der Nachfrage nach alternativen Bestattungsformen kaum nach. Doch damit soll nun Schluss sein. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat ein Sanierungskonzept für den Friedhof beschlossen, das eine Neugestaltung möglich macht.

Die Wege, sowohl in den Hauptachsen als auch die Querwege, werden saniert und teilweise neu ausgerichtet. Die Gräber sollen dann barrierrefrei auch für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator erreichbar sein. Zudem werden Wasserleitungen und Schöpfbecken saniert oder neu installiert.

„Der Wunsch nach alternativen Bestattungsformen ist da“, sagte Bürgermeister Jürgen Mailänder. Der Nachfrage entsprechend hat Garten- und Landschaftsarchitekt Wolfgang May auch einen naturnah belassenen Teil mit „Friedwiese“ und pflegeleichten Urnenfeldern in sein Konzept aufgenommen. Angeregt wurde auch, die „Friedwiese“ als Blumenwiese anzulegen, um ein Betreten der Fläche durch Friedhofsbesucher zu verhindern. Dort ist dann sowohl eine anonyme Bestattung als auch eine Nennung auf einem Gedenkstein möglich. Wenig Arbeit sollen die pflegeleichten Urnengräber machen: Diese werden mit ebenerdigen Platten verschlossen, die das Mähen der Rasenfläche nicht behindern. Zudem können die bereits bestehenden Urnenwände links und rechts um jeweils eine zusätzliche Wand ergänzt werden.

„Sie müssen sich überlegen, ob eine einfache Fläche zur Bestattung genügt oder der Friedhof gestaltet werden soll“, stellte May als Grundsatzfrage in den Raum. Am Ende entschied man sich dann doch für Letzteres – wenn auch mit Abzügen. So waren sich in einem Punkt dann alle Gemeinderatsmitglieder einig: Es wird keine Baumgräber geben. Für diese müssten Edelstahlröhren in den Boden eingelassen werden – ein erheblicher Kostenfaktor. Auch wird das ursprünglich ins Konzept des Landschaftsarchitekten aufgenommene Ergänzungsstück für Erdgräber im südlichen Teil nicht kommen. Dadurch spart man sich die Kosten für Weg und Schöpfbecken.

Ohnehin als deutlich zu hoch empfand Robert Schmid (CDU-FWG) die Gesamtkosten für das ursprünglich vom Landschaftsarchitekten vorgestellte Konzept in Höhe von rund 350 000 Euro. „Bei Kosten von drei Millionen Euro für die Sanierung der Güssenhalle sollte hier auch aus dem Blickwinkel der älteren Bevölkerung nicht geknausert werden“, hielt Dagmar Holzschuh (UBV) entgegen.

„Als kleinste Gemeinde im Landkreis brauchen wir doch nicht Unmengen an unterschiedlichen Bestattungsformen anbieten“, befand Wolfgang Nothelfer (CDU-FWG). Auch Karl Braun (UBV) stellte die alternativen Bestattungsmöglichkeiten erstmal in den Hintergrund: „Erst sollten die maroden Wege angegangen werden, dann die Friedwiese“.

Dass die Sanierung der Wege, insbesondere im nördlichen Teil, im Mittelpunkt stehen müsse, war der einheitliche Tenor im Gremium. Berücksichtigt werden müsse aber auch, dass der Friedhof während der gesamten Dauer der Arbeiten, die in verschiedenen Schritten umgesetzt werden, für Friedhofsbesucher zugänglich bleibt.

Mit dem beschlossenen Konzept kann nun das Geld aus dem Ausgleichsstock beantragt werden. Die Entscheidung über die Bezuschussung wird aber erst im Juli 2016 fallen. Im Herbst wird dann die Neukalkulation der Bestattungsgebühren Thema im Gemeinderat sein.

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