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Gerstetter verdient sein Brot mit Steinen

Jungunternehmer Dennis Tschierschke betreibt eine im weiten Umkreis einzigartige Maschine zum Steine sammeln.

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Viel Steine gab's und wenig Brot. Dieses Dichterwort von Ludwig Uhland passt immer noch auf die Schwäbische Alb. „Es sind tausende Steine“, seufzt Biobauer Rainer Bihlmaier mit Blick auf eines seiner Felder auf der Hochfläche oberhalb von Bolheim.

Dennis Tschierschke möchte Abhilfe schaffen. Im April dieses Jahres hat sich der Gerstetter als Lohnunternehmer selbstständig gemacht. Neben anderen Dienstleistungen will er mit dem Auflesen von Steinen sein Brot verdienen. Eine beträchtliche Summe hat der 23-Jährigen deswegen in den Kauf einer Spezialmaschine gesteckt, die in Finnland von Kivi Pekka entwickelt worden ist. Zwei in V-Form gestellte walzenförmige Rechen durchkämmen bis zu einer Tiefe von fünf Zentimeter das vorher gelockerte Erdreich und schaffen die Steine zur Mitte der Maschine. Dort werden diese von rotierenden Zinken aufgenommen und in einem zwei Kubikmeter fassenden Bunker deponiert. Dieser kann wiederum einfach in einen Hänger für den Abtransport abgekippt werden. Bis zu 1,5 Hektar pro Stunde kann Tschierschke mit der Spezialmaschine abfahren.

In einem Umkreis von 50 Kilometer ist der Jungunternehmer, der einzige, welcher über solch eine Steinsammelmaschine verfügt. Obwohl der Gerstetter zu einem für die Landwirtschaft ungünstigen Zeitpunkt seinen Betrieb begonnen hat, hat er schon 25 Kunden gewinnen können. Auf rund 110 Hektar war die von einem 115 PS starken Traktor gezogene Maschine im Einsatz. Aufträge kamen auch von außerhalb des Landkreises. So war Tschierschke schon bei Heilbronn für einen Weinbauern tätig.

Einfach ist das Geschäft freilich nicht. „Das zeitliche Fenster für den Steinesammler inzwischen Ernte und neuer Aussaat ist relativ knapp“, weiß Bihlmaier, „und dann muss auch noch das Wetter passen.“ Je trockener desto besser, denn bei feuchten Böden nimmt die Maschine zuviel Erdreich mit.

Tschierschke, der selbst nach einer Lehre in einem Unternehmen auf den Beruf des Landwirts umgesattelt hat und im November seinen Meister anstrebt, hat Steine auch schon händisch von den Feldern aufgelesen. Eine mühevolle Tätigkeit. Raus aber müssen die Brocken aus dem Jurakalk. Sie schmälern die Ernte und sie richten an landwirtschaftlichen Maschinen und den Rädern der Traktoren Schaden an. „Das Interesse bei den Landwirten ist da“, bleibt Tschierschke zuversichtlich, dass er bei den „steinreichen“ Bauern sein Brot verdienen kann.

Und noch etwas stützt seine Perspektive als Unternehmer: Auf den Feldern der Alb sind die Steine ein nachwachsender Rohstoff. „Es wäre schon schön, wenn man fünf Jahre seine Ruhe hätte“, hofft Bihlmaier, nachdem die Steinsammelmaschine ihre ersten Runden auf seinem Feld gedreht und kubikmeterweise Steine abgeladen hat.

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