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Die neue Brenzer Brücke ist da

Ein Spektakel dieser Art wird es erst in 90 Jahren wieder geben: Zwei immerhin 23,5 Meter lange Fußgängerbrücken können doch tatsächlich fliegen. Ein 250-Tonnen-Kran machte es möglich. Beim Elf-Uhr-Läuten des Turms der Galluskirche war am Dienstag der Brückentausch erledigt.

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Zwar war die Schar der Schaulustigen unerwartet klein und überschaubar. Die Kinder aus dem Brenzer Kindergarten hatten ihre Bänke mitgebracht und sich den Brückentausch aus der etwas erhöhten Position des Brenzer Schlosses angesehen. Einige Brenzer waren da und erinnerten sich an jene Zeit, als die jetzt marode Brenzbrücke einst installiert worden war: „Wenn man die gepflegt hätte, würde sie noch heute gute Dienste leisten.“
 


 

Alles Jammern half aber nicht. Der alten Brücke hatten Nässe, Kälte und vor allem der Pilz übel zugesetzt. Der Gemeinderat hatte daher am 7. Mai beschlossen, einer neuen Brücke statt einer aufwendigen Instandsetzung der alten den Vorzug zu geben. Brücken aus Stahl haben eine Lebensdauer von 90 Jahren. Die einst aus Eichen gezimmerte Fußgänger- und Radwegbrücke hatte dies nicht. Das zeigte sich am Dienstag, als Zimmerleute des Holzzentrums Mutscheller aus Gussenstadt die letzten Schrauben gelöst hatten.

Da hatte der Kran aus Ebnat bereits die Trossen am großen Haken. Die alte Brücke, im Fachwerkstil einst gestaltet, begann ihren Höhenflug und wurde keine fünf Minuten später auf der Wiese neben der verlängerten Wiesenstraße abgelegt. Ursprünglich war diese Brücke 14 Tonnen schwer. Sie hat im Laufe der Jahre knapp drei Tonnen Gewicht verloren.

Der erste Versuch wurde abgebrochen

Direkt auf dem Radweg hatten die acht Mann aus Gussenstadt unter ihrem Meister und Geschäftsführer Thomas Walcher bereits die beiden Brücken-Elemente der neuen Brücke – eine Kombination aus dunkel gestrichenem Stahl und Lärchenholz – mit dicken Schrauben verbunden.

Franz Bühler, der am Steuerknüppel des großen Krans saß, beherrscht sein Fahrzeug mit großem Feingefühl. Das sollte sich beweisen, als die neue, etwas über zehn Tonnen schwere Brücke über hohe Bäume hinweg auf den „alten“ Brückenköpfen eingefahren wurde. Das erste Ablegen wurde abgebrochen, denn die Hölzer der Unterkonstruktion waren genau einen halben Zentimeter zu lang. Also wurde die Brücke noch einmal angehoben, die Motorsäge in Gang gesetzt. Augenblicke später „passte“ die Brücke zwischen die Betonelemente und wurde vollends abgesenkt.

Den Zimmerleuten rann der Schweiß in Bächen von der Stirn: „Des ischt hier in Brenz a trockenes Wetter.“ Was so viel heißt wie: Vor lauter Zuschauen hatte keiner daran gedacht, eine Kiste voller Getränke zu spendieren. Die Männer von Mutscheller, aber auch Frank Bühler hatten sich hernach ein Vesper redlich verdient. Und dann ging es schon wieder darum, die 65 Tonnen Zusatzballast vom Autokran abzubauen und sie auf bereitstehende Tieflader zu verlasten. Ein Meisterstück war abgeliefert worden, auf das alle stolz sein können. Thomas Walcher erwähnte, dass dies die zehnte Brücke gewesen sei, die der Zimmereibetrieb aus Gussenstadt ausgeliefert hat.

Der Sontheimer Ortsbaumeister Martin Kettner und Planer Heribert Gall (Niederstotzingen) gratulierten den Zimmerleuten und auch sich zu dem prima gelungenen Brückenschlag: „Das sieht doch wirklich toll aus.“

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