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Gemeinde muss in Brandschutz investieren

Mehrere Beanstandungen waren die Folge einer Brandverhütungsschau in Nattheim und Teilorten. In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Gemeinderat nun die Umsetzung der erteilten Auflagen, die laut Baurechtsbehörde bereits vor Jahren versäumt wurden. Das bringt Kosten in Höhe von 50 000 Euro mit sich.

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Um im Ernstfall vorgesorgt zu haben, muss die Gemeinde Nattheim nun 50 000 Euro in Brandschutz investieren. Darunter die Erneuerung der Sicherheitsbeleuchtung.  Foto: 

Brandschutz ist Pflicht. Daran gibt es nichts zu rütteln. Gerade, wenn es um öffentliche Gebäude geht, sind die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen immer wieder Thema und meist mit nicht unerheblichen Kosten verbunden – auch in Nattheim. Eine Brandverhütungsschau, also eine Art Kontrollgang durch die zuständige Behörde beim Landratsamt, forderte nun etliche Mängel an gleich mehreren gemeindeeigenen Gebäuden zutage.

Mit den damit verbundenen Kosten in Höhe von rund 50 000 Euro hat zum Jahresbeginn allerdings noch niemand gerechnet, weshalb die Ausgaben im Haushaltsplan 2015 auch nicht berücksichtigt wurden. Dennoch: „Sicherheit geht vor“, sagt Bürgermeister Norbert Bereska bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats, der die sofortige Umsetzung der Auflagen einstimmig beschloss.

"Auflagen von der Gemeinde nicht umgesetzt"

So ganz überraschend konnten die Beanstandungen allerdings auch wieder nicht gewesen sein. Brandverhütungsschauen sind laut Landesrecht Vorschrift und müssen alle fünf Jahre von der zuständigen Baurechtsbehörde am Landratsamt durchgeführt werden. „In Nattheim ist die letzte Begehung zwar schon etwa sieben Jahre her“, sagt Kreisbaumeister Jörg Bohnert auf Anfrage. „Aber die nun entdeckten Mängel wurden größtenteils schon damals beanstandet, allerdings von der Gemeinde nicht umgesetzt.“

Das sei nur deshalb möglich gewesen, weil die Behörde in den vergangenen Jahren personell schlecht besetzt und Überwachungen deswegen nur schwer möglich gewesen seien. Das habe sich nun geändert. „Künftig werden wir nicht mehr so viel Zeit lassen“, so Bohnert. Verwundert ob dieser Aussage zeigte sich Bürgermeister Bereska: „Nach meinem Kenntnisstand wird der Brandschutz Schritt für Schritt mit dem Landratsamt abgesprochen und der zeitliche Ablauf gemeinsam festgelegt. Aber wir wollen vernünftig mit öffentlichen Geldern umgehen und nicht kopflos in Brandschutz investieren, wenn wenige Jahre später ohnehin beispielsweise Sanierungen anstehen.“ Bei entsprechender Dringlichkeit sei die ein oder andere Maßnahme in der Vergangenheit aber durchaus zeitnah umgesetzt worden.

Personen- geht vor Sachschutz

Vorschrift sind die Brandverhütungsschauen insbesondere in Gebäuden und Anlagen, die entweder besonders brandgefährdet sind oder von einer größeren Anzahl Menschen genutzt werden. „Priorität haben für uns dabei die Flucht- und Rettungswege, also der Personen- vor dem Sachschutz“, sagt Bohnert. Laut Landesrecht müssen im Brandfall 200 Menschen innerhalb von drei Minuten das Gebäude verlassen können. Entsprechenden Tests und Berechnungen zufolge müssen die Fluchtwege nebst Türen dafür mindestens 1,20 Meter breit sein.

Die Nattheimer Ramensteinhalle sei zwar eine Sporthalle, aber eben auch Versammlungsstätte, sagt Bohnert. Dort muss nun die Sicherheitsbeleuchtung erneuert und Lagerraum geschaffen werden. Auch in der Auernheimer Turnhalle steht eine Erneuerung der Sicherheitsbeleuchtung an. Zusätzlich müssen Brandschutztüren angebracht werden. Mit 15 000 Euro die teuerste Auflage ist der Einbau einer Brandschutzwand im Untergeschoss der Turnhalle Fleinheim.

Brandschutz ist in aller Munde, hat das Zeug zum Wort des Jahre, doch woran liegt's? „An den vorgaben jedenfalls hat sich in jüngster Zeit nichts gravierendes geändert“, sagt Jörg Bohnert. „Das Thema wird vermutlich einfach deutlich öffentlichkeitswirksamer dargestellt als früher.“

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