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Die Stadt Herbrechtingen ist erfolgreich in der Unternehmerrolle

Ihre wirtschaftlichen Aktivitäten sichern der Stadt Herbrechtingen zum einen die Aussicht auf Gewinne, zum anderen die Möglichkeit gezielter Einflussnahme.

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Die Stadt mischt an mehreren Stellen unternehmerisch mit: im Industriepark an der A 7 (oben), wo sich in Kürze weitere Firmen niederlassen werden, als Gesellschafterin der Technischen Werke, die das Freizeitbad Jurawell (unten links) betreiben, und bei der Kreisbaugesellschaft, die unlängst an der Hohe-Wart-Straße ein Mehrfamilienhaus (unten rechts) errichten ließ.  Foto: 

Das Urteil lässt sich auf ein Wort verdichten: „Zufriedenstellend.“ So bewertet die Verwaltung den Verlauf des Geschäftsjahres 2016 für jene Unternehmen, an denen die Stadt Herbrechtingen beteiligt ist. Detailliertere Auskunft gibt ein gut 40 Seiten starker Bericht, der jetzt einem jährlichen Turnus folgend vorgelegt wurde.

Bei den Technischen Werken Herbrechtingen (TWH) verfügt die Stadt als Gesellschafterin über 51 Stimmen, die restlichen 49 liegen bei der Stadtwerke-Ulm-Energie GmbH. 2016 erzielten die TWH einen Jahresüberschuss in Höhe von 318 000 Euro. 2015 hatte noch ein Verlust von 364 000 Euro zu Buche gestanden. An die SWU-Energie GmbH wurde ein Gewinn in Höhe von 275 000 Euro ausgeschüttet. Auf die Stadt Herbrechtingen entfiel ein Verlust von 563 000 Euro, weil sie gemäß Gesellschaftervertrag die Verlustsparten Wasserkraftanlage, Tiefgarage und Jurawell alleine zu tragen hat.

Mit dem Aufbau eines eigenen Stromvertriebs sind die TWH in Herbrechtingen zum Vollversorger geworden. Ziel ist darüber hinaus, die Rolle des Grundversorgers einzunehmen, d.h.: in Herbrechtingen das Energieversorgungsunternehmen zu sein, das die meisten Haushalte beliefert.

Für das laufende Jahr rechnen die TWH mit einem Verlust von rund 380 000 Euro. Die mittelfristige Finanzplanung sagt für den Zeitraum bis 2021 jährliche Verluste zwischen 200 000 und 150 000 Euro voraus. Die anstehende Sanierung der Rathaustiefgarage soll auf mehrere Jahre verteilt werden, um die dafür anfallenden Kosten zu strecken.

An der in Giengen ansässigen Kreisbaugesellschaft Heidenheim hält die Stadt Herbrechtingen 9,95 Prozent der Anteile. Voriges Jahr erwirtschaftete das Unternehmen 1,932 Millionen Euro Gewinn (2015: 2,062 Millionen). Die Ausschüttung einer zweiprozentigen Dividende trug der Stadt 4051 Euro ein.

Im vergangenen Jahr ließ die Kreisbaugesellschaft 28 Wohneinheiten und 18 Tiefgaragenstellplätze fertigstellen. Zum Gesamtbestand an Immobilien gehört seit einiger Zeit auch ein Gebäude an der Hohe-Wart-Straße, in dem zehn Wohnungen für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen mit Bleiberecht zur Verfügung stehen. Das nächste halbe Jahrzehnt soll von weiteren Investitionen in den Mietwohnungsbau geprägt sein. Die Kreisbau-Geschäftsführung rechnet mit jährlichen Überschüssen von jeweils gut einer Million Euro.

Zu jeweils 50 Prozent sind die Städte Giengen und Herbrechtingen am Zweckverband Industriepark A 7 beteiligt. Dessen Geschäfte sind von einer schwankenden Nachfrage geprägt. Beispielsweise konnte 2015 kein einziger Quadratmeter an den Mann gebracht werden. 2016 gingen dann allerdings drei Grundstücksverkäufe über die Bühne. In trockenen Tüchern sind zudem seit Kurzem die Ansiedlung eines Sanitär-Großhandelsunternehmens und der Bau eines Designhotels ohne Rezeptionsbetrieb.

Der Zweckverband hat damit laut seinem kaufmännischen Geschäftsführer Thomas Diem das für 2017 gesteckte Ziel bereits erreicht. Zum Jahresende, so sein Ausblick, könnten „nur noch minimale Restflächen verfügbar“ sein. Er verweist in diesem Zusammenhang auf eine Bauvoranfrage, die ein 30 000 Quadratmeter großes Grundstück betrifft, und auf Verhandlungen über weitere zwei Hektar Fläche. In absehbarer Zeit dürften somit verbindliche Gespräche der beiden Städte über eine Erweiterung des Industrieparks an der Autobahn erforderlich sein.

2016 verbuchte der Zweckverband ein Ergebnis von 221 600 Euro, heuer sind 177 000 Euro angepeilt. Bis 2020 sollen sämtliche Schulden getilgt sein.

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