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Erträge überraschend besser als erwartet

Nasser Frühling, heißer Sommer: Das Wetter hat den Bauern in diesem Jahr ordentlich zu schaffen gemacht. Für die Bilanz der Getreideernte ist der Kreisbauernverband aber dennoch verhalten optimistisch. Trotz Wetterkapriolen sind die Erträge bisher „nicht so schlecht wie erwartet“.

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Das Wetter hat den Landwirten in diesem Jahr einige Sorgen beschert. Der Bauernverband spricht von einem schwierigen Vegetationsjahr. Der Winter war lang und kalt, das Frühjahr kühl und feucht. Die Sommerkulturen wurden mit Verspätung ausgesät. Und auch die Getreideernte begann erst rund zwei Wochen später als üblich.

Noch immer ist nicht alles reif: Dinkel, Winterweizen und Triticale (eine Kreuzung aus Roggen und Weizen) können noch nicht gedroschen werden. „Wegen der heftigen Niederschläge in den vergangenen Wochen ist die Kornfüllung nicht ideal“, sagt Christian Ziegler, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes. „Wir warten auf etwas Wind und Sonnenschein, dann kann es losgehen.“ Abgeerntet sind aber bereits die Wintergerste sowie der Raps.

Schon im Frühjahr hätten die Landwirte in diesem Jahr um die Ernte gebangt, bestätigt Ziegler. Der nasse April und Mai – „wir dachten, das wird sehr schlecht dieses Jahr. Auch der Mais blieb sehr klein, aber mittlerweile hat er sich erholt“. Das zeigt sich auch beim Getreide: Auf der Alb und im Brenztal seien die Erträge überraschend gut. „Die Ernte ist nicht überdurchschnittlich, aber wir hatten mit weniger gerechnet“, sagt Ziegler. Das gilt allerdings nicht für den ganzen Landkreis: Wer auf kargen Böden anbaue, für den sei es ganz und gar kein gutes Erntejahr. Richtung Hungerbrunnental oder bei Frickingen seien es rund 50 Prozent weniger Erträge als im Jahr zuvor, so Ziegler. Der Grund: „Hier fehlt die Lehmschicht als Wasserspeicher im Boden. Das war in der trockenen, heißen Sommerphase besonders wichtig.“

Weniger positiv: Die Weltmarktpreise für Raps und Weizen seien in den vergangenen Wochen in den Keller gerutscht. Für Ziegler im Hinblick auf die Trockenheit in den USA und die Überschwemmungen andernorts kaum zu erklären. „Solche Ereignisse scheinen überhaupt keine Rolle mehr zu spielen, an der Börse werden die Preise heute einfach hoch- oder runtergeredet.“ Im Vergleich zum Vorjahr seien die Erzeugerpreise für Raps um rund 25 Prozent gefallen.

Auch für die Verbraucher hat das Statistische Bundesamt keine guten Nachrichten. Die Preise für Nahrungsmittel sind im Juli in Deutschland so kräftig gestiegen wie seit fast fünf Jahren nicht mehr. Sie verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um durchschnittlich 5,7 Prozent.

Die Arbeit für die Landwirte ist jedenfalls noch nicht vorbei. Auch der Mais wird in diesem Jahr wohl zehn Tage länger auf den Feldern bleiben und erst Anfang Oktober geerntet werden.

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