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DRK will Senioren zu Hause fit machen

Bewegung tut gut. Bekanntlich auch im Alter. Was aber, wenn man die eigenen vier Wände nicht mehr verlassen kann? Der DRK-Kreisverband will ab Herbst aktivierende Hausbesuche für Hochbetagte und Kranke anbieten. Und sucht Teilnehmer für einen kostenfreien Übungsleiterkurs.

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Sturzprophylaxe, Koordination, Kraftübungen und Mobilisierung – freiwillige Helfer erhalten vom DRK eine kostenlose Schulung.  Foto: 

Im Landkreis gibt es viele Bewegungsangebote für ältere Menschen. Und sie sind gefragt: Rund 500 Senioren nutzen in elf Landkreis-Gemeinden DRK-Angebote wie Gymnastik, Tanz für Senioren oder Wassergymnastik. Lässt die körperliche Mobilität aber nach, scheiden die Teilnehmer aus den Sportgruppen aus. Hier sollen ab Herbst die aktivierenden Hausbesuche ins Spiel kommen. „Sie sollen das Bewegungsangebot für Senioren kreisweit ergänzen. Es richtet sich speziell an Hochbetagte oder Kranke, die ihre Wohnung nicht mehr allein verlassen können“, sagt Christine Marianek vom Roten Kreuz.

In Tübingen läuft das Angebot der aktivierenden Hausbesuche bereits seit 2006 und es werde gut angenommen. Bewegung und Aktivität sei wichtig für die psychische und physische Gesundheit, sagt Emma Sapper, Sozialmanagement-Studentin an der DHBW Heidenheim. „Bewegungsmangel führt zu Gebundenheit ans Haus, das führt zu Einsamkeit und Isolation und daraus resultieren Antriebslosigkeit und Depressionen. Das ist ein Teufelskreis.“

Das Angebot sei keine Konkurrenz zur Physiotherapie oder zu mobilen Sozialdiensten, sagt Christine Marianek. „Es geht nicht um Therapie, sondern darum, die vorhandene Beweglichkeit noch weiter zu erhalten.“ Sie ist überzeugt davon, dass das Angebot guten Anklang finden wird. „Das Bewusstsein dafür, dass Bewegung gesund hält, ist da. Von Kindern unserer Hausnotruf-Teilnehmer hören wir zum Beispiel sehr häufig, dass sie besorgt sind, weil sich die Eltern kaum noch bewegen.“

Vorgesehen ist, dass Übungsleiter des DRK einmal pro Woche die Senioren für eine Stunde zu Hause aufsuchen. Dann wird 30 Minuten lang trainiert, das heißt: Sturzprophylaxe, Koordination, Kraftübungen und Mobilisierung. Eine weitere halbe Stunde ist für Gespräche reserviert. Das kann beinhalten Gesundheitsthemen, Gedächtnistraining oder Alltagssorgen.

Acht Euro soll die wöchentliche Stunde für Senioren kosten. Allerdings gibt es beim Preis Spielraum. „Wer nur eine kleine Rente hat, wird nur vier Euro zahlen müssen. Das werden wir im Einzelfall entscheiden“, sagt Marianek.

Jetzt sucht das DRK Teilnehmer für den kostenfreien Übungsleiterkurs „Aktivierende Hausbesuche“. Die freiwilligen Helfer erhalten eine einwöchige Schulung in Gesprächsführung, Sturzprävention, Erster Hilfe und eine Bewegungsanleitung für Hochbetagte. Vorkenntnisse seien nicht nötig, sagt Marianek. „Wir suchen Menschen, die drei bis vier Stunden pro Woche Zeit und Freude am Umgang mit Senioren haben.“ Ganz ehrenamtlich soll die Tätigkeit nicht sein, es gibt für die Helfer eine Aufwandsentschädigung.

Gerne würde man mit ambulanten Diensten und Nachbarschaftshilfen kooperieren. „Es wäre ein Gewinn, wenn jemand, der sich in der Nachbarschaftshilfe engagiert und ohnehin einmal pro Woche zu einem Senior geht, um mit ihm spazieren zu gehen oder ihm Gesellschaft zu leisten, dann gleich noch etwas Bewegungstraining einbringen würde.“

Ende Oktober dieses Jahres sollen die ersten Schulungen stattfinden. Eine Art Proberunde, denn richtig durchstarten will man mit dem Projekt dann im kommenden Frühjahr.

Info Am Dienstag, 24. September, findet um 17 Uhr im Lehrsaal des Rot-Kreuz-Zentrums (Schlosshaustraße 98, Heidenheim) eine Info-Veranstaltung für freiwillige Helfer statt. Weitere Infos zu den aktivierenden Hausbesuchen gibt es bei Christine Marianek unter Tel. 07321.358353.
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