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Ein Richtfest ohne Dachstuhl

Ein Richtfest ohne Dachstuhl, Sparren und Holz: Der Neubau der Evangelischen Fachschule ist nicht nur hierin etwas Besonderes.

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Richtfest am Neubau der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik: Jetzt beginnen zugleich die Sanierungsarbeiten an den bestehenden beiden Gebäuden. Bis zum Spätsommer 2017 währen noch die Bauarbeiten.  Foto: 

Noch brauchte es am Donnerstagabend beim Richtfest etwas Phantasie, um sich auszumalen, wie es sich im neuen Schulgebäude an der Eselsburger Straße leben und lernen lassen wird. Die Gebäudehülle aus Beton weiß indes schon jetzt zu beeindrucken.

Rund sieben Millionen Euro investiert die Landeskirche in Herbrechtingen, damit angehende Erzieherinnen und Erzieher hier möglichst gute Lernbedingungen haben. „Erfüllen soll das Bauwerk seinen Sinn, weit über die Jahrzehnte hin“, hieß es im Richtspruch.

Einen Tag früher als im Bauplan vorgesehen, war das Dach gegossen worden, fürs Richtfest wurde für die geladenen Gäste noch schnell ein kleiner Platz eingeebnet. Direktorin Beate Sorg-Pleitner lobte nicht nur einmal den Arbeitseifer der Bauarbeiter. Sie übernahm auch die Führung durch das zugängliche Erdgeschoss des Neubaus, der später über eine Glasbrücke mit den bestehenden zwei Schulgebäuden verbunden wird.

Architekt Martin Oettle war mit am Ort des Geschehens, Gerhard Brodbeck der Geschäftsführer des Trägervereins der vier Evangelischen Fachschulen für Sozialpädagogik, Vertreter der Landeskirche und die Herbrechtinger Stadtspitze. Flexible Nutzungsmöglichkeiten, viel Glas und Helligkeit gibt Architekt Oettle dem Schulbau auf seinem von vielen Winkeln gekennzeichneten Grundriss mit. Bis zu 300 Besucher kann das Foyer aufnehmen, was der Schule nicht gekannte Perspektiven für Veranstaltungen öffnet. Erstmals wird diese im Neubau auch einen Bibliotheksraum haben und trotz gezücktem Rotstift bei den Baukosten wird es einen Raum der Stille zur inneren Einkehr geben.

Herbrechtingens Bürgermeister Dr. Bernd Sipple fand die Form des Gebäudes „sehr ansprechend“ und in ihrer Modernität durchaus passend zu den alten Klostermauern. Vieles, so Sipple, in unserer automatisierten Zeit könne heute der Computer erledigen, was er aber nicht könne, das sei das Vermitteln von Werten. „Dazu braucht es Menschen.“ Der Fachschule wünschte Sipple, dass es durch sie gelinge, das geistige Wissen der Kinder zu vermehren, der Stadt Herbrechtingen wünschte er, dass ihr die Fachschule noch hundert Jahre erhalten bleibe. 

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