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Herbrechtinger Wochenmarkt abseits vom Geschehen?

An der Brückenstraße, beim Bibris-Schulzentrum ist am Freitag Wochenmarkt. Zu 90 Prozent findet sich an den Ständen Stammkundschaft ein. Würde eine Rückkehr zum mehr Laufkundschaft bedeuten? Die meisten Händler sehen darin keine Vorteile.

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Jeden Freitag von 11 bis 16 Uhr kann auf dem Herbrechtinger Wochenmarkt Wurst, Käse, Gemüse und Obst eingekauft werden. Vieles ist aus ökologischer Herstellung und das Meiste ist selbstgemacht.  Foto: 

Eine Verkäuferin am Stand der Gärtnerei Kimmerle erzählt: „Wir waren schon dabei, als der Markt noch auf dem Rathausplatz war. Vor etwa 30 Jahre war das, damals hatte wir noch mehr Kundschaft.“ Mittlerweile kämen nur noch die Stammkunden. „Für die sind wir noch hier“, sagt sie. Aber eigentlich lohne sich der Aufwand kaum noch. Denn die Konkurrenz durch Supermärkte werde immer größer. Gerne würde die Verkäuferin wieder auf den Rathausplatz zurückkehren.

Auch Hannelore Seifried, die am am Wurstwarenstand der Familie Delle verkauft, ist schon seit 25 Jahren auf dem Markt. „Ich finde die Brückenstraße einen schlechten Platz für den Wochenmarkt“, sagt sie. Hier gäbe es niemanden, der einfach so vorbei laufe. Nur durch die Stammkunden, die auch weniger werden, mache der Stand noch Umsatz. Seit der Rewe-Markt 2010 eröffnet habe, sei es merklich schwerer geworden, bedauert Seifried. Auch der Wochenmarkt selbst habe an Sortimentsvielfalt eingebüßt. „Früher, da gab es noch einen Honigverkäufer und einen zweiten Eier- und Käsestand. Außerdem gab es Gewürze zu kaufen.“ Seifried bezweifelt, dass ein Umzug auf den Rathausplatz etwas ändern würde. Dort sei außerdem zu wenig Platz. Eine Kundin sagt: „Na ja, man sieht den Markt halt nicht, deshalb ist klar, dass es keine Laufkundschaft gibt. Man müsse mehr Werbung für den Markt machen.

Anne Köpf von Obstbau Köpf aus Altheim ist erst seit dem Umzug in die Brückenstraße dabei. Sie findet den Platz gut. Köpf sagt: „In den Ferien ist es zwar etwas ruhiger, aber für mich lohnt es sich hierher zu kommen.“ Die Kundschaft nehme stetig zu. Köpf fühlt sich durch Supermärkte nicht bedroht. „Meine Kunden kommen zu mir, weil ich sie gut berate und sie auch mal probieren dürfen bevor sie etwas kaufen.“ Außerdem sei die Ware immer selbst gepflückt und frisch vom Baum.

Ähnlich sieht es beim Stand vom Geflügel Kaiser aus Öllingen aus. Alfred Kaiser, der Besitzer kommt seit ungefähr sechs Jahren jeden Freitag nach Herbrechtingen auf den Wochenmarkt. Auch er hat viele Stammkunden. Kaiser schätzt, dass es zirka 90 Prozent sind. Trotzdem sagt er: „Es läuft gut und es lohnt sich.“ Er findet den Platz gut, vor allem wegen der nahegelegenen Parkplätze. Allerdings sei es schon ein Nachteil, dass man den Markt nicht sehen würde. Aber auf den Rathausplatz möchte er nicht ziehen.

Auch Martin Nieß, vom Wurstwarenstand Nieß möchte nicht zum Rathausplatz umsiedeln. „Die Brückenstraße ist ein besserer Standort“, sagt er. Er glaubt nicht, dass es auf dem Rathausplatz besser laufen würde. Und eine Kundin pflichtet ihm bei: „Wer läuft schon in Herbrechtingen durch die Stadt.“ Nieß ist seit knapp 18 Jahren jeden Freitag zwischen 11 und 16 Uhr mit seinem Wurstwagen in der Brückenstraße. Auch er hat hauptsächlich Stammkunden, dennoch sagt er, habe er in den vergangenen Jahren mehr Kunden dazu gewonnen.

Andrea Stelzer Verkäuferin am Stand vom Waldziegenhof sagt: „In den sechs Jahren in denen ich hier als Aushilfe arbeite, haben wir mehr Kunden dazu gewonnen.“ Vor allem Ziegenmilchprodukte seien mehr und mehr gefragt. „Die Kunden wissen zu schätzen, dass es selbstgemacht ist“, sagt sie. Allerdings hat auch der Waldziegenhof hauptsächlich Stammkunden. Zehn Prozent seien etwa Laufkundschaft.

Auch sie möchte nicht auf den Rathausplatz. „Dort ist die Parksituation schlecht“, sagt Stelzer. Ihr gefällt der Platz in der Brückenstraße, vor allem mit dem nahegelegenen Park. Nur zurzeit stört sie sich am Durchgangsverkehr, der durch die Baustelle in der Stadt kommt. „Eigentlich darf man während der Marktzeiten nicht hier durchfahren, aber die Meisten halten sich nicht daran“, sagt Stelzer. Aber ansonsten findet sie die Brückenstraße super. Vor allem während der Schulzeit – dann kämen in der Mittagspause auch die Kinder und Jugendlichen vorbei.

Marktbesucherin Gabriele Holland-Junge kommt so gut wie jeden Freitag. „Hier gibt es eigentlich alles was ich so brauche“, sagt die Bolheimerin. Auch den Standort findet die 53-Jährige in Ordnung. Doch vor allem das hochwertige Angebot lockt sie. „Es gibt viel Selbstgemachtes und aus ökologischer Herstellung“, sagt sie.

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